12. Januar 2010



Der Frost hat mir bereifet des Hauses Dach, doch warm ist mir's geblieben im Wohngemach. Der Winter hat die Scheitel mir weiß gedeckt, doch fließt das Blut, das rote, durchs Herzgemach. Ich habe Wein und Rosen in jedem Lied, und habe solcher Lieder noch tausendfach.
Friedrich Rückert

12. Januar 2010


Schneeheim

10. Januar 2010

Du bist mein Mond
und ich bin deine Erde

Du sagst
du drehst dich um mich
Ich weiß es nicht
ich weiß nur, daß ich werde
In meinen Nächten
hell durch Dich

Du bist mein Mond
und ich bin deine Erde

Sie sagen
du veränderst dich
Allein du änderst nur
die Lichtgebärde
Und liebst mich
unveränderlich

Du bist mein Mond
und ich bin deine Erde

Nur mein Erdschatten
hindert dich
Die Liebesfackel stets
am Sonnenherde
zu zünden
in der Nacht für mich

Friedrich Rückert

10. Januar 2010

“Genau genommen träume ich noch immer davon, was ich mal machen werde, wenn ich erwachsen bin”
Sophia Loren (75)

10. Januar 2010



Lange her, sehr. 22. Mai 2008. Frühlingsfest des Vereins Berliner Künstler. Sechzig Bilder.

Bei einigen Bildern denke ich, wie Bilder aus einer anderen Zeit. Einem anderen Jahrzehnt. Besonders diese Reihe hier. Die Frauen mit ihren Seventies-Ponyfrisuren. Jetzt sieht man das wieder oft. Später wäre ich fast krepiert an einem Stück Essen in der Luftröhre. Ich war unter Schock. Die Bilder entstanden vorher. Ich fühlte mich furchtbar verlassen, als ich umringt von Kellnern und fremden Gästen vor mich hinwürgte und sehr unsicher war, ob es gut ausgeht oder ob ich gleich ersticke und das mein letzter Tag wäre. Nachdem es mir unter größter Anstrengung gelungen war, den Brocken herauszuwürgen und mich irgendwo hinsetzte und vor mich hinstarrte und keineswegs nur glücklich und dankbar war, dass es so ausging, wie man eigentlich annehmen könnte, kam Jan aus irgendeiner Ecke, bestens gelaunt, lächelnd und meinte "Na und du so?" oder so ähnlich. Er hatte überhaupt nichts davon mitbekommen. Lange her. Aber wir machten vorher ein paar schöne Fotos... oder war es doch danach, ich weiß es nicht mehr.



Wir hatten Spaß daran, uns zusammen auf ein Foto zu bringen und waren sehr präsent. Weil wir uns gut kannten, wirkten die Bilder immer sehr intim. Weil man mit sichtbarer Nähe auf Bildern mit einem Mann und einer Frau sehr schnell weitergehende Nähe assoziieren will. Man mag dieses Assoziation ja auch. Das war unser kleines Spiel. Die Musik, die beiden jungen Männer, der eine in seinem furchtbar verknitterten Hemd, ein Franzose. Sie spielten irgendwelche Singer/Songwritersachen auf Französisch. Ganz nett.



Wenn ich ehrlich bin, fand ich es recht langweilig dort. Interessant zwar, die schöne Villa zu sehen, so ein kleines Rapunzelschloss mitten in der Stadt, den verwunschenen Hofgarten. Aber sonst fühlte ich mich leicht eingezwängt. Ein Gefühl wie in urbaner Provinz, wo alles sehr ordentlich gekehrt und adrett daherkommt, keiner in greller oder verschlissener Kleidung herumläuft und man sein Benehmen entsprechend skaliert, die ureigene Verrücktheit zurücknimmt, vertuscht, moderat tut, weil man spürt, dass man ohnehin niemals verstanden wird. Es gab eine langatmig vorgetragene Rede am Anfang, bei der ich mich so sehr langweilte, eingekeilt zwischen Freunden des Vereins, dass ich die Mücke an der Wand fotografierte, weil sie mir unterhaltsamer erschien, als das Publikum. Die meisten Vereinsmitglieder wirkten etwas eingestaubt und freudlos, als lägen sie das ganze Jahr über ohne Regung in einer Schublade. Am lebensfrohsten wirkten die Kellner. Die waren ganz entzückend. An euch denke ich sehr gerne zurück.


[...]

09. Januar 2010

Ach Rio...
[...]

09. Januar 2010

Sommergruß [...]



The poetry of earth is never dead
When all the birds are faint with the hot sun
And hide in cooling trees, a voice will run
From hedge to hedge about the new-mown mead



That is the grasshopper’s - he takes the lead
In summer luxury - he has never done
With his delights; for when tired out with fun
He rests at ease beneath some pleasant weed



The poetry of earth is ceasing never
On a lone winter evening, when the frost
Has wrought a silence, from the stove there shrills
The cricket’s song, in warmth increasing ever



And seems to one in drowsiness half lost
The grasshopper’s among some grassy hills



John Keats, On the Grasshopper and Cricket; December 30, 1816.

Ich war gestern im Filmtheater. Es gab Bright Star. Der Film hat mir sehr gefallen. Ich musste weinen. Besonders bei den Szenen, wo gar nicht gesprochen wurde und dann die Untertitel weg waren (aber nicht weil die Untertitel weg waren). Weil ich keine Taschentücher dabeihatte, musste ich mitten im Film auf das Damen WC, um Klopapier zum Schneuzen zu holen. Leider habe ich nur 3 x 4 Blatt abgerissen und kleingefaltet, als Ersatz-Tempo. Die waren dann aber gleich wieder durchgesuppt. Ich wollte aber kein zweites Mal rausgehen, ich hatte sowieso schon so schöne Szenen verpasst, wie ich später erfahren habe. Wo sie einen kleinen Liebesbrief an einer Schnur durch einen Heizungsschacht übermittelt. Und so Sachen. Ich bin dafür, dass auf den Toiletten des Filmtheaters immer mehrlagiges Klopapier zur Verfügung steht, damit so ein Malheur nicht noch einmal passiert. Zwei Lagen sind einfach zu dünn. Ich bitte mein Schniefen zu entschuldigen. Man muss aber keine Angst vor dem Film haben. Die anderen hat er nicht so aufgelöst wie mich. Das hat persönliche Gründe. Sehr zauberhafte Momente. So zauberhaft, dass es weh tut.

07. Januar 2010

Hab ich doch wieder schön kreiert - "Affirmationspotenz"! Ich bin eben der kreative Typ!

06. Januar 2009

"Schwierigkeiten erwachsen nur aus der Vorstellung, man
habe Wesenszüge, die einem selbst Angst einflößen."


...schreibt Robert Hand in seinem Text zu Jupiter im vierten Haus.

05. Januar 2010



Oft anstaunt ich dich, stand an gestern begonnenem Fenster, stand und staunte dich an. Noch war mir die neue Stadt wie verwehrt, und die unüberredete Landschaft finsterte hin, als wäre ich nicht. Nicht gaben die nächsten Dinge sich Müh, mir verständlich zu sein. An der Laterne drängte die Gasse herauf: ich sah, dass sie fremd war. Drüben - ein Zimmer, mitfühlbar, geklärt in der Lampe -, schon nahm ich teil; sie empfandens, schlossen die Läden. Stand. Und dann weinte ein Kind. Ich wusste die Mütter rings in den Häusern, was sie vermögen -, und wusste alles Weinens zugleich die untröstlichen Gründe. Oder es sang eine Stimme und reichte ein Stück weit aus der Erwartung heraus, oder es hustete unten voller Vorwurf ein Alter, als ob sein Körper im Recht sei wilder die mildere Welt. Dann schlug eine Stunde -, aber ich zählte zu spät, sie fiel mir vorüber. - Wie ein Knabe, ein fremder, wenn man endlich ihn zulässt, doch den Ball nicht fängt und keines der Spiele kann, die die andern so leicht an einander betreiben, dasteht und wegschaut, - wohin -?: stand ich plötzlich, dass du umgehst mit mir, spielest, begriff ich, erwachsene Nacht, und staunte dich an. Wo die Türme zürnten, wo abgewendeten Schicksals eine Stadt mich umstand und nicht zu erratende Berge wider mich lagen, und im genäherten Umkreis hungernde Fremdheit umzog das zufällige Flackern meiner Gefühle -: da war es, du Hohe, keine Schande für dich, dass du mich kanntest. Dein Atem ging über mich. Dein auf weite Ernste verteiltes Lächeln trat in mich ein. RMR, Die Große Nacht

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