08. Juni 2026

Bevor ich es wieder vergesse - in der S-Bahn heute, zwischen Hauptbahnhof und Hackescher Markt. Ich habe einen Platz ergattert, saß da ganz unauffällig, Truppe junger Männer steigt ein, alle dunkelhaarig, drahtig, sportlich aussehend, auch von der Kleidung her, Durchschnittsalter ca. achtzehn. Sie sind lebhaft, sprechen laut miteinander, sehen neugierig aus, wie gerade angekommene Reisende, ungefähr sechs Jungs. Sie bleiben im Gang vor mir stehen, weil es keine Sitzplätze mehr gibt. Ich versuche die Sprache zu identifizieren, was mir meistens leicht fällt, bin aber unsicher, was ich da höre. Am ehesten ein Italienisch mit einem starken, rauen südlichen Akzent, wie in Sizilien. Nicht so melodiös und weich wie man Italienisch aus romantischen Schlagern im Ohr hat. Sie gucken interessiert aus dem Fenster, sehen Einzelheiten der vorbeifliegenden Stadt. Weil ich wohl erkennbar neugierig und aufmerksam in ihre Richtung gucke (und auch nicht lese wie sonst meistens) fängt einer meinen Blick und zuckt entschuldigend mit den Schultern, weil sie so laut eingefallen sind, sagt Sorry und sie sprechen leiser. Ich lächle, auch weil ich selten erlebe, dass solche Grüppchen eine Wahrnehmung dafür haben, dass sie laut waren, vielleicht etwas zu laut. Er fragt mich, ob Marzahn in der Nähe sei - ich sage, Marzahn ist FAR away! Wir sind Friedrichstraße. Es ergibt sich eine kleine Plauderei, er will wissen, ob ich aus West- oder Ostberlin bin, ich anworte "zuerst West, aber jetzt wohne ich im Osten". Also auf Englisch. Und ob ich echte Berlinerin sei, also schon immer, fragt er, ich erkläre, dass ich mit zwanzig aus Bayern nach Berlin gekommen bin, er macht große Augen, wiederholt: BAVARIA! Macht ein paar Bemerkungen zu Bavaria, ich glaube mittlerweile, sie haben was mit Fußball zu tun und er denkt bei Bavaria an den FC Bayern, dem er vielleicht nicht so freundlich gesonnen gegenübersteht. Aber das ist meine Phantasie. Sie unterhalten sich untereinander, einer erwähnt den Mauerbau 1961 und den Mauerfall und das Jahr 1989. Sie wissen offenkundig mehr als mancher deutsche Achtzehnjährige. Ich muss gleich aussteigen, der eine fragt mich noch mit einzelnen deutschen Worten dazwischen "Union oder Hertha?" Ich lache "Weder noch :-)" Er lacht auch und ich steige aus.

Mit mir steigt eine Frau aus, circa Mitte Dreißig, wesentlich kleiner als ich, freundliches Gesicht mit asiatischen Merkmalen, holt mich ein und spricht mich direkt an: "Entschuldigung...." ich erwarte, dass sie mich gleich nach dem Weg zu irgendeinem Ort rund um den Hackeschen Markt fragt, vielleicht, wo lang es zu den Hackeschen Höfen geht. Stattdessen kommt eine völlig andere Frage. Sie zu mir: "Sind Sie in Ordnung? Ist alles okay?" Ich irritiert: "Ja, wieso?" Sie: "Ich habe gesehen, da waren diese Männer und sie waren so laut und Sie waren so weit unten, dieser Höhenunterschied (na ja, ich saß halt auf einem der Sitze, klar war ich dadurch kleiner) und da wollte ich nur fragen, ob alles mit Ihnen in Ordnung ist, ob das okay war?" Ich: "ja, das waren halt lebhafte Italiener, wie Italiener so sind." Sie, leicht besorgt zu mir blickend: "Dann ist ja gut, ich wollte nur fragen..." Ich: "Das ist ja nett, aber alles okay!" In mir Grübeln: was erschien ihr in dem Szenario so besorgniserregend? Wir haben uns heiter unterhalten, alle haben gelächelt, ist ihr mein Gesichtsausdruck entgangen? Sah das von weitem aus, als würde ich belästigt werden? Das übersteigt meine Vorstellungskraft. Es gab keinerlei körperliche Annäherung, wir haben gelacht, uns angeregt ausgetauscht, was hat sie gesehen. Stand sie in einem seltsamen Winkel weit entfernt und konnte nichts hören und keine Mimik identifizieren? Tatsache ist, dass sich niemand außer mir für die Sportsfreunde aus einem anderen Land interessiert hat, ich wollte auch gerne ein bißchen Gastfreundlichkeit, Völkerfreundschaft zeigen, indem ich mich auf den kleinen, harmlosen Palaver einließ. War die besorgte Frau gerade in einem Workshop gewesen, in dem Achtsamkeit gegenüber der Umgebung trainiert wurde, das beherzte Einschreiten bei übergriffigen Situationen? Was löblich ist, hier aber so gar nicht zutraf. Muss ich festhalten, vorm Schlafengehen.

08. Juni 2026



Ansprechend! Ein vierzigjähriger Diplom-Ingenieur UND Baurat UND Architekt mit Wagen und Vermögen bietet EINHEIRAT an! Dabei denke ich natürlich automatisch an Einheiraten in gehobene Verhältnisse. Oder worin heiratet man sonst hinein? Wobei vierzig ist vielleicht schon etwas alt. Jedenfalls Anno 1961 . Das habe ich die vergangenen Tage beim zweimaligen Anschauen des mich visuell, darstellerisch und vor allem emotional wirklich tief beeindruckenden Films "Aimez-vous Brahms" mit Ingrid Bergmann gelernt, die im Film eine vierzigjährige Innenausstatterin spielt und mehrmals damit hadert, dass sie nun alt ist. "I'm old!" "I'm old!" Speziell angesichts ihres Film-Verehrers, der Mitte Zwanzig ist. Ingrid Bergmann war zu Zeiten der Dreharbeiten m Jahre 1961 sogar bereits fünfundvierzig. Apropos Mitte Zwanzig: der 25-jährige Student aus der Annonce mit Interesse an Oper "über Wunschkonzert-Niveau" könnte mich auch interessieren. Anmerkung von mir zu "Wunschkonzert": das war eine Radiosendung, die zu hören mir selbst noch vergönnt war. Es wurden Grußbotschaften zu runden Geburts- und Hochzeitstagen sowie Genesungswünsche verlesen, gefolgt von allgemein bekannten und beliebten klassischen Musikstücken. Oder hieß die Sendung nicht "Glückwunschkonzert"? Ich vermute, der junge Student hat es sich leicht gemacht und das Glück unter den Tisch fallen lassen. Kein so schöner Gedanke nebenbei: die Wahrscheinlichkeit, dass sowohl der Ingenieurs-Baurat als auch der Opern liebende Student noch leben, ist eher gering. Wer 1961 vierzig war, wäre heute 105, wer 25 war, wäre heute 90. Ok - nicht unmöglich. Gerne melden, wenn Sie noch rüstig sind und immer noch Opern lieben. Aber bitteschön über Wunschkonzert-Niveau.



P.S. nochmals über den Herrn Baurat nachgedacht. Bin nun etwas misstrauisch und deute sein Angebot dergestalt, dass ER anbietet, selbst in gehobene Kreise einzuheiraten, wobei ihm scheinbar völlig einerlei ist, wen er dafür zur Braut nehmen muss. Keinerlei Wünsche und Vorgaben, kein Süßholzgeraspel. Eine Frechheit, streng genommen. Bin empört und werde keinesfalls schreiben!

07. Juni 2026





Und mit einem schicken und eleganten Qualitäts-Badeanzug oder luftigen Zweiteiler aus der neuen Orchidee-Kollektion aus dem Hause Heinzelmann in Reutlingen ist der Badespaß garantiert!

07. Juni 2026

Auch einige Aufnahmen in Kodak-Color sind hierbei entstanden!



07. Juni 2026



Um diese aparten angesagten Sommerlooks 1961 ansprechend in Szene zu setzen, sind Brigitte-Redakteurin Barbara Buffa, Fotograf Joe Santoro (aus New York!) mit ihren beiden Fotomodellen Anne und Michou (aus Paris!) eigens die dreitausend Kilometer mit einem Flugzeug der Olympic Airways nach Athen und von dort mit einer Propellermaschine auf die griechiche Insel Rhodos gereist!



07. Juni 2026



...ein Blick in den Kalender verrät: der Sommer klopft an die Tür...!



07. Juni 2026



Mode. Am Sonntag wollen wir uns nicht mit Problemen belasten!



06. Juni 2026



1961 weit weg von Paris, Herausforderungen des Lebensalltags.



06. Juni 2026

1961 war Paris offenbar the place to be, denn auch Maria Callas verlegte 1961 ihren Wohnsitz nach Paris, wo ihr Ari Onassis jene hochherrschaftliche Wohnung in der Avenue Georges Mandel geschenkt hatte, in der sie bis zu ihrem frühen Lebensende lebte. Nun hieß es auch für Maria Callas Französisch lernen! Wie hier bei den Schallplattenaufnahmen zu "Callas à Paris" für Columbia.

06. Juni 2026



In der Brigitte vom 13. Juni 1961, eine Reportage über einen Besuch bei Ingrid Bergman in Choisel, in der Nähe von Paris und am Set der Dreharbeiten zu "Lieben Sie Brahms?", der Verfilmung von Françoise Sagans Roman "Aimez-vous Brahms?", in den Hauptrollen neben Ingrid Bergman Yves Montand und Anthony Perkins. "Frau Schmidt" spielt auf Ingrid Bergmans dritten Ehemann Lars Schmidt an, den sie 1958 geheiratet hatte. Damals, 1961, war Frankreich ihr Lebensmittelpunkt, wo sie neben dem Landhaus wohl auch eine Stadtwohnung in Paris hatte, in der Nähe des Arc de Triomphe. Was erklärt, wieso sie bei der Premiere des Theaterstücks war, das Romy mit Alain Delon in Paris spielte.



06. Juni 2026



Das Rätsel der Ankündigung des Covers ist gelüftet. Hier... die neue Romy Schneider. So hab ich sie nie fotografiert gesehen. Wenigstens nicht wie auf dieser hochformatigen Fotografie. Dass es von diesem österreichisch-deutsch-stämmigen europäischen Superstar noch Bilder gibt, die man nie sah... schon deswegen hat sich die Brigitte-Ausgabe von Anfang Juni 1961 gelohnt. Aber nicht nur deshalb. Andächtig blätterte ich die vergilbten, großformatigen Seiten um, knapp DIN A3 das alte Heft. Beinah fühl ich das Holz.



g a g a
Margarete 8. Juni...
08.06.26, 23:55
g a g a
Margarete 8. Juni...
08.06.26, 21:54
g a g a
Margarete 8. Juni...
08.06.26, 20:00
g a g a
Margarete 8. Juni...
08.06.26, 19:55
g a g a
Margarete 7. Juni...
08.06.26, 00:21
g a g a
Margarete 7. Juni...
07.06.26, 19:21
g a g a
Margarete 7. Juni...
07.06.26, 19:19
g a g a
Saskia Rutner Wow!!...
07.06.26, 10:51
g a g a
Margarete 6. Juni...
06.06.26, 18:52
g a g a
Ina Weisse Nicht mehr...
06.06.26, 14:11
g a g a
Margarete 5. Juni...
05.06.26, 23:53
g a g a
Margarete 5. Juni...
05.06.26, 23:51
g a g a
Margarete 3. Juni...
03.06.26, 19:03
g a g a
Gaga Nielsen Ich will...
03.06.26, 16:31
g a g a
Saskia Rutner Ich...
03.06.26, 13:36
g a g a
P.S. Gerade entdeckt,...
31.05.26, 21:41
g a g a
casino 31. Mai 2026...
31.05.26, 21:08
g a g a
casino 31. Mai 2026...
31.05.26, 19:32
g a g a
Anne Seubert 30. Mai...
30.05.26, 16:23
g a g a
Margarete 30. Mai...
30.05.26, 12:48

21.47
a
April
april 2004
april 2005
april 2006
april 2007
april 2008
April 2009
April 2010
April 2011
April 2012
April 2013
April 2014
April 2015
April 2016
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren