04. April 2026



Im Zeiss-Großplanetarium ist im Foyer eine Dauerausstellung, Einritt frei, mit unter anderem diesem Sternenprojektor, der ab Erbauung des Planetariums im Jahr 1987, bis 2014 dort unter der großen Kuppel im Einsatz war, der "Zeiss Cosmorama". Das Carl Zeiss-Großplanetarium war eines der letzten oder vielleicht sogar DAS letzte Prestigeobjekt Ostberliner Architektur der DDR-Ära.



West- und Ostberlin feierten 1987 den siebenhundertfünfzigsten Geburtstag von Berlin. Ich erinnere mich genau, wie sehr dieses Jubiläum in jenem Jahr ständig Thema in der Berliner Abendschau war. Wenn man sich die Funktionsbeschreibung des Cosmorama durchliest, scheint das Gegenteil der Redewendung "kein Hexenwerk" angemessen. Denn: "Der Cosmorama zählte zu den ersten computergesteuerten Projektoren: Er konnte sowohl manuell über ein Bedienpult als auch vollständig automatisiert über Computer gesteuert werden. An den äußeren Enden des Cosmorama sitzen zwei Fixsternkugeln, die über insgesamt 32 Projektionslinsen verfügen und jeweils den nördlichen bzw. südlichen Sternenhimmel in den Kuppelsaal projizieren. Die eigentlichen »Sterne« wurden mithilfe durchlöcherter Kupferfolien erzeugt – jedes Loch entspricht einem Stern in genau der richtigen Helligkeit und an der richtigen Position. Auf diese Weise wurden insgesamt 9.200 künstliche Sterne am Kuppelhimmel dargestellt. Die kleineren Kugeln dienten zur Projektion der Sternbilder. Die Gittertürme, auf denen die Fixsternkugeln befestigt sind, beinhalten die Projektoren für Planeten, Sonne und Mond. Spezielle Zahnradgetriebe ermöglichten es, Planetenkonstellationen mit großer Genauigkeit nachzustellen. Die große Kugel im Zentrum des Cosmorama beherbergt die Steuermotoren, die das Gerät um drei Achsen drehen können. Unterhalb der Sockelplatte waren außerdem zwölf Panoramaprojektoren angebracht, die zur Erzeugung verschiedener Horizontpanoramen, z.B. von Städten, Landschaften und anderen Planeten, dienten." Quelle: Zeiss.de



Der beeindruckende Cosmorama Sternenprojektor mit der Anmutung eines riesigen blauen Insekts aus einer Jules Verne-Erzählung wurde insgesamt nur viermal gebaut und installiert. In Edmonton, Kanada (1984), in Jena (1985), in Berlin (1987) und zuletzt in Prag (1991). Der Apparat aus dem sozialistischen Jena galt damals als der herausragendste Planetariumsprojektor weltweit, für Kuppeln mit einem Durchmesser bis zu 23 Metern.

04. April 2026



Mir ist schon den ganzen Tag wie Feiertag, aber es ist ja Samstag. Ich bring jetzt mal den Müll runter und dann zu Edeka in der Rosi.

04. April 2026





Das Geheimnis des Blumenstraußes. Wieso legt jemand so ein niedliches Blumengebinde zu Füßen dieser Skulptur am Zeiss-Planetarium? Die Figur aus Bronze heißt "Sportler" und stellt keine konkrete Persönlichkeit dar. Kein Nazi-Opfer, keinen Widerstandskämpfer mit rundem Geburtstag. 1965 von der Bildhauerin Margret Middell erschaffen. Sie lebt noch, hat am 8. Mai Geburtstag, 1940 geboren. Oder wurden vielleicht Fotos im Park gemacht und der Strauß nur vorübergehend abgelegt, um die Hände frei zu haben und er wurde dann dort vergessen? Oder gab es ein Rendezvous, bei dem zuerst der romantische Strauß überreicht wurde und dann kippte die Stimmung und die Blumen waren nicht mehr erwünscht und wurden enttäuscht, ja beleidigt zurückgewiesen, dort hingelegt? Oder war die Stimmung von Anfang an belastet, weil der Verehrer, der sie vielleicht als Versöhnungsgeste, als Entschuldigung überreichen wollte, seine Vertrauenswürdigkeit endgültig verspielt hatte und er selbst legte sie nach der Rückweisung, dem ultimativen Showdown, dort ab?



Wir werden es nie erfahren, aber meine Phantasie hat sich an diesem unerklärlichen Anblick entzündet. Ich finde die Figur nicht sonderlich inspirierend, der Ausdruck ist mir zu leblos und auch verstehe ich nicht, wieso der Sportler vollständig nackt ist (der nicht fotografierte Mittelteil ist auch kein spektakulärer Hingucker). Die Figur erinnerte mich stilistisch an Bildhauerei aus der Nazi-Ära, aber dass im Ostteil Berlins kein bildhauerisches Relikt aus dieser dunklen Epoche stehen kann, war mir auch klar. Wieso ich überhaupt da war, am Zeiss-Planetarium in "P-Berg", wie die jungen Leute neuerdings als Abkürzung sagen, erzähle ich später.



P.S. noch eine Idee: die damals 25-jährige Bildhauerin hatte ihren Liebsten als Modell für diese Figur gewählt. Später heirateten sie und bekamen Kinder und führten eine lange, glückliche Ehe und wurden auch Großeltern. Mittlerweile ist er leider verstorben und hätte gestern seinen 100. Geburtstag gefeiert. Zu seinen Ehren legten die Kinder und Enkel diesen Liebesgruß der Bildhauerin Margret Middell zu seinen Füßen. Oder sie war mit ihren 86 Jahren noch dazu in der Lage und machte es selbst... (Lieblingsversion - !)

03. April 2026

Fast kurios: in meinem Haushalt stehen keinerlei Vasen bis auf eine ganz kleine chinesische, in die nur eine kurze Blume passt. Nie kaufe ich Schnittblumen und bekomme auch sehr selten welche geschenkt. Aber gestern! Zuerst musste ein kleiner Milchtopf herhalten, fand dann ein Gefäß, in dem mal französischer Senf war. Große Blumenliebe habe ich durchaus. Zauberhafte Wesen. Gänseblümchen, sämtliche Wald- und Wiesenblumen, Kornblumen, Schleierkraut, Pfingstrosen, Pompon-Dahlien, kugelige Schnittlauch- und Lauchblüten, Ranunkeln, Agapanthus, Sonnenhut, Schneeballhortensien, alte, gefüllte Rosensorten, Kamelien, Blauregen. Gibt auch Blumen, die nicht so auf meiner Wellenlänge sind, zum Beispiel Stiefmütterchen oder rote Rosen, wie sie dieser Bachelor verteilt. Leider schwierig: Hyazinthen und Lilien, so schön ich die Blüten finde. Kopfschmerz bringende Düfte, sogleich wird mir schummrig wie von Haarspray oder Haarfestiger.



Anderes Thema: heute ist ja Karfreitag mit gesetzlich verordnetem Tanzverbot. Deshalb gibt es heute keine Live-Sendung von Let's Dance. Aber RTL zeigt auf dem Sendeplatz einen Zusammenschnitt von alten Let's Dance Performances mit der höchsten Punktzahl. Ich hätte gedacht, das pietätsbedingte Tanzverbot umfasst auch eine entsprechende Gestaltung des Fernsehprogramms. Aber wenn man das Gesetz genau nimmt, kann man es auch so interpetieren, dass es kein Verbot ist, aufgezeichnete Tanzereien anzusehen. Leichte Doppelmoral. Nicht, dass ich überhaupt für ein Tanzverbot wäre. Das mit Jesus und dem rituellen Bedauern seines Schicksals ist doch individuell, wenn man sich ihm nah fühlt, meinetwegen. Aber verordnetes Gedenken für die gesamte Bevölkerung verstehe ich so gar nicht.

02. April 2026

Heute Berlin-Geburtstag. Vierzig Jahre hier. War eine gute Idee. Sollte eigentlich zur Feier des Tages ins Schwarze Café gehen, das erste Berliner Lokal, das ich jemals betrat, und das es immer noch gibt. Aber der Abend wird etwas anders verlaufen. Mal sehen. Leider versäumt, eine größere Feier zu organisieren, hatte ich zeitweise im Hinterkopf. Aber Sonne in Berlin. Und im Herzen eh.

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Lydia Gebel Berliner...
05.04.26, 00:12
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Vielleicht ist das...
04.04.26, 19:31
kid37
Mir war gestern wie...
04.04.26, 18:52
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Margarete 4. April...
04.04.26, 18:02
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Lift-off der Artemis...
04.04.26, 15:20
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Lydia Gebel Vielleicht...
04.04.26, 15:07
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Anne 3. April 2026...
03.04.26, 14:58
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Saskia Rutner Klingt...
02.04.26, 00:32
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Margarete 31. März...
01.04.26, 11:01
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Margarete 31. März...
31.03.26, 23:11
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ohrenschmaus 25. März...
25.03.26, 17:32
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Margarete 18. März...
18.03.26, 19:59
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Margarete 17. März...
17.03.26, 22:18
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Margarete 17. März...
17.03.26, 16:27
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Margarete 13. März...
13.03.26, 21:36
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Margarete 11. März...
11.03.26, 05:24
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Margarete 10. März...
10.03.26, 16:43
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Margarete 10. März...
10.03.26, 11:36
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Sebastian Rogler Oh...
08.03.26, 20:25

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