16. März 2024



Ergebnis meines Versuchs, die Kopfhaltung von dem Fix Foto vor 35 Jahren nachzustellen. Es ist mir nicht gelungen, mit den Augen genauso neben den Fokus zu schauen. Die Bluse von damals hab ich auch nicht mehr, es war eine blutrote Seidenbluse. Auf dem Automatenfoto vom Juni 1989 war ich dreiundzwanzig, jetzt bin ich achtundfünfzig. 89 laborierte ich innerlich immer noch ein wenig an der unerfüllten Liebesgeschichte. Ich bin sehr langsam, um nicht zu sagen langatmig, im Verarbeiten von Liebesangelegenheiten.

16. März 2024

89-06-XX Gaga

Heute Nacht von jemandem geträumt, in den ich um Neunzehnhundertsechsundachtzig, als ich nach Berlin kam, eine ganze Weile sehr verliebt war. Damals war ich Anfang zwanzig und er ungefähr dreiunddreißig. Er arbeitete in einer sehr kleinen, intimen Bar in Schöneberg und sang gerne mit der Musik, die er auflegte, bei der Arbeit hinterm Tresen mit. Spielte auch Gitarre und hatte eine eigene, zwei Stunden lange Radioshow bei einem Berliner Sender. Die kleine Bar in der Winterfeldstraße wurde schnell mein zweites Wohnzimmer. Es gibt sie schon seit fünfunddreißig Jahren nicht mehr. Über Jahre immer wieder mal im Internet geschaut, ob er zu finden ist. Es wurde damals nichts daraus, ich verzehrte mich vergeblich. Er heiratete dann eine Frau, die etwa so alt war wie ich. Nur sie ist im Internet mit einem einzigen Suchergebnis zu finden. Von ihm nichts. Was aber eigentlich auch egal ist. Ich glaube, ich sah ihn fast zwanzig Jahre später von der anderen Straßenseite vor dem Eingang eines Lokals in der Grolmannstraße, wahrscheinlich rauchend. Ich erschrak. Ein älterer Mann, der immer noch dieselbe, aus der Mode gekommene Frisur hatte, längere Locken. Er wirkte verwelkt und hatte nichts mehr von der Ausstrahlung, die mich so angezogen hatte.

Heute Nacht träumte ich, dass ich ihn irgendwo wieder traf, er war altersmäßig stehen geblieben, jünger als bei der Sichtung vor dem Lokal, eher so wirkend wie ganz früher, aber schon auch älter. Er erinnerte sich und zeigte Interesse. Aber das schien mir ja auch damals so. Ich war sehr zögerlich und hatte keine Gefühle mehr, die denen von früher ähnelten. Nur eine Art melancholischer Erinnerung. Bedauern, aber auch Gewissheit, da wäre nichts rückwärts gutzumachen. Der Zahn der Zeit hatte alles zerbröckeln lassen. Es ging im Traum noch darum, sich mal zu verabreden, was trinken gehen. Ich wusste für mich, ich würde es nur zusagen, um vielleicht zu erfahren, wie er das damals empfand. Sein Heute interessierte mich nicht mehr. Er zeigte mir noch eine Art Plattenhülle, wie früher bei Vinylplatten, darauf eine Collage mit Fotos, die ihn bei Auftritten zeigten, lauter alte Aufnahmen, die meisten mit E-Gitarre. Das war die Version von damals von ihm. Ich betrachtete die Bilder mit Interesse, um sie dann in die Abteilung vergangener Lieben in meinem ewigen Gedächtnis zu schieben.

15. März 2024



Schon schöne Bilder, in diesem viele Jahre alten Video mit Cosmic. Ein ganzer Bilderbogen. Gerade gesehen und noch einmal eingetaucht. Wir waren schon viel unterwegs. Und den Schnitt finde ich immer noch gut. Ich habe Videos immer nach der Musik geschnitten. Muss man ja eigentlich auch. Alles andere ist Unsinn.

14. März 2024

Heute früh wurde mein Nervenkostüm strapaziert. In der S-Bahn führte eine Dame ein lautstarkes Dauertelefonat mit der Anmutung einer angezickten Diskussion über Arbeitsinhalte. Es war so kurz vor neun und nach ca. sieben Minuten aufgenötigtem Zuhören wurde es mir zu bunt. Ich saß, sie stand hinter der Trennscheibe mit ihrem Fahrrad und deklamierte ohne Unterlass. Ich stand auf und klopfte dreimal kräftig an die Scheibe und sagte: "Entweder Sie telefonieren leiser oder Sie führen Ihre Arbeitsbesprechung an Ihrem Arbeitsplatz!" Sie schaute auf und griente irritiert und telefonierte dann den Rest der insgesamt 11-minütigen S-Bahn-Fahrt mit leicht zurückgenommener Lautstärke weiter. Es war das einzige Geräusch, das im gut besetzten S-Bahn-Abteil zu vernehmen war. Ich nenne das dickfellig, und das ist kein Kompliment. Im goldenen Zeitalter des mobilen Arbeitens wird kurzerhand jeder öffentliche Raum von gewissen dickfelligen Existenzen zum persönlichen Arbeitsspace erklärt. Weder spielt Diskretion über Firmeninterna noch Datenschutz, noch Rücksichtnahme auf Bedürfnisse des Umfeldes eine Rolle. Wundert mich auch nicht, dass Inhalt des Gesprächs offenbar ein unangemessenes Vorgehen der Dame in ihrem Job war, sie wurde nicht müde, Ausreden zu finden und Schuldzuweisungen in Richtung anderer vorzubringen. Für mein Empfinden ist das ein Indiz für fehlende Kinderstube, Nötigung der Umwelt und auditive Umweltverschmutzung. Darf meinethalben mit Bußgeld wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses belegt werden. Weitaus störender, als ein Exhibitionist. Da kann man wenigstens wegschauen. Was mich auch noch zusätzlich aggressiv macht, ist dass derlei flegelhaftes Gebaren als Arbeit innerhalb der Arbeitszeit definiert wird. Ich bin da offenbar überaus altmodisch. Zudem gibt es nichts Langweiligeres, als einer Arbeitsbesprechung zuzuhören. Das langweilt ja schon, wenn man selbst involviert ist.

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Margarete 29. November...
29.11.25, 12:44
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Margarete 28. November...
28.11.25, 21:13
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MICH NICHT!
28.11.25, 19:16
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Saskia Rutner Was...
28.11.25, 10:43
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Margarete 27. November...
27.11.25, 20:38
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21.11.25, 13:19
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Saskia Rutner Ist...
19.11.25, 16:49
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Doku
17.11.25, 21:51
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Ruth Rehmann hatte...
17.11.25, 18:42
kid37
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Margarete 16. November...
16.11.25, 19:46
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Saskia Rutner Das...
13.11.25, 22:05
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