07. April 2013

Der Schnee ist geschmolzen. Auf wetter.de ist für Mittwoch so eine Wolke, wo unten was rauskommt. So dickere, grauweiße Tupfen. Ich weiß nicht, ob das das Symbolbildchen für dicke Regentropfen oder Schneeflocken ist. Ich habe gerade keinen Vergleich. Aber wenn ich genauer hinschaue, sind die Tupfen schon mehr so tropfenförmig, mit einem grauen Schatten, das spricht eigentlich eher für Wassertropfen. Nur heute Nacht soll es nochmal Minus ein Grad in Berlin haben, dann ist das Wetterkonto wieder im Plus. Wurde ja auch lange genug überzogen, der Kontostand. Einen Wettereintrag wollte ich gar nicht schreiben, man will das ja auch nicht mehr. Niemand will mehr Wettereinträge bloggen, es ist einfach zu langweilig. Lang-weilig. Ich wollte aber auch nicht schreiben, dass ich eine blöde Krankheit gehabt habe, wo ich zum Glück, hoffentlich, die Ursache identifiziert habe. Gerade hab ich mir gedacht, einerseits schön blöd, dass ich immer bis auf den letzten Drücker warte, bis ich zum Arzt gehe, andererseits natürlich bedeutend einfacher für die Diagnose, wenn die Symptome auf dem Höchstlevel ausgeprägt sind, wie im medizinischen Schulbuch. Dann kann sogar ein Medizinstudent in den ersten Semestern locker eine treffende Diagnose stellen. Dann geht natürlich auch die ganze Anamnese ratzfatz, ohne langes Herumgerede und Gerätsel.

Ok, ich will es nicht zum großen Geheimnis machen: ich hatte eine schwere Histamin-Überdosis, man könnte auch sagen -Vergiftung, durch in letzter Zeit von mir bevorzugte Lebensmittel, die gemeinhin auch als recht gesund gelten. Hat halt manches zwei Seiten. Nun steht nur noch tiefgefrorener Hochseefisch und frisches Gemüse und frische Milchprodukte auf dem Speiseplan. Thunfisch aus der Dose ist gestrichen. Cashewkerne sind gestrichen. Bohnen pfui. Emmentaler tabu. Tomatenmark ade. Schokolade adieu. Von Rotwein und anderem Alkohol zunächst gar nicht zu reden. Aua aua. Dann erst mal langsam die abendliche Antihistamin-Tablette ausschleichen und schön weiter Diät halten und nur noch kleine Portionen kochen, dass nichts weggeschmissen werden muss. Aufwärmen tabu. Ich habe früher immer schöne große Portionen gemacht, damit ich noch am nächsten und manchmal auch übernächsten Tag davon essen konnte. Besonders von meinem geliebten Thunfischsalat. Au weia. Irgendwie habe ich es in den letzten Wochen geschafft, Essensvorlieben zu Lebensmitteln zu kultivieren, die in die Top Ten in Sachen Histaminwerte gehören. Es endete böse mit zunehmenden Schwellungen im Gesicht, besonders um die Augenpartie, alles gerötet, dazu gesellte sich ein Ausschlag am Hals, der aussah wie ein himbeerrotes Tattoo der Landkarte von Europa. Zu allem Überfluss habe ich in der Nacht von Ostermontag auf Osterdienstag, als das Brennen und Jucken und die Spannung um die Augen und die wunde Haut nicht mehr auszuhalten waren, drei Aspirintabletten geschluckt. Was den Histaminabbau noch extra blockiert. Super. Als ich kaum noch gucken konnte und die Haut unter den Augen so wund war, dass sie gesuppt hat und die Augen nicht mehr aufgehört haben zu tränen, bin ich am Dienstag endlich zum Onkel Doktor. Einem mir unbekannten, weil meine Hautärztin und Allergologin und auch die Hausärztin alle noch im Osterurlaub waren.

In der Torstraße 117 war dann der nächste Arzt, der auch da war und die Sprechstundenhilfe, die mich nicht kannte, hat mich sofort vor allen anderen Patienten vorgezogen, als sie mich gesehen hat. Ich bin ihr wirklich dankbar. Sie war sowieso sehr sympathisch und auch sehr attraktiv. Ich hab ihr gesagt, dass ich normalerweise ganz anders aussehe, sie würde mich nicht wiedererkennen. Der Doktor war schon an die Sechzig, ein alter Hase. Der hat sich meinen Allergiepass angeschaut und mein hilfloses Gebrabbel kurz angehört, von wegen "ich weiß wirklich nicht, was es ist, ob ich zuviel Schokolade in letzter Zeit gegessen habe?" Er hat kurzen Prozess gemacht und mir ein Antihistamin verschrieben und Cortisonsalbe für den Ausschlag. Dann bin ich heim und habe mich wissenschaftlich in die Histamin-Thematik eingelesen. Ach ja, ich hatte ein Ödem. Ein "atropisches Ödem". Wassereinlagerungen und Ekzem aufgrund eines massiven Ungleichgewichts im Histaminhaushalt. Der Stoff konnte nicht so schnell abgebaut werden, wie ich ihn zugeführt habe. Dann habe ich auch noch gelernt, dass die meisten, die da empfindlich sind, also achtzig Prozent, Frauen über Vierzig sind. Könnte auch sein, dass das mit dem sich verändernden Hormonhaushalt zu tun hat. Aber gut. ich habe es halt übertrieben, mit meinem Thunfischsalat und den Cashews und der Schokolade und dem Emmentaler. Weil ich halt immer alles übertreiben muss. Aber ich bin lernfähig. So heil wie seit gestern war meine Haut schon lange nicht mehr. Ist noch ein bißchen filigran der Zustand, aber ich bin auf einem guten Weg. Toll finde ich, dass ich jetzt im Zuge meiner Forschungen herausgekriegt habe, dass Veuve Cliquot und Blanc Foussy dem Champagner das Histamin entziehen. Und ein gewisser Schlumberger-Sekthersteller aus Österreich auch. Hab ich mir auch gleich zwei Flaschen bei Galeria Kaufhof besorgt, es kann ja nicht immer Champagner sein. Und das Weingut Weiss in Österreich hat da auch viele Weine im Angebot. Und klare Schnäpse soll man trinken - also soll man natürlich nicht, aber lieber als zum Beispiel Cognac oder Whisky.

Der Alkohl an sich ist allerdings immer noch ein Histamin-Liberator oder Abbau-Blockierer? Ich bringe das durcheinander. Schokolade hat zum Beispiel gar kein Histamin drin, aber blockiert den Abbau, je höher der Kakaogehalt, desto mehr. Na ja, jedenfalls, wenn ich ohne die Tablette und Cortisonsalbe weiterhin heil bleibe, traue ich mich mal die Grenzen auszutesten, bestimmt ist dann auch nicht alles komplett tabu. Aber ich habe eine Menge über den Stoffwechsel gelernt. Bei manchen wirkt es sich auch als Heuschnupfen oder Atemnot oder Herzbeschwerden aus. So, das war mein hoffentlich für längere Zeit, für lange Zeit! - letzter Krankenbericht. Ich glaube, ich war zuletzt im März Zweitausendacht bei einem Arzt, wo ich die Sache mit den Stimmbändern hatte, vom Zahnarzt abgesehen. Ist ja auch blöd, wenn die mit mir gar nichts verdienen. Das war jetzt also mein Solidaritäts-Jahres-Beitrag für die Ärzteschaft. Ich bin guter Dinge, dass ich die Sache langfristig in den Griff kriege. War ja früher auch kein Problem, als ich andere Essensvorlieben gepflegt habe. Die Sachen einfach ein bißchen schlauer verteilen, wird schon. Einen schönen Sonntag allen, die sich bis zum Ende von diesem komischen Krankheitsgeschichte-Eintrag duchgearbeitet haben. Vielleicht hilft es ja sogar dem Einen oder Anderen. Wäre super.
kid37 - 7. Apr, 16:11

Also wirklich. Sie machen ja Sachen. Und dann immer Sachen, wo man nichts genaues weiß und rumprobieren und unzählige divergierenden Meinungen und Studienergebnisse gegeneinander abwägen muß. Können Sie beim nächsten Mal nicht einfach etwas übersichtlicheres nehmen? Nagelbruch? Spliss? Gute Besserung und Danke für die Fischerinnerung. Ich esse ja die Meere leer.

g a g a - 7. Apr, 16:34

Ich denke, Gott hat mich auserwählt, von Zeit zu Zeit bestimmte Krankheiten zu bewältigen, um das im Zuge der Genesung erworbene Herrschaftswissen in die Bloggerwelt zu tragen und mir letztendlich einen festen Platz im Himmel zu sichern.

Apropos Fisch: habe vorgestern todesmutig bei Aldi tiefgefrorenes Pazifik-Wildlachs-Filet gekauft, schnell heimgebracht, sofort ins Gefrierfach, um die Kühlkette nicht zu unterbrechen (superwichtig, wie ich gelernt habe) und am Abend im Turboverfahren (in der Plastikhülle in heißem Wasser schnell aufgetaut, ausgepackt, zack in die heiße Butterpfanne) zubereitet. Dazu gab es ebenfalls superzackig aufgetaute Broccoli-Röschen, mit angebratenem Knoblauch in Butter geschwenkt und Gurkensalat mit Petersilie und Crème fraîche. Wenig Salz, viel frischer Pfeffer. Hat sehr super geschmeckt. Nur die Schokolade fehlt mir stellenweise schon sehr. Aber ist ja nicht für immer. Nur so lange die Rekonvaleszenz noch braucht. Brüchige Nägel habe ich übrigens außerdem, aber darüber würde ich nie bloggen! Außerdem wird jetzt alles gut. Also jedenfalls einiges. Man soll die Götter ja nicht herausfordern. Ich stelle fest, dass sich im Zuge meiner diätischen Anforderungen das Gourmet-Level meiner selbstgekochten Gerichte gesteigert hat, weil ich raffinierter zubereiten muss. Mit Mozzarella kann man auch viel machen, Gemüse überbacken. Und Sahne und Butter ist jetzt natürlich noch wichtiger als zuvor. Es muss schon super schmecken, und auf keinen Fall nach Diät!
g a g a - 7. Apr, 16:57

P.S. ich sollte aber vielleicht nicht unerwähnt lassen, dass Gott auch ein bißchen an dem Ganzen mit Schuld hat, also speziell der Wettergott, weil ich nämlich in meiner Hilflosigkeit auf die Idee gekommen bin, ich hätte vielleicht aufgrund des blöden kalten Wetters ohne Sonne Vitamin-D-Mangel. Und zwar, weil ich ja nie freiweillig rausgehe, wenn es unter siebzehn Grad hat, also demzufolge die direkte Sonneneinstrahlung fehlt, um Vitamin D zu bilden und ich versuchen sollte, den gemutmaßten Mangel durch recht Vitamin-D-reiche Kost auszubügeln, als da wäre an oberster Stelle in den Top Ten der Vitamin-D-Lieferanten: Thunfisch! Sogleich habe ich die tägliche Thunfischsalat-Dosis massiv erhöht, ja verdoppelt! Das Wetter ist an allem Schuld. Und schön trinken musste man sich alles außerdem. So sieht's aus.
Frau Klugscheisser - 7. Apr, 17:02

Willkommen im Antihistaminikaclub! Rotwein ist übrigens besonders böse, genau wie Kaffee. Manchmal trinke ich aber eine Tasse mit laktosefreier Milch. Und hinterher fühle ich mich dann sehr Sissie, weil mit den ganzen Zipperlein, wo wären wir denn da früher hingekommen? Keine paar Tage hätten wir's überlebt (und den Rest hätte dann der Krieg erledigt).

g a g a - 7. Apr, 17:08

Ich bin ja Spezialistin für tanninreiche Rotweine, speziell Bordeaux, und habe dieses Dilemma natürlich besonders schmerzlich als erstes zur Kenntnis genommen. Ich probiere deswegen demnächst mal die Rotweine vom Weingut Weiss durch. Man hat ja schon immer mal von dieser Sache am Rande gehört und jeder hat das auch irgendwie abgespeichert, aber man bezieht es halt erst auf sich, wenn etwas Akutes auftritt. Ich würde mich jetzt nicht als schweren Fall einstufen, weil ich es kurz vor dem Supergau wirklich massiv übertrieben habe. Die Grenzen werden jetzt einfach behutsam ausgetestet, zack fertig!

Kaffee habe ich reduziert, aber nicht aufgehört damit. Allerdings mit literweisem schwarzem Tee, jetzt grüner stattdessen. Manche Unverträglichkeiten sind ja auch individuell. Die einen vertragen Kaffee, die anderen nicht. Das Individuelle muss man eben vorsichtig herausfinden. "Intelligent/systematisch sündigen". Also nicht alle schlimmen Sachen in einen Eintopf rühren, sondern viel Unbedenkliches und gelegentlich ein bißchen Riskantes, so denke ich das mir! Ich möchte nicht das Gefühl haben, ich muss mich wie ein buddhistischer Mönch von einer Schüssel ungesalzenem Reis und Wasser ernähren. Aber andererseits möchte ich auch nicht tablettenabhängig leben. Es gibt da ja diverse Medikamente für Leute, die meinen, sie müssten in Sachen Genussmittlen hemmunglos weiter auf den Putz hauen, und die regelmäßige Tablette vor dem Essen soll's richten. Nein Danke! Was, wenn ich dann mal von Außerirdischen entführt werde, wo es die Tabletten nicht gibt! Viel zu riskant!
kaltmamsell - 8. Apr, 08:49

Jessas! Bitte passen Sie auf sich auf - wenn's das Wetter schon nicht tut.

keinekrabbe - 21. Apr, 11:32

Ihre Antihistamin-Ernährungsempfehlungen decken sich weitgehend mit denen des Ayurveda für ein gesundes und langes Leben für Jedermann. Tamasische Lebensmittel, d. h. Konserviertes, Gammeliges oder Aufgewärmtes, enthalten nur wenig Lebenskraft, belasten die Verdauung und beschleunigen den Alterungsprozess des Körpers. Sogar Brot, in unseren Breiten eines der Hauptnahrungmittel, fällt leider darunter.
Als Einstieg ins Thema vielleicht mal hier:
http://www.ayurveda-journal.de/
schauen. Die ayurvedische Küche ist im übrigen äußerst wohlschmeckend, raffiniert und sehr bekömmlich.

g a g a - 21. Apr, 16:48

Tamasisch... wieder was gelernt. Früher gab es in meinem engeren persönlichen Umfeld ein paar Menschen, die sich vom ayurvedischen Weltbild stark angezogen fühlten. Ich höre immer interessiert zu, wenn jemand die Errungenschaften anderer Kulturen ausprobiert und Erfahrung damit weitergibt. Ich bin da auch recht experimentierfreudig, allerdings ohne gleich das komplette Sammelsurium der jeweiligen Kultur, die ja auch immer Dogmen beinhaltet, anzunehmen. Man sollte einfach alles mal ausprobieren. Leider habe ich in kulinarischer Hinsicht mit der traditionellen indischen Küche (egal auf welchem Gourmet-Level) die Erfahrung gemacht, dass mir durchgängig der Biss fehlt, alles ein bißchen zu versuppt und breiig, oft in undefinierbaren Soßen ertränkt. Eine rein ayurvedische Mahlzeit habe ich noch nicht genossen. Aber das mit dem Frische-Aspekt erscheint mir auch ohne Ayurveda-Tradition, aus rein biochemischer Perspektive nachvollziehbar. Leichengift gehört nicht ins Essen! Okay, das ist jetzt etwas überspitzt. Und Getreide ist ja auch uralter Kram, davon habe ich mich vor drei Jahren komplett verabschiedet. Seitdem nie mehr Asthma und Heuschnupfen gehabt, vorher viele Jahrzehnte mit Spray in der Tasche herumgelaufen. Die eine Freundin, die sich sehr intensiv mit Ayurveda beschäftigt hatte, hat das mit dem Frische-Aspekt nie erwähnt, es war immer nur die Rede von den vier verschiedenen Typen und was da ernährungsmäßig empfehlenswert wäre. Habe wieder vergessen welche Sorte Typ ich war. Solche Schubladen sind mir auch ein bißchen zu einschränkend. Jedenfalls kam irgendwie wohl raus, dass ich der Typ bin der scharf essen kann und auch Fleisch glaube ich. Scharf und Fleisch esse ich ausgesprochen gerne, wenn auch seltener als früher, weil ich den Umstand scheue, Fleisch aus artgerechter Haltung zu besorgen und in Restaurants will man auch nicht gerne nachfragen. Wie auch immer: danke für diese Einlassung!
keinekrabbe - 21. Apr, 17:17

Satva, Rajas und Tamas

Obwohl Getreide nun wieder ausgesprochen sattvisch ist, Freude auslösend, leicht und erheiternd mit viel Vitamin B für die Nerven, z. B als Grießbrei mit wärmenden Gewürzen, Rosinen und (geklärter) Butter. Im Brot ist das Korn haltbar gemacht und dann noch mit all diesen bösen Zusätzen. Das andere Wort ist rajasisch, dem Feuerelement gleich, dient zum Hitze erzeugen in der kalten Jahreszeit und zum Erzeugen von Verdauungsfeuer.

Das andere sind die drei Doshas, die Konstitutionstypen, Vata, Pitta, Kapha, auch diese Klassen nicht wirklich einschränkend, sondern eher gesundheitsfördernd, wenn man sich mal eine zeitlang drauf einlässt. Die indische Küche ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit der ayurvedischen, gerade das scharfe Essen beim Inder ist für Pitta-Typen verheerend.

Ich will jetzt aber nicht allzu sehr schlaumeiern, ich fand es nur, trotz Ihrer dramatischen Geschichte, bemerkenswert, dass wissenschaftliche Erkenntnisse sich im Jahrtausende alten Ayurveda wiederfinden, und bin froh, dass es Ihnen besser geht.
g a g a - 21. Apr, 17:30

Ja danke, geht prima! Die Antihistamin-Tabletten und die Cortison-Salbe hab ich nur sieben Tage genommen, jetzt fast zwei Wochen komplett clean und alles heil, dank Schonkost. Das Essen beim Inder war mir eigentlich immer zu Currylastig und doch nicht scharf genug. Da fehlt eindeutig der Pfeffer und das Chili und auch interessante Kräuter. Nicht raffiniert genug gewürzt. Mir fehlt weder Brot noch Kuchen noch Nudeln noch Griesbrei, das Zeug hat mich auch irgendwie müde und träge gemacht, so bin ich viel wacher. Muss jeder selber ausprobieren. Asthmaanfälle braucht man wie einen Kropf, und wenn es so leicht ist, die Beschwerden auszuschalten, ohne jemals wieder Medikamente zu brauchen, ist das immer die erste Wahl für mich. Auch kein Gefühl von Verzicht. Gesundheit ohne Tabletten und so weiter ist das größte Gefühl von Luxus überhaupt.
zuckerwattewolkenmond - 24. Apr, 10:06

Ich laboriere

zur Zeit auch dauernd an Unverträglichkeiten herum, vermutlich ebenfalls durch das veränderte hormonelle Milieu. Zuerst habe ich alles dem gekauften Brot zugeschrieben. Da ich aber nicht auf Sonntagsbrötchen verzichten will, backe ich jetzt selbst. Auch Kuchen wird jetzt selbst gebacken, Nudeln nehme ich nur noch in der Dinkel-Variante. Mir scheint das schon zu helfen und ich habe die Probleme immer auf die vielen ungekennzeichneten Backhilfsstoffe geschoben. In den letzten Monaten bekam ich aber seltsame Probleme mit Hautempfindlichkeiten, sehr offensichtlich mit Käse, bei welchen ich schließlich ebenso auf die Histamin-Intoleranz stieß. Zum Glück stehen Thunfisch, Alkohol und Kaffee bei mir generell nicht auf dem Speiseplan. Aber auf Käse, Schokolade und Tomaten zu verzichten, ist schon schwierig und mache ich nicht hundertprozentig. Davon, daß man nichts Aufgewärmtes essen soll, habe ich allerdings bisher noch nichts gehört. Ich mache mir gerne mal einen großen Pott Gemüseeintopf und esse drei Tage davon oder friere etwas ein.
g a g a - 24. Apr, 12:17

Nicht alle Käsesorten haben hohe Histaminwerte, nur die sehr reifen, wie alter Gouda Parmesan etc. Junger Gouda oder Butterkäse oder Mozzarella und Frischkäsesorten haben relativ niedrige Histaminwerte. Der Wert steigt mit dem Reifeprozess. Frisch Gekochtes sofort einzufrieren, dann wieder aufzutauen und sofort zu erhitzen und zu verzehren ist unbedenklich(er) als am nächsten oder gar übernächsten Tag aufzuwärmen. Das Zeug rottet vor sich hin, auch wenn es oft kurz vorm Einsetzen der Gär- und Fäulnisprozesse ein besonders delikates Aroma erreicht. Am zweiten Tag schmecken die Sachen meist am besten, aber die Histaminwerte wachsen stetig. Thunfisch wäre völlig unheikel, wenn man direkt an der pazifischen Küste leben würde und den fangfrischen Fisch kurz nach dem Exitus auf dem Teller hätte, aber das ist ja nicht machbar. Das Problem ist nicht die Fischsorte, sondern der Frischgrad. Es gibt irgendwo im Netz Tabellen, wo man ablesen, kann wie der Wert von Unbedenklichkeit bei absoluter Frische über heikel bis hochbrisant stündlich ansteigt, gilt natürlich auch nach dem Auftauen von zunächst Unbedenklichem fangfrisch tiefgefrorenem Fisch. Also ist die Parole turboschnelle Verarbeitung und Verzehr. Ich habe ziemlich viel tiefgefrorenen Pazifik-Wildlachs in den letzten drei Wochen gegessen, immer nur ein überschaubares Filet im Turboverfahren aufgetaut und verarbeitet und gegessen. Zwischen tiefgefroren über zubereiten und essen ist nie mehr als eine Stunde verstrichen. Eher weniger. Ich habe keine Beschwerden mehr gehabt, bislang.

Übrigens auch neue interessante Erkenntnis in dem Zusammenhang: der Körper produziert selbst Histamin, bei starker Erhitzung durch Sport, immer wenn man sich körperlich echauffiert. Als mein Leiden im schlimmsten Stadium war, hatte ich gerade eine sehr schweißtreibende Wohnungs-Frühjahrsputzaktion hinter mir, für die ich mich mit Bergen Dosen-Thunfischsalat mit Dosen-Kidneybohnen, Cashews, Emmentaler (sehr reifer Käse), Rotwein und Schokolade belohnt habe. Da ich sonst keinerlei Sport treibe, mich also nie körperlich echauffiere, hat die Aktion voll ins Schwarze getroffen.
arboretum - 24. Apr, 12:57

Womit eindeutig bewiesen wäre, dass Königinnen nicht selbst putzen sollten. Aber mit dem Personal ist das heute ja so eine Sache ...
zuckerwattewolkenmond - 24. Apr, 13:01

Wer sagts denn,

Sport ist Mord. Ich mache ja hin- und wieder Sport, weil ich Angst habe, sonst zuhause zu wenig Bewegung zu bekommen und abzubauen. Wirklich interessante Erkenntnisse, auch das mit dem Frischegrad der Nahrung. War mir ganz neu. Werde mich jetzt noch weiter belesen und einen Frühlings-Gemüse-Topf zubereiten. Komisch, daß ich immer im Frühling Heißhunger auf sowas kriege.
g a g a - 24. Apr, 13:13

Frühlingsgemüsetopf ist super. Fr. Dr. Nielsen erlaubt: Wurzelgemüse (Karotten, Radieschen etc.), Paprika, Spargel, alle Sorten Kohl und Salat, Gurken, Zwiebeln, Knoblauch (überhaupt alle Sorten Lauchgemüse) und Broccoli, Blumenkohl, rote Bete, Zucchini, Kürbis, Mais, Pilze, Kräuter, Kartoffeln. Folgende Sorten äußerst sparsam einsetzen oder weglassen: Tomaten, Spinat, Sprossen, Soja, Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen) und Avocado. Total erlaubt: jede Menge gute Butter und Sahne!

Sport an sich ist ja nicht verkehrt, aber die Empfehlung lautet - im Übrigen auch schonender für die Gelenke - alles ganz ruhig anzugehen, also durchaus bewegen, aber nicht turbomäßig bis man hektische Flecken kriegt und klatschnasse Achseln. Also keinesfalls Bikram-Yoga. Gemütlich lange Spazierengehen, ein wenig Tretbootfahren. Ab und zu ein langsamer Walzer oder ein bißchen Hausfrauenschwimmen. Das erklärt mir auch, wieso manche nach dem Sport so komische rote Flecken oder einen roten Kopf haben, wie andere vom Sekttrinken! Derselbe Wirkstoff! Viel Wasser trinken soll auch helfen, falls man sich mal aus Versehen doch übertrieben schnell bewegt haben sollte. Gilt wiederum auch bei verstärktem Alkoholkonsum. Faszinierende Parallelen, plötzlich kann man sich so einiges erklären. Histamin ist wasserlöslich. Heißt aber leider nicht, dass es sich aus den histaminhaltigen Sachen vor dem Verzehr rausspülen lässt. Eine Wissenschaft!
zuckerwattewolkenmond - 24. Apr, 13:26

Cool,

gestern gab es bei mir Avocadoschaumsuppe. Auf Avocado könnte ich ja noch verzichten, aber nicht auf Tomaten, niemals (wenn auch nicht im Gemüsetopf).
Bei Wechseljahreshitzewallungen bekommt man übrigens auch einen roten Kopf. Ich frage mich, wie Histamin wohl mit dem Temperaturregulationszentrum zusammenhängt. Da ist noch viel Raum für ausufernde Forschungen.
g a g a - 24. Apr, 13:30

Das hängt alles zusammen! Möglicherweise kann man Hitzewallungen durch Schonkost unterbinden! Ich forsche weiter! Am eigenen Leib versteht sich. Noch hatte ich keine Hitzewallung, ich friere insgesamt eher, als dass ich anfange zu schwitzen, aber langsam komme auch ich in das Alter. Alle Frauen haben das ja auch nicht. Meine Zahnärztin hatte neulich mitten in meiner Behandlung eine Wallung! Das muss schlimm sein. Sie musste die Behandlung kurz unterbrechen, hat nach Luft geschnappt und das Fenster aufgerissen. Puh!
g a g a - 24. Apr, 13:52

P.S.: Das Tomaten-Schokoladen-Dilemma habe ich natürlich auch. Weniger in Sachen frische Tomaten, sondern wegen Tomatenmark, das ich häufig zum Verfeinern benutzt habe, in großen Mengen sogar. Ich versuche da jetzt in Sachen Aroma ein bißchen mehr mit roter Paprika zu arbeiten.

Und in Sachen Schokolade lautet der teuflische Plan wie folgt: wenn ich es hinkriege, die Hauptmahlzeiten weitgehend mit Niedrigst-Histamin-Werten hinzubasteln, viel Wasser oder den etwas harmloseren grünen Tee trinke, mich selbstverständlich so gut wie nie köperlich echauffiere, ist mein Histamin-Gesamtlevel so schön niedrig, dass ich mir durchaus ein Stückchen Schokolade und ein Gläschen erlauben darf, weil Schokolade ja angeblich nur geringfügig histaminhaltig ist, aber die gewissen Glücksstoffe im Kakao den Histamin-Abbau blockieren (selbiges gilt für reinen Alkohol)! Also müsste es doch gar kein so großes Problem sein, wenn es kein großartiges Histaminlevel abzubauen gibt!
zuckerwattewolkenmond - 24. Apr, 19:42

P.S.:

Ich habe im letzten Jahr eine Kur mit Reishi-Extrakt gemacht, einem Vitalpilz, und hatte in dieser Zeit viel weniger Probleme, weshalb mir das wohl nun besonders auffällt. Vorhin habe ich beim Stöbern im Net gelesen, daß Reishi die Histaminproduktion des Körpers drosselt, was ich sofort glaube, da es meine unterschiedlichen Befindlichkeiten erklärt. Werde mir deshalb bald wieder Reishi-Extrakt besorgen und zu mir nehmen.
g a g a - 24. Apr, 20:17

Aha! Nicht uninteressant für meine Forschungsarbeit!

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