14. Juli 2012







Ach Charlottenburg. Nach meinen dauernden Mitte-Liebeserklärungen ist heute Charlottenburg dran. Es gibt eigentlich keine Alternative zu Charlottenburg. Ich meine den sehr begrenzten Radius, der sich im engeren Sinn zwischen Fasanen- und Meinekestraße abspielt. Einmal vom Ku'damm aus die eine oder andere lang gehen und demütig annehmen, dass solche Hauseingänge eben nur hier anzutreffen sind. Da stimmt einfach alles. Und wenn man dann auch noch das Glück hat, eine offene Tür zu finden, wo man auch noch herzlich eingeladen ist, kann man aufhören, sich zu bemitleiden. Aber ernsthaft. Ein Dachgeschoss in so einem schmucken Haus könnte mich fast abtrünnig werden lassen. Als ich mich im Hof mit anderen Gästen der Feier unterhielt, wurde auch ein bißchen geunkt "Die kommen alle wieder zurück." Damit sind sind die abtrünnigen ehemaligen Westberliner gemeint, die sich auf in den wilden Osten gemacht haben. Aber ich bin ja seinerzeit nicht vor einer herrschaftlichen Zimmerflucht im feinsten Chalottenburg geflüchtet, sondern vor den Wilmersdorfer Witwen. Ich war also gestern tatsächlich unter Menschen. Unter sehr netten Menschen. Vor einer Woche flatterte eine launige Mail mit einer Einladung in die Meinekestraße in mein Postfach. Insofern launig, weil es keine mit Textbaustein generierte Einladung des Galeristen war, sondern zwei Sätze wie von einem Barhocker gepostet. Er säße gerade mit Jan zusammen und sie würden sich über mich unterhalten, nur Gutes! So so. Und ob ich nicht Lust hätte, auch zu kommen. Ich musste schon beim Lesen lachen, weil ich mir lebhaft ausmalen konnte, wie Jan dem Galeristen Manfred Carpentier die wildesten Sachen erzählt. Weiß der Teufel. Aber ich rechne es ihm natürlich hoch an, dass er die frohe Botschaft in die Welt trägt. Ich kannte Manfred Carpentier nur von Jans Portraits, soweit ich mich erinnere. Die Galerie gibt es erst seit zwei Jahren und ist bestimmt eine der schönsten überhaupt. Man ist eigentlich gleich daheim. Das empfinden andere auch so und legen gleich mal die Füße hoch, auf den vollendeten Sitz- und Liegemöbeln. Aufmerksame Leser könnten erkennen, dass ich mein strenges Prinzip der Chronologie der Bilder hier gerade verrate. Ich wollte den Gastgeber nicht zu lange auf die Folter spannen, was die Bilder angeht. Daher. Im Übrigen habe ich ein Glas Rotwein und ein Glas Wasser getrunken. Es hat mir nicht geschadet. Ich praktiziere das jetzt weiter. Ich übe auch gerade daheim. Was auch noch lustig war, fällt mir gerade ein, einige kannte ich ja doch von früher, die haben mich zum Teil gar nicht erkannt. Jedenfalls nicht gleich. Eigentlich unglaublich. Weil ich mich angeblich so verändert habe. Na gut, kann man dauernd das Gefühl haben, man lernt wen Neues kennen. Auch super. So lange es noch Menschen gibt, die ohne Androhung von Genickschuss auf einen zugehen, ist das auch kein Problem für mich. Ich bin ja sowieso immer begeistert, wenn ich von möglichst vielen Unbekannten umgeben bin. Das begeistert mich täglich. Ich laufe dauernd dieselben Wege entlang, fahre mit der S-Bahn dieselbe Strecke und ganz selten kommt mir mal ein Gesicht bekannt vor. Es ist so großartig. Wie verreist. Ich liebe es. Ich liebe Berlin. Ich liebe Mitte. Ich liebe Charlottenburg. Ich liebe Mitte. Ich liebe Charlottenburg. Ich liebe Mitte. Charlottenburg. Mitte. Charlottenburg. Mitte. Charlottenburg. Mitte. Berlin. Berlin. Berlin.

kaltmamsell - 15. Jul, 12:48

Oh, erhelltes Haar! Das ergibt einen deutlichen Unterschied - nicht in der Substanz natürlich, aber im gesamten Zeichensystem des äußeren Selbst.

g a g a - 15. Jul, 13:27

Wenn man dem lieben Gott und der Balkonsonne freie Hand lässt, kommt das dabei heraus. Ich hatte als Kleinkind, also Baby, ganz dunkle Haare, als Kind irgendwie braun und ab Teenie so eine Farbe zwischen Dunkelblond und Hellbraun mit einer Spur Kupfer. So wie Senta Berger ungefähr. In meiner existentialistischen Phase, so mit Achtzehn war Blauschwarz dran und meine Mutter hat mich mit Juliette Gréco verglichen. Mit Neunzehn musste es Silberblond sein wie Heidi Stroh, was ich natürlich unverzüglich in die Tat umgesetzt habe. Das habe ich eine Weile durchgezogen, bis Mitte Zwanzig ungefähr. Dann war irgendwann mal wieder eine Phase Natur dran und im Anschluss ein sattes Kupferrot. Gefolgt von abermals Natur und dann leichter erblondet mit Hilfe so eines Sprays, das die Haare nach Sonneneinwirkung leicht aufhellt. Vor gut zehn Jahren hatte ich die Schnauze voll von harmlos blond und wollte Indianerin spielen. Das hat recht lange angehalten. Ich habe immer so einen Mix aus Schwarz und Dunkelbraun gefärbt. Wie hier zu beobachten war, gab es dann ein paar Streifenhörnchen-Experimente, selbst durchgeführt und nun ist lange nichts mehr in der Richtung passiert, außer Haare waschen! Es ist mal sehr erholsam. Wobei ich nicht auschließen will, dass ich neue Farbexperimente eingehe, wenn mir der Sinn nach Veränderung steht. Interessant auf jeden Fall immer mal den Status quo der Ergrauung zu checken. Ich liebe es ja auch mit der partiellen Ergrauung ein bißchen anzugeben. Das gibt einem eine natürliche Autorität, die man im Grunde gar nicht als verdient bezeichnen kann, haha! Bei mir spielt sich das vor allem im Bereich der Schläfen und in den unteren Haarpartien ab, weniger beim Deckhaar. Auf jeden Fall bin ich gesund und munter und beobachte interessiert, dass hellere Haare immer noch mehr Aufmerksamkeit generieren. Ich habe den Eindruck, dass seither ein höherer Prozentsatz von Autofahrern anhält, wenn ich über die Straße möchte. Ich bedanke mich dann immer mit einem Winken und ein Lächeln kommt zurück. Vielleicht ist es auch der Respekt vor dem Alter, der mir da entgegenschlägt. Nein, Quatsch, das ist natürlich kokett. Ich bin schon noch gut in Schuss für meinen Jahrgang!

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