10. Dezember 2023



Der Vorhang mit Schlafzimmerblick hebt sich nicht. Ein Vollmond erleuchtet die Bühne hinter dem Stoff, inmitten, im Profil, als Schattenriss Marlene. Ratzke erweckt sie mit Erinnerungen zum Leben. Die reife Marlene Dietrich blickt auf ihr Leben zurück. Dann schiebt sich der transparente Vorhang langsam zur rechten Seite.



10. Dezember 2023





Aufnahmen von Lydia. Decke und Bühne des Renaissance Theaters, dem einzigen vollständig erhaltenen Art-déco-Theater Europas. Vicco von Bülow war einer der rührigsten Fürsprecher, dass es unter Denkmalschutz gestellt wird. An den Wänden sind ganz wundervolle Holzintarsien. Ein einzigartiges Schatzkästchen.

10. Dezember 2023



Gestern Abend mit Damen-Begleitung im Renaissance Theater.





09. Dezember 2023

Ich hätte jetzt Appetit auf ein Pfeffersteak mit grünen Bohnen und Pommes Frites. Appetit ist ja immer ein gutes Zeichen. Gestern Abend eine Flasche Bordeaux aufgemacht und mir mit ebenfalls gutem Appetit drei Gläser genehmigt. Das ist insofern erwähnenswert, als ich sonst überwiegend größere Lust auf guten Schaumwein oder Weißwein habe. Aber gestern musste es Rotwein sein. Wobei für mich drei Gläser schon eine große Sache sind. Ich kenne auch den Effekt, dass ich schon nach einem Glas bettschwer bin. So nicht gestern. Zwischendurch gab es immer immer mal ein Stückchen Käse, war schon einiges nach Mitternacht. Nun muss ich mich in Form bringen, um heute Abend im Renaissance Theater zu performen. So eine Aufführung ist ja nicht nur ein Auftritt für die Leute auf der Bühne, sondern auch für das Publikum. Es wird erwartet, dass man kraftvoll klatscht und aufmerksam mitgeht. Auch ein gepflegtes, dem Anlass angemessenes Erscheinungsbild wird - zurecht - von der Umgebung erwartet. Eine gelungene Aufführung und ein gelungener Abend beinhalten den angemessenen Beitrag aller Beteiligten. Ich sehe mich da immer ganz stark in der Pflicht. Meine Begleiterinnen auch. Da gerade vielerorts geschwächelt wird, verneige ich mich vor der Bereitschaft, dennoch nach Kräften im Publikumsrang zu performen. Chapeau, die Damen. Le Ratzke als Marlene ist bestimmt grandios, Weltklasse, wie man es von ihm gewohnt ist. Interessant auch, dass in der Inszenierung Texte von Connie Palmen eingebaut sind, die vermutlich von der namentlich angeführten weiblichen Darstellerin vorgetragen werden. Ich habe wegen eigenem Schwächeln immer noch nicht die vollumfänglich funktionierende Kamera aus dem Atelier geholt, wird wohl heute auch nichts mehr. Ich nehme die Lumix mit dem kaputten Display mit, für stark experimentelle Bühnenfotografie. Wenns nix wird, dann nicht. Aber etwas interessant Verwischtes kommt schon raus. Ich leg mich noch mal hin. Und dann aber: Marlene, wir kommen!

08. Dezember 2023









Die letzte Nacht habe ich in der Paris Bar verbracht. Ich habe dort geschlafen. Unsinn! Das habe ich natürlich nicht gemacht. Wahr ist: gegen neun bin ich aufgewacht. Daheim in meinem Bett und konnte mich an intensive Bilder erinnern. Die Paris Bar der letzten Nacht war eine andere, erweiterte Version der echten Paris Bar. Es gab ähnliches Publikum und erlesenes Interieur, aber die Räume waren viel größer und weiter und verschachtelter. An der rechten Seite war eine offene Wand mit einem Ausblick auf eine sonnenbeschienene mittelalterliche Festung, angeblich die Nürnberger Burg. Obwohl die ganz anders aussieht, in echt. Der verstorbene Michel Würthle war auch da, wenigstens als Geist in den Räumen. Es gab ein Geschäftsführer-Ehepaar, das sehr mondän auftrat. Ich glaube, sie trugen beide Roberto Cavalli und die Inneneinrichtung war etwas verändert. Es gab elegante Sitzgruppen in modernem Design, aber alles war in warmes Licht getaucht, viele Lampen. Auf den Sofas waren Kissen im Stil von Fendi und Versace verteilt. Polierte silberne Aschenbecher hier und da. Auf der linken Seite war der Stil mehr wie in Marrakesch, mit orientalischen Bodenkissen an grob verputzten Wänden. Lydia und ich wollten uns da niederlassen, das sah sehr anheimelnd aus. Als ich mich mit einem Getränk hinsetzte, merkte ich, dass es keine feste Ablage für das Getränk gab. Ein kleines Tischchen oder Tablett wäre gut gewesen. Ich stand wieder auf und entdeckte in mehreren Ecken und Fensternischen hohe Körbe mit allerlei Wohnaccessoires. Da waren silbergerahmte kleine Spiegel und Bilderrahmen zuhauf, manche noch orginalverpackt in Schachteln. Ich zog einen fein ziselierten, rechteckigen Spiegel heraus und nahm ihn mit, um ihn als kleines Tablett in unserer marrokanischen Ecke zu benutzen, darauf würde mein Glas gut stehen. Das Ehepaar nickte zustimmend, dafür wären die Sachen ja auch da.



Szenenwechsel. Lydia hatte mir in der "Paris Bar" von ihrer Wohnungsrenovierung berichtet und zeigte mir nun das Ergebnis. Es handelte sich um das Schlafzimmer. Ein rechteckiger Raum, ungefähr vier Meter breit und sechs Meter lang. Die längeren Seiten des Zimmers waren fensterlos, wir hatten die verglaste schmalere Seite im Rücken. Ganz hinten, vis à vis der Fensterfront mit Balkontür, ging es durch zum Bad. Das große Bett, ungefähr King Size, stand links und hatte einen maigrün gebeizten Bettkasten aus Holz, ganz schlicht. Ich glaube, weißes Bettzeug. Wenn man im Bett lag, schaute man auf eine große Schrankwand, die fast die ganze Länge der rechten Wand einnahm. An der Schrankwand hatte die große Renovierung stattgefunden. Die ganze geschlossene Front des Schranks war mit sehr vielen, gleichgroßen Klapptüren unterteilt, jede im Format von ca. 50 cm breit und 60 cm hoch. Es gab vom Boden bis unter die Decke vier Reihen, nebeneinander ungefähr zehn bis zwölf Schranktüren. Und hier hatte nun die große Renovierung stattgefunden. Lydia hatte auf jede der Türen ein anderes, sehr kontrastreiches Schwarzweißfoto aufgezogen. Sehr künstlerische Motive, manche verwischt und abstrakt, es wirkte auf den ersten Blick fast wie schwarzweißes Kuhfellmuster, aber es waren tolle Fotos, wie eine Galerie. Ich war wirklich beeindruckt, das war sehr gelungen und ich gratulierte Lydia zu dieser Styling-Idee. Dann bin ich aufgewacht und habe mich gefreut, das ich mich endlich mal wieder an einen Traum erinnern kann. Ich habe dann später in meinem Fotoarchiv nach Bildern von verschiedenen Bars und Räumen gesucht, die mich an die erinnerten Bilder der geträumten, zweiten Paris-Bar erinnern, atmosphärisch, aber auch sonst. Ich habe einiges gefunden. Bitte sehr, hier zu sehen. Alles Bilder von Bars und Räumen der vergangenen beiden Jahrzehnte in Berlin.

















07. Dezember 2023



Winter in Nordvorpommern, Jahreswechsel Ende Dezember 2005.



06. Dezember 2023







Gaga-Davina Hamilton. Wer meiner lieben Freunde erinnert sich noch an "Bilitis" und "Zärtliche Cousinen" von Herrn Hamilton? Mein alter Fotoapparat anscheinend sehr gut. Herrlich weichgezeichnete, unwägbare Aufnahmen sind meiner alten Lumix hier gelungen. Das ist die Kamera, wo das Display hinüber ist, also Null Bildkontrolle bei Selbstportraits. Ich habe mich aber dunkel erinnert, wo man ungefähr beim Objektiv hinschauen muss, um nicht total außer dem Fokus zu liegen. Der Rest kompletter Blindflug. Habe vorher nicht auf die Einstellungen geachtet. Das ist vermutlich das Auswahlprogramm, mit dem Katja Flint ihre verwischten Fotos macht. Falls ich mal in die Richtung gehen möchte, nehme ich den alten Apparat und die Einstellung. Hat ja auch was Träumerisches. Harte, porentief scharfe Bildqualität bei Gesichtern gefällt mir schon bei HD-Fernsehen überhaupt nicht.



Ich weiß gar nicht, ob ich 1977 tatsächlich Bilitis gesehen habe, ich denke eher nicht, sondern nur jede Menge Skandal-Berichterstattung über dieses sehr softe Erotikfilmwerk von David Hamilton. Ich war 1977 ja erst zwölf, da hätte ich gar nicht reingedurft, in so einen Film. Aber die Bravo war voll davon, die weichgezeichneten Bilder waren in vielen Zeitschriften zu sehen (wohl zur Abschreckung), da es als skandalös galt, dass junge, geschlechtsreife, aber eventuell noch nicht ganz volljährige Frauen zärtliche Spielchen ohne Damenoberbekleidung machen, und das auch noch im Kino gezeigt wird, UND ein Riesen-Erfolg ist. Ich kann mich erinnern, dass der erste Film von Hamilton schon stilbildend war, dieses verträumt-romantische, verschleierte lachsrosa Setting regte die Phantasie stylingmäßig an. Ich drapierte in meinem Mädchenzimmer unterm Dach alte, geklöppelte weiße Spitzentischdecken von Oma als Überwürfe auf einer Spielwiese mit vielen weißen und rosa Kissen, vor dem Fenster auch irgendwas Verschleiertes. Halbdurchsichtige Folklore-Blusen aus Baumwollkrepp mit Häkelspitze am Ausschnitt und gebauschten oder Trompetenärmeln waren überaus beliebt.



Da saß ich dann mit meinen Freundinnen und wir tranken Tee und zündeten die ersten Räucherstäbchen an. Usw. usf. Auf die erblühenden Lippen kam Mandarinen-Lipgloss. Erste Übungen mit Kajalstift wurden ausgeführt. Ein Jahr nach Erscheinen des Films, 1978, brachte Cacharel das pudrig-blumige Parfum Cacharel Anaïs Anaïs raus, es schien direkt aus dem Film zu kommen, das musste ich haben. Die Zeitschriften-Reklameseiten waren ja so schön. Ein floraler Traum in Rosa und Jugendstilanmutung. Ich muss mal wieder in einer Parfümerie daran schnuppern. Die Original-Komposition wurde wohl etwas verändert, mal sehen, ob sich dennoch ein déjà-vu einstellt. So viel Erinnerung hat mir meine kaputte Kamera beschert. Ich geh die Tage mal wieder zu Douglas.

06. Dezember 2023

Bin am Start. Der Rohrreiniger kann kommen. Angenehm wäre mir recht bald, da ich die Herausforderung gemeistert habe, ab 7 Uhr (... "- 15 Uhr") zur Verfügung zu stehen. Ich warte! Ungewohnt, im Lampenschein in aller Herrgottsfrüh einen Eintrag zu schreiben. Fühlt sich mehr an wie 19:25 Uhr. Gut, dass ich bei der Firma noch mal nachgefragt habe, wie das zu verstehen sei, dass in dem Zeitraum keinesfalls Abwasser abgelassen werden darf. Dachte, ich darf von 7 - 15 Uhr die Klospülung nicht betätigen. Geht aber wohl nur um den Küchenstrang. Soll auf allen Etagen durchgeputzt werden. Wohlan.

Ich habe vor einigen Jahren schon einmal höchstpersönlich mit hilfreicher Unterstützung von einem youtube tutorial den Siphon ausgebaut und einen neuen vom Baumarkt angeschraubt. Ist schon eine Sauerei, aber ich blicke jetzt ein bißchen durch. In meinen Abflüssen gibt es überall diese kleinen, verchromten - wie heißt das? Abflusseinsätze (? edit: Abfluss-Siebe) damit keine Krümel mit Essensresten etc. vom Abwasch in den Abfluss rutschen. Da bin ich pingelig. Vor vielen Jahren hatte ich auf irgendeiner Frag Mutti-Seite mal aufgeschnappt, dass Kaffeesatz gut für den Abfluss sei, also immer rein damit! Von wegen! Bloß nicht. So hatte ich mir eine schöne Kaffeesatzkruste im Siphon zugezogen. Wird betonhart.

Ich habe gerade Stimmen gehört, zur Tür gegangen. Da waren die beiden Herren Rohrreiniger. Gut, dass wir gesprochen haben. Sie müssen bei mir gar nicht ran. Das wird alles auf anderen Etagen und im Keller gemacht, ich muss nur für den worst case da sein, "falls was bei Ihnen rauskommt!" Na, hoffentlich nicht. Fünfzehn Uhr ist worst case, sagen sie und dass sie sich auch wieder abmelden, wenn alles erledigt ist. Macht doch einen sehr professionellen Eindruck.

05. Dezember 2023

kb

04. Dezember 2023

Vokabelheft:
"Filibuster" / "filibustern" / "filibusterig"

Wikipedia:
"Als Filibuster (vom spanischen „Filibustero“: "Freibeuter") wird die Taktik einer Minderheit in einem Parlament bezeichnet, durch Dauerreden oder die bloße Androhung von Dauerreden eine Beschlussfassung durch die Mehrheit zu verhindern oder zu verzögern. Dabei wird hinter den Kulissen meist zugleich versucht, Überzeugungsarbeit bei einzelnen Abgeordneten der Mehrheitsfraktion gegen den Beschluss zu leisten. Der Filibuster ist kein neues Phänomen, sondern geht auf die römische Tradition der Ermüdungsrede zurück.

Im deutschen Sprachraum ist der verallgemeinerte Begriff der Filibusterei eingesickert, der jede zermürbende Abstimmungstaktik bezeichnet. Auch im englischen Sprachraum gibt es diese Verallgemeinerung („filibustering“). Nahezu alle demokratischen Systeme kennen geschichtlich eine Form der Filibusterei, auch wenn die Redezeit im Parlament begrenzt ist, etwa durch Anträge zur Tagesordnung, Anfragen zur Klärung einzelner Punkte und Nutzung von verlängerten Pausen."


Bei Max Frisch, "Mein Name sei Gantenbein", Seite 332, Suhrkamp 1964:

"Vor allem jetzt, als der Diener hinausgeht, muß Gantenbein einfach reden, bis der Käse kommt. Worüber? Über Kommunismus und Antikommunismus, ein Thema, das jedenfalls, wo immer man stehe, keine Widerrede erheischt, da die Widerrede ja bekannt ist und eben widerlegt wird. Dabei rede ich nicht pausenlos, nicht ohne ab und zu ein Grissini zu knicken oder einen Schluck zu trinken, nicht filibusterig, aber so lapidar-überzeugt, daß das Schweigen der Contessa nicht unbegreiflich erscheint."

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