16. Juli 2026

Bildtitel: "Zwei-Iphone-Lady". Sie hatte mich durch Ihre Sonnenbrille im Blick, obwohl ich Ihre Pupillen nicht sehen konnte. Ich spürte es, dass Sie mich ein wenig taxierte, so wie ich sie ebenfalls. Sie schmunzelte mit Sympathie. Vermutlich hatte ich wieder einen meiner Sommerhüte auf. Als sie nach dem Smartphone in der großen Reisetasche griff, sah ich erst, dass sie bereits ein Iphone in der anderen Hand hatte. Also doppelte Buchführung in Sachen Kommunikation. Bzw. hübsch getrennte Kommunikationskanäle. Ich überlegte eine Weile, an wen sie mich erinnert. Kurz vorm Aussteigen fiel mir die Autorin und Moderatorin Thea Dorn ein. Genau die gleichen Gesichtszüge und dieser gewisse amüsierte Zug um den Mund, der offenbart, dass sie sich mehr denkt, als sie sagt, die Schärfe ihrer wahren Gedankenurteile zurückhält. Nicht Schärfe im Sinne von "messerscharfer Verstand", eher Schärfe in Richtung scharfe Formulierungen, die auch ein bisschen weh tun könnten, so sie ihren Mund verlassen würden, der wie ein Zaun verhindert, dass es geschieht, denn sie hat gelernt, sich zu benehmen. Zu Hause angekommen, googelte ich dann tatsächlich neugierig, welche Frisur Thea Dorn aktuell hat. Die S-Bahn-Iphone-Lady war rötlich gefärbt. Auf allen aktuelleren Fotos und auch in den letzten beiden Sendungen des Literarischen Quartetts hat sie eher dunkelbraune Haare in Schulterlänge. Entweder hat sie erst seit wenigen Wochen wieder rötlich getönte, kürzere Haare oder sie war es einfach nicht. Ich tippe auf Doppelgängerin, weil die aktuelle Thea Dorn nicht der Typ für Frisurenexperimente zu sein scheint, die über unterschiedlich gebundene oder geflochtene Pferdeschwänze hinausgehen. Auch spricht dagegen, dass meine zwei-Iphone-S-Bahn-Lady eine zweifach geschlungene, kostspielig wirkende Perlenkette mit goldenem Anhänger trug. Bei der Bildersuche konnte ich kein Foto finden, wo Thea Dorn irgendeine Halskette oder sonstigen Schmuck anhat. Ich bin angetan, wie adäquat ich die Wirkung der Szene hinbekommen habe. Wie in Fleisch und Blut sitzt sie da vor mir, die zwei-Iphone-Lady, deren Indentität wohl nie gelüftet wird.
g a g a - 16. Juli 2026, 18:57


16. Juli 2026 um 23:28
Ist nicht der Körper etwas zu klein geraten?
Gaga Nielsen
17. Juli 2026 um 0:15
Das ist eine grundsätzliche Vorliebe von Gemini einerseits – andererseits fallen mir immer wieder Menschen auf, Frauen noch mehr, die einen sehr präsenten Schädel haben, der beinah überdimensioniert in Relation zum übrigen Körper wirkt. Z. B. die tatsächliche Thea Dorn ist so ein Typus :-)
Den Kopf etwas zu verkleinern, habe ich Gemini und Leonardo als Aufgabe vorgelegt. Das Ergebnis erschien unverändert, dann ließ ich es dabei. Ich bin ja schon dauernd am Kritisieren und Ändern. Wenn ich kein Gehör finde, lass ich es mitunter auch so. So viel Lebenszeit will ich auch nicht mit Größenmodifikationen verplempern. Alle AIs haben Schwierigkeiten, in kleinen Schritten Größenänderungen vorzunehmen, egal ob Körperteile, Haarlängen, Kopfgrößen… whatever. Man lernt sich so langsam kennen. Ich brüte natürlich dann darüber, wie ich das künftig überlisten kann. Ich kriege das noch raus!
Aber wenn ich meine Iphone-Frau abemals anschaue, stelle ich fest, sie hatte einen ungeheuer dominanten Kopf. Ein atmosphärisches Erinnerungsbild muss ja nicht die Maßstäbe einer Fotografie erfüllen. Die Frage ist eher, wohin soll der magnetisierte Blick gelenkt werden.