09. Juli 2026



Heute Bussard & Kuckuck. Die untere, karamellfarbene Feder ist von einem Kuckuck, sie war schon am Hut, den ich gegen Ende des letzten Jahrhunderts im Souvenirgeschäft auf Schloss Neuschwanstein erstanden habe. Die oberen beiden Federn sind von mir persönlich im Wald aufgeklaubte Bussardfedern. Heute volles Hut-Programm! Dass ich jetzt erst dahinter komme, dass so ein Hut auch gut vor Nieselregen schützt. Gegen Nachmittag wurde der Tag aber sehr schön und himmelblau. Auf Schloss Neuschwanstein war ich glaube ich mit einer damaligen Freundin, die in Kempten studierte. Sehe gerade, von Kempten nach Neuschwanstein sind es nur 37 Minuten Autofahrt. Am meisten hat mich die Aussicht aus den Fenstern vom Schloss beeindruckt, die sich König Ludwig gezaubert hat. Majestätisch, beinah unwirklich. Außerdem war ich als Kind noch mit meinen Eltern in Linderhof und Herrenchiemsee. Schwer beeindruckt hat mich als Kind der Maurische Kiosk im Park von Schloss Linderhof. Ein Teehaus mit prunkvollem Pfauenthron. Als Andenken habe ich eine Foto-Zieharmonika bekommen, mit den schönsten Fotos vom Schloss.





08. Juli 2026

Oft, ja streng genommen IMMER habe ich sämtliche Lampen in meinen Wohnungen selbst angeschlossen, aber so ein Scheiß-Gefrickel wie gerade eben hatte ich noch nie. Der Wandstrahler im Bad war hinüber, neuen bestellt, der hat eine ganz, ganz filigrane Lüsterklemme mit ganz zarten Drähtchen auf der Anschluss-Seite des Strahlers, aber was da bei mir aus der Wand kommt, sind ganz störrische, dicke Kabel, die sich mitnichten in die Vorrichtung biegen ließen. Wenn man nicht genau hinguckt, bemerkt man es nicht, dass das alles quick und dirty zusammengeschraubt ist, aber Hauptsache Licht und kein komisches Sirren. Ok. Wer weiß, wie oft ich noch Lampen anschließe. Eigentlich auch bemerkenswert, dass mir das in meinem gesamten Leben noch nie ein motivierter Mann angeboten hat, hier etwas unterstützend tätig zu werden. Ist ja kein Hexenwerk, auch habe ich schon mehrfach den Siphon unter der Küchenspüle abgeschraubt und erneuert. Aber Spaß macht mir das nicht! Ich erhole mich jetzt mit einem schönen (oder vielleicht auch nicht so schönen) Film aus der guten alten Zeit.

08. Juli 2026









PARKDECK. Ungefähr zweimal im Jahr bin ich in diesem unterirdischen Parkhaus und jedes Mal fasziniert, dass es mich fasziniert. Ich habe kein Auto, das ich da parke. Auf diesem Deck im 2. Untergeschoss ist ein Archiv, zu dem ich Zugang habe. Gestern Nachmittag war ich wieder da. Mich begeistern die groß aufgemalten Buchstaben an den Wänden: "LIFT" und "AUSFAHRT" und viele vierstellige Zahlen. Das sind wohl Parkplatz-Nummern. Ich kenne mich da überhaupt nicht aus. Gestern gab es kleine Ölpfützen auf dem Boden, mit interessanten Mustern, die hätte ich fast auch noch fotografiert, aber ich wollte es nicht übertreiben. Manche gehen da nicht gerne alleine hin, ich schon, ich liebe es geradezu. So eine richtige Krimi-Location. Angst hatte ich noch nie, es ist von Kameras überwacht. Als ich das letzte Mal dort war, habe ich die SUVs durchgezählt. Es waren 32 Stück. Mehr als die kleineren Autos. Wie Panzer! Diesmal stand da nur ein unscheinbareres, weißes Auto. Weil Installationsarbeiten von Rauchmeldern gemacht wurden, war das ganze Parkdeck vorübergehend gesperrt - aber nicht für mich, um durchzulaufen. Ich wollte schon immer mal Fotos dort machen. Nun geschehen...!





07. Juli 2026



Kurioses Déjà-vu heute an genau derselben Stelle am Hackeschen Markt, wie am 24. Juni. Wieder läuft eine junge Frau vor mir auf dem Gehweg, ähnliche Frisur, ähnliche Statur, aber eine andere Person. Wetterbedingt (es war regnerisch und eher kühl vorhin) ist sie alles andere als leicht bekleidet, sie trägt einen leichten Kurzmantel und eine lange Hose, Blickfang ist ihr Rucksack mit der Aufschrift "Antrag abgelehnt". Ich konnte nicht umhin an ihren heimlichen Zwilling zu denken, die Passantin an dem heißen Tag, die sehr wenig anhatte, was durchaus auch lasziv wirkte. Die junge Frau von heute war wie ein Gegenentwurf zu ihr gekleidet, maximal bedeckt und kein bisschen figurbetont, brav und bieder. Ein Outfit, das nur sehr um die Ecke gedacht, erotische Assoziationen auslösen dürfte. Die Aufschrift auf ihrem Rucksack schien mir wie die Antwort auf eine potenzielle Annäherung: "Antrag abgelehnt". Als hätte sich eine höhere Wesenheit, die mich dazu bringen wollte, schon wieder ein Bild zu zaubern, einen Scherz erlaubt und mich zu dieser Replik auf das "leichte Mädchen" von neulich, provozieren wollen. Ich muss daher zum Vergleich die leichtbekleidete Dame noch einmal präsentieren, dieser konträre, aufeinanderfolgende Eindruck ist einfach kurios.



An dieser Stelle scheint es mir passend zu erwähnen, dass ich die Figuren mit sehr viel Bedacht anlege, en detail beschreibe. Wenn eine Figur an bestimmten Stellen kurvig ist, wie beispielsweise die junge Frau neulich, die ich von hinten am Lampengeschäft vorbeigehen sah, mit der hellen Hose, die den Hintern zum absoluten Blickfang machte, ist das vor allem meine dezidierte, explizite Vorgabe. Tatsächlich musste ich an diesem schönen Popo ganz schön herumdoktern, weil er mir wiederholt nicht sexy genug war, mindestens viermal musste nachgebessert werden, ich wurde schon pampig, weil mir der Hintern zu wenig Sex Appeal hatte, das ging dann so weit, dass ich nicht mehr von Hintern oder Popo sprach, sondern leicht ausfällig wurde à la: "den ARSCH dicker!" Denn von Hause aus hat Gemini keine prominent hervorragende Darstellung dieser Körperpartie angeboten. Das erwähne ich, weil mir meine liebe Freundin Ina neulich im Terzo Mondo spiegelte, sie habe den Eindruck, dass "die KI" mit klischeehaften Stereotypen und Überzeichnungen arbeitet und nannte als Beispiel den Hintern der Frau mit der weißen Hose. Das fand ich sehr lustig! Der Hintern WAR so, nicht weil eine KI oder ich überzeichnete Klischees im Kopf haben, sondern weil dieser wirklich schöne Hintern mit seinem rhythmischen Gewackel ein belebender, ja schöner Anblick war! Ich musste diesen Teil der Schöpfung angemessen würdigen.

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