13. März 2026



Jan in Bewegung - immer. Das Gegenteil davon wäre schlimmer.

13. März 2026



Das war das. Eisen, Milchglas, Blattgold. 50 x 50 cm, 10.01.2025

13. März 2026





Da ist wohl die innere Veruschka mit mir durchgegangen. Selten, dass ich mich derart für Fotos exponiere. Serie von Chris Bellevue.

13. März 2026







Vier Wochen her. Bilder am alten Bodengitter bei Sevenstar, das ich aus einer Laune, vor allem an den Segmenten mit den Löchern, 2025 im Januar mit Blattgold veredelt hatte. Fotos: Chris Bellevue.

12. März 2026

Neue Lektüre begonnen. Bodo Kirchhoffs im Januar erschienenes Werk "Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt". Wusste nicht, dass das Buch existiert, bis ich vor einigen Tagen Ausschau hielt, ob er etwas Neues veröffentlicht hat. Und siehe da. Ich mag seine Intensität, den Ton. Das äußere Setting, der Schauplatz (Mumbay), interessiert mich weniger, aber die zuverlässige Offenbarung von Innenwelten der Liebe, Gedanken voller diskreter Intimität, Stichworte, die er meiner Phantasie gibt.

11. März 2026





Damit schließe ich meine Berichterstattung über Vergangenes und Gegenwärtiges. Aber nur das von Monika Mann. Meines werde ich hier weiterhin fortlaufend behandeln. Übrigens ist mein Interesse an Erstausgaben, vor allem aus den Fünfziger, Sechziger und Siebziger Jahren, nicht vom Sammlerwert im Hinblick auf "selten angeboten" und "gut wiederverkäuflich" motiviert. Ich habe eine Sehnsucht nach den alten Materialien, der Ästhetik, Schönheit der Buchbindung und Einbandgestaltung, die als Gesamtkunstwerk im Einvernehmen mit den Autoren zur Veröffentlichung erhoben wurde. Die erste Ausgabe wurzelt geistig und auch materiell in der Zeit des Entstehens und mich weht er dann noch mehr an, dieser Spirit. Er berührt mich, jener Flaschengeist. Und das liebe ich sehr.

11. März 2026



Bei dieser Passage, insbesondere auf der unteren linken Halbseite, verfasst von Monika Mann 1955, New York erinnernd, dachte ich, wie austauschbar, wie ähnlich die Gegebenheiten doch sind. Beim Lesen hatte ich die heutige, mich zunehmend befremdende Club- und Partykultur vor dem inneren Auge. Nahezu identisch (nur ohne den erwähnten Televisionsapparat): "Es sind Gesellschaften, wo viel getrunken und wenig gesprochen wird, (...) wo die Menschen wie auf der Straße herumstehen, wo der Hausherr beständig in er Küche "ice cubes" bereitet und wo man ohne ersichtlichen Grund bis zwei Uhr morgens ausharrt." Monika Mann, "Vergangenes u. Gegenwärtiges", Kindler 1956, S. 142/143.

11. März 2026





Vergilbter Zettel im Buch, die bekritzelte Rückseite eines unausgefüllten Einzahlbelegs für ein Sparkonto bei der Bayerischen Vereinsbank, Zweigstelle Hohenzollernstraße in München (die damalige Filiale wurde aufgelöst, nun ist dort ein Trachtenmodengeschäft). Vielleicht bedeutete die senkrecht laufende Zahl links, "(...) 59", dass es ein Block aus dem Jahr 1959 war. Damals konnte man noch nicht nebenher zur Lektüre im Internet recherechieren, wie ich das heute betreibe. Angenommen, die Vorbesitzerin oder der Vorbesitzer, wobei ich meine eine Frau, hätte einen Brockhaus oder Meyers Konversationslexikon zuhause griffbereit gehabt, wäre da je nach Auflage vielleicht ein Eintrag zu Thomas Mann gewesen, aber inwieweit dieser auch seine Familienangehörigen, also sämtliche Geschwister namentlich umfasst hätte/hat, kann sehr variieren. Die Notiz am Seitenrand, übrigens die umfangreichste, die ich wegradierte, bezog sich auf die Klärung, von wessen Beisetzung auf der Buchseite die Rede ist. Monika Mann spricht von einer Tante, ja Paten-Tante. Da Thomas Mann zwei Schwestern hatte, erläutert die Notiz, dass es sich um Julia Elisabeth Therese, gest. 1927, verheiratete Löhr handelte. Und darunter der Zusatz, halb in Stenographie: "nicht die Schauspielerin Carla, gest. 1910". Da wollte jemand beim Lesen die familiären Verbindungslinien der Manns genau durchdringen.



Der eingelegte Zettel kreist um die Bedeutung des englischen Begriffs aloof (distanziert/reserviert/abgewandt), den Monika Mann auf einer Seite verwendet. Die stenographischen Anmerkungen sind weder pikant noch geheimnisvoll, sondern offenkundig nur der schnelleren Notationsmöglichkeit wegen verwendet. Also eine routinierte Stenographin (oder Stenograph). Eine der wegradierten Notizen, nicht abgelichtet, war der Vermerk der Zahl der Buchseite neben der Erwähnung, dass ein Kreuz zu sehen ist, wo Monika Mann die Trauernachricht zum Tod ihres Vaters ereilte. Ansonsten überwiegend einzelne Worte wie Vornamen, wenn bei der Lektüre nicht sofort klar war, von welchem Bruder die Rede ist, etwa "Gero". Nichts zusätzlich Erhellendes oder gar Weiterführendes.

11. März 2026





Berührte mich. Der Vermerk Monika Manns zum Tod Ihres Vaters.



11. März 2026



Es war eine Dokumentation über Thomas Mann und seine Kinder, die mir bewusst machte, dass mir seine mittlere Tochter Monika Mann bislang nicht präsent war. Es gab eine Sequenz, in der sie interviewt wurde und sie war mir eher unangenehm. Befremdet recherchierte ich über sie und zu meiner Irritation gesellte sich, dass sie in ihrer Familie auch Befremden ausgelöst hatte, was mir schon wieder leid tat. Es war die Rede von einem Erinnerungsbuch, das sie Mitte der Fünfziger Jahre verfasst hatte, während sie bereits daran schrieb, starb ihr Vater. Damalige Rezensenten argwöhnten, dass sie ihren Vater in keinem guten Licht dargestellt habe. Ich hatte den Eindruck, es müsste eine kontroverse, ja gewagte Schrift sein. Neugierig suchte ich nach einem Exemplar und fand sogar eine Erstausgabe, die ich bestellte. In Leinen gebunden, erschienen 1956 im Kindler Verlag München. Ein schmaler, kleinformatiger Band. Die Vorbesitzerin - ich bin mir sicher, dass es von einer Frau stammt, hatte mit Bleistift ausgiebig Passagen angestrichen, unterstrichen, einzelne Worte auf Seiten notiert. Wie ein Schüler, der Markierungen für eine Hausarbeit vornimmt. Ich fand es erstaunlich, dass jemand ein Buch aus einem mutmaßlichen Nachlass in einem online Antiquariat zum Kauf anbietet, ohne vor dem Versand leicht wegzuradierende Kritzeleien zu entfernen, die den Wert des Exemplars eher schmälern und auch nicht bei der Zustandsbeschreibung erwähnt wurden. Erst nachdem ich es gestern ausgelesen hatte, radierte ich alles weg. Nun kann es in meinem Regal ruhen, das gute Stück. Es gibt derzeit leider keine weitere Erstausgabe online zu finden, abgesehen vom nicht käuflichen Ausstellungsstück im Buddenbrookhaus in Lübeck, aber neuere Ausgaben. Sie schreibt gut und lebendig, die ungeliebteste Mann-Tochter der drei. Und sie verliert kein böses Wort über ihren Vater, kein einziges. Es ist ein schönes Erinnerungsbuch aus einer ganz privaten Erlebensperspektive. Faszinierend, wie sie das Schlafzimmer ihrer Mutter beschreibt, all die kleinen Gegenstände. Und wie sie Amerika erlebte, den Geist des Neuen und des Aufbruchs. Auch war sie Musikerin, träumte von einer Laufbahn als Pianistin, immer wieder erwähnt sie Musik und deren Bedeutung für ihren Vater. Sie hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Sie ist mir nah gekommen, mit ihrem kleinen Buch, diese mir bislang so ganz unbekannte Monika Mann.









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