10. Juni 2022



Liebreizende Liebenburger. Habe mit meiner Kamera geübt, während Herr Ludewig die Partyreste weggeräumt hat. Er hat das sehr gut und zügig gemacht, da er ein praktisch veranlagter Typ ist. Von den Bildern haben ja alle was, er auch! Ich habe lange keine Blümchen geknipst. Warum nur. Ja, alles hat man schon mal ähnlich gesehen, aber doch ist jede Blume einmalig und wird nie wieder genauso entstehen. Solche wundervollen Wesen. Wenn man so eine Blüte anschaut, ist das so ähnlich, wie wenn man psychedelische Drogen genommen hat, nur ohne Kater hinterher. Ich kann das beurteilen, weil ich vor vierzig Jahren sehr experimentierfreudig mit gewissen Substanzen war. Am meisten haben mich psychoaktive Sachen interessiert, vor allem LSD. Interessante Erfahrungen, die erstaunliche Wahrnehmungstüren aufstoßen können, wovon man erfahrungstechnisch immer noch profitieren kann, wenn der Trip vorbei ist. Aber es sollten gute Drogen sein, beste Qualität, nichts Dubioses. Darauf sollte man ja sowieso immer achten, auch bei alkoholischen Getränken. Ich bin da inzwischen recht virtuos und habe höchst selten einen Kater. Wenn mir jemand drittklassige Ware anbietet, lasse ich die Finger davon. Ich spreche jetzt von Alkohol, vor allem Wein und Schaumwein, da kenne ich mich sehr gut aus. Wenn es keine gute Qualität gibt, schwenke ich notfalls auf gutes Leitungswasser um. Das ist hierzulande geschmacklich und auch sonst risikofrei. Und Jever geht auch immer. Was rauchen selten, hätte aber mal wieder Lust. Dann aber verbietet sich Alkohol wieder. Verträgt sich nicht!



09. Juni 2022













In einem Liebenburger Fachwerkhaus versteckt sich eine Zauberwelt, von der man unzählige Bilder machen könnte, aber das gehört sich nicht. Es ist mir nicht oft passiert, dass ich mich in einer Wohnung, die nicht meine ist, so sehr daheim fühle. Die schönsten Wohnräume, die ich bisher betreten haben, waren von Frauen, nur wenige von Männern. Jan hat sehr virtuos und liebevoll gestaltete, ja eklektische Räume in Frohnau. Auch Alban. Volkers Refugium in der Lausitzer Straße war mir gleich vertraut, und so ist es auch mit diesem in Liebenburg. Die wenigen Details, die ich zeige, sind Zitate, die etwas erahnen lassen. Natürlich gibt es viele Bücherregale und Bilder an den Wänden, kleine Kommoden und Truhen und Tischchen, schönste Trouvaillen, bequeme, antiquarische Sessel aus den Fünfziger Jahren, sehr warmes, subtiles Licht, das von alten, gefältelten Lampenschirmen verströmt wird. Einen großen, gemütlichen Küchentisch, ein Schlafzimmer mit einer Wand wie in einem venezianischen Palazzo, so schön ist der Putz von Hundert Jahren abgetragen. Ein geliebtes Filmarchiv und eine sich schwer biegende Kleiderstange mit verheißungsvoll glitzernden Gewändern. Und immer Musik - die mir selbst unbekannterweise vertraut vorkommt. Da ich in der Post direkt nebenan schlief, musste ich irgendwann doch aus dem Sessel aufstehen und in mein eher profanes Zimmerchen wechseln. Aber eigentlich war ich innerlich immer noch in der Zauberwelt nebenan, bei Marilyn und Audrey und David und Glam.

08. Juni 2022

Was mir vorhin auch noch durch den Kopf ging, als ich vor mich hinpinselte: ein Glück, dass die Stones bei ihrer SIXTY-Tour nicht heute in Berlin gespielt haben. Dann wäre nämlich äußerste Gefahr gewesen, dass Mick Jagger mal wieder den KuDamm entlang hätte flanieren wollen, und zwar am Vormittag, Richtung KadeWe und zufällig wäre da der gestörte Fahrer angerast gekommen und hätte Mick Jagger totgefahren! Ein Glück, dass die Stones nicht in Berlin spielen. Bisher hab ich mich ja geärgert, man könnte sogar sagen, ich war beleidigt deswegen. Aber nun bin ich froh! Mick Jagger postet seit Start der Tour ständig Fotos von seinen Spaziergängen durch die Innenstädte der Orte, wo sie gerade spielen.

08. Juni 2022



Ich präsentiere zwei wichtige Türen in Niedersachsen. Die eine von der Post, die andere von Herrn Ludewig. Für mich eindeutig die wichtigsten Türen, durch die ich mehrfach gehen durfte. Es handelt sich bei den zugehörigen Häusern um Liebenburger Fachwerk (behaupte ich Kraft meiner Wassersuppe) in ortstypischer Farbgebung, nämlich hübschen Tönen von Taubengraublau über Flaschengrün zu Petrolgrün. Andernorts mag gewöhnliches Dunkelbraun dominieren, hier liebt man es etwas freundlicher und experimenteller. Nun könnte man denken, ich sei qualifiziert, solche Vergleiche anzustellen. Eigentlich nicht, aber ich habe auch in meiner Kindheit und Jugend häufiger Fachwerkhäuser gesehen, und kann mich so direkt nicht an andersfarbiges Gebälk als dunkelbraun gestrichenes erinnern. Von daher: gut beobachtet!

08. Juni 2022

Eigentlich hat mich ab heute Vormittag gedanklich nur noch beschäftigt, ob der Unfallverursacher am Tauentzien privat gestört ist oder politisch motiviert, in offizieller Mission. Ich habe alle halbe Stunde nach neuen Informationen zur Ermittlung und Befragung des Fahrers gesucht. Ich wollte wissen, ob jetzt eine neue Terror-Psychoterror-Phase mit Einschränkungen, Ängsten und Kontrollen droht. Insofern wünschte ich mir, dass es ein individueller Amoklauf war. Ich bin dann, ohne neuere Erkenntnisse in mein Atelier gefahren, wo ich weder Internet, noch TV, noch Radio habe. Auch nicht haben will. Dort versucht, einen inneren Tapetenwechsel hinzukriegen, ging so einigermaßen, mit etwas Alkohol nachgeholfen. Ich will mir meine kostbare Lebenszeit nicht von gruseligen, destruktiven Taten anderer dominieren lassen, die ich ohnehin nicht beeinflussen kann. Was mir (u. a.) unendlich leid tut ist, dass die zehnte Schulklasse aus Nordhessen, mit der die totgefahrene Lehrerin unterwegs war, nun bis zum Lebensende ein Trauma hat, das mit Berlin verbunden ist. Das hat Berlin und auch der Kudamm und der Tauentzien nicht verdient. Ich hoffe, sie werden gut psychologisch betreut und können es irgendwie verarbeiten. Jetzt beschäftige ich mich zur Erholung wieder mit meinen Fotos von meiner kleinen Reise nach Niedersachsen.

08. Juni 2022

Bin in Charlottenburg, war aber nicht in der Menschenmenge, in die vor einer Stunde am Tauentzien ein PKW gefahren ist. Dreißig Verletzte, ein Toter. Schlimm. Entweder ist die Person irre oder hat die Kontrolle aus anderen Gründen verloren... ist noch nicht bekannt. Gruß aus der Fasanenstraße.

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ohrenschmaus 10. Mai...
10.05.26, 09:35
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Margarete 9. Mai 2026...
09.05.26, 15:40
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Margarete 7. Mai 2026...
07.05.26, 19:48
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Duke Meyer Basilikum...
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Ina Weisse Meiner...
07.05.26, 10:04
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Margarete 6. Mai 2026...
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Margarete 6. Mai 2026...
06.05.26, 13:33
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Margarete 6. Mai 2026...
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Margarete 4. Mai 2026...
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Margarete 4. Mai 2026...
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Margarete 3. Mai 2026...
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Margarete 1. Mai 2026...
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Margarete 1. Mai 2026...
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Lydia Gebel Ohhhhr....
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Die Hemmschwelle ist...
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Zu mir kam einige...
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Margarete 27. April...
27.04.26, 19:13
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Saskia Rutner Tolles...
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