07. Dezember 2021





SPEEDPORT W 722V. Platine v. Gaga Nielsens 3. Internet-Router, online 27. September 2012 - 16. Juni 2018, Serviette, Kleber, Acryl, Karton, 22 x 32, 16. Juni 2018, Staatl. Museen v. Gaganien



Wer sich im Zeitraum 27. September 2012 und 16. Juni 2018 mit mir im Internet über Facebook-Chat oder Kommentare oder Mails ausgetauscht hat, kann davon ausgehen, dass alles was getippt wurde, über diese Platine gerauscht ist. Und vielleicht ist ja auch irgendetwas davon hängen geblieben. Jetzt hängt sie in meinem Wohnzimmer. Ich kann sie sehen, wenn ich tippe und mein vierter Router die Buchstaben ins All des World Wide Web schießt. Schon aufregend! Ich habe den Router tatsächlich an dem Tag zerlegt, nachdem ich den neuen erfolgreich angeschlossen hatte. Es war eine Zeremonie und ich musste, als ich das Gehäuse aufschraubte, beinah mit einem religiösen Gefühl daran denken, wie viele Gedanken und Gefühle mit rasender Geschwindigkeit über weite Entfernungen damit transportiert wurden, nicht nur meine. Das unsichtbare Netz elektronischer und oft auch elektrisierender Verbindungen, über Dächer und Schornsteine, Bezirke und Grenzen von Städten hinweg. Ich sehe urbane Landschaften auf der Platine. Relief unserer Kultur. Eine Reliquie.







06. Dezember 2021

LET'S DANCE. Regalbodenträger, 1. Zebra-Papier-Serviettenlage von hinten, Kleber, Acryl, A3-Kopier-Papier, Pappkarton, 3. Juni und 8. Juli 2018, 28,5 x 44,5 cm, Staatliche Museen von Gaganien





Dieses rhythmische Werk ist entstanden, als ich wieder einmal meinen Krimskrams sortiert und aussortiert habe, was sich gerne auf dem Teppich sitzend im Wohnzimmer abspielt. Da alle meine Regalböden fest sitzen, besteht kein weiterer Bedarf an Regalbodenstiften. Ich musste mal eine ganze Schachtel kaufen, obwohl ich nur ungefähr acht gebraucht habe. Zufällig lief Let's Dance im Fernseher, was mich stark inspirierte! Wer getanzt hat, weiß ich nicht mehr, aber war wohl sehenswert. Andere Staffeln habe ich dann nicht mehr so verfolgt.

Ich begeistere mich manchmal für Mainstream-Formate, gucke eine Weile und dann reicht's mir wieder! Z. B. habe ich mal eine Weile, allerdings schon viele Jahre her, Shopping Queen geguckt, natürlich wegen Guido, den Wohnungseinrichtungen der Damen und Guidos kecken Bemerkungen. Auf einmal war mein Interesse vorbei, ich hatte den Eindruck, es wiederholt sich und ich kenne schon alle Sprüche. Nichts Neues unter der Sonne!

Ich bin ein sehr begeisterungsfähiger Charakter, aber mag keine Wiederholung, wenn es sich nach Wiederholung anfühlt. Außer bei meinen Lieblingsgetränken und Lieblingsessen und Lieblingsmusik. Aber bei Musik muss ich auch immer wieder mal aussortieren. Ich habe auch schon Freundschaften sozusagen auslaufen lassen, wenn ich das Gefühl hatte, die Gespräche haben kein Entwicklungspotenzial mehr. Ich bin eindeutig nicht der "ach weißt du noch, damals, wie schön war es doch"-Typ. Mich interessiert die Gegenwart und das Kommende hundertzwanzigtausendmal mehr, weil unwägbar und damit interessant.

Aber historische Angelegenheiten von Anno Dazumal in Dokus oder Büchern kann ich verschlingen, wenn für mich neue Sachen exhumiert werden können. Gerade lese ich ein Buch über die Geschichte vom Hotel Sacher in Wien. Außerdem auf meinem Stapel ungelesener Bücher, ein Buch über die Geschichte vom Hotel Adlon seit seiner Gründung bis in die Gegenwart, vom Nachkommen Felix Adlon recherchiert und verfasst.

Parallel zu dem Sacher-Buch von Monika Czernin lese ich ein Mammutwerk über die Geschichte von Hollywood, wo auch sehr interessante Nähkästchenplaudereien zu finden sind. Von dem Harvard-Historiker Otto Friedrich in den Achtziger Jahren verfasst. Unglaubliche Details! "Markt der schönen Lügen" heißt es. Da werde ich bald daraus zitieren. Allerdings lese ich auch ein bißchen quer, manches ist mir zu ausführlich, was geschäftliche Hintergründe angeht, zum Beispiel. Das Sacher-Buch lese ich unterwegs in der S-Bahn und U-Bahn und mittags, weil ein leichtes Taschenbuch. Das Hollywood-Buch lese ich nur daheim, es ist mir zu schwer zum Mitnehmen!

06. Dezember 2021

Heute Morgen, Viertelzehn. Vor dem S-Bahneingang Hackescher Markt: ca. 23-jährige Frau mit Selfiestick. Mundwinkel happy nach oben, löst aus. Mundwinkel fallen wieder runter. Fotocheck mit ernster Miene. Selfiestick wieder im Anschlag, Mundwinkel happy nach oben, löst aus. Mundwinkel fallen runter. Freudloses Gesicht. Licht an, Licht aus, Licht an, Licht aus. Making of „My-Happy-Life“-Show für Insta. Gewusst hat man es ja schon immer, aber so hautnah beobachten konnte ich das noch nie. Beeindruckendes Gefälle. Dabei können das unmöglich Sponsoren-Aufnahmen gewesen sein, die Klamotten und die Gesamterscheinung waren zu beliebig. Der Hintergrund, Eingang S-Bahnhof unglamourös, unfotogen, wirr, unruhig. Vielleicht eine einsame Touristin?

05. Dezember 2021



LIFE ON EARTH. Kaffeemaschinenteil, Puderdosenspiegel, Nägel, Silberpapier von geschäftlichem Briefumschlag, Goldpapier von Jenny-Geburtstagsgruß-Kuvert, beim Umzugskartonpackenhelfen geerbte Disco-Make up-Glitzersternchen aus den Siebzigern, DIVA-Lindt-Pralinenschachtelanhänger, Visitenkarte, Pappkarton, Kleber, 25 x 36 cm, 1. Mai 2018, Staatliche Museen von Gaganien



Es gibt Leben auf der Erde! Das ist der Beweis. Die Erdlinge machen Sachen wie Kaffeeautomatentassenabstellwärmeplatten und kleine Schminkspiegelchen und Glitzersternchen für Siebziger-Jahre-Disco-Make up und dicke kurze Nägel und Schachteln und Silber- und Goldpapier, aus denen die Erdbewohnerin Gaga Nielsen dann detailgetreue Abbildungen von den anderen Erdbewohnern macht! Mit Armen und Beinen und Bauch und Kopf mit Hipster-Dutt und noch was Rundlichem zwischen den Beinen!







05. Dezember 2021



HOPE - Extra Brut IV. Netzadapter-Transistoren, Netzadapter-Stecker, Teelicht-Alu, Büroklammern, Spiegelmosaik, Kleber, Acryl, Papier, Rahmenrückwand, 25 x 33 cm, 23./24./28. Juli, 01./22. August 2020, 10. August 2020, Staatliche Museen von Gaganien



Hope, Hoffnung. Auf alles Mögliche. Dass aus der Pandemie eine Endemie wird. Dass ich mich nicht mehr Montag bis Freitag alle vierundzwanzig Stunden testen lassen muss. Das ist übrigens kein Weihnachtsbaum, und war nie so beabsichtigt. Im Juli und August vor drei Jahren habe ich bestimmt noch weniger als sowieso schon an Weihnachtsbäume gedacht. Aber die Teile machen was sie wollen. Geschlachtete Netzadapter. Solche Sachen sind da drin.

Was mich trotz persönlicher Weihnachtssperre immer rührt, ist der Wunsch nach Glitzer in der Bevölkerung. Dem kann ich ganzjährig entsprechen! Ich habe das Bild aber quer aufgehängt, in meinem kleinen Bad im Atelier links unterm Waschbecken, ganz diskret. Halte ich jetzt nicht für mein Meisterwerk, aber dann gefällt mir doch wieder der Eispalast-Zauber den es hat. Ich bin der Meinung, dass eine göttliche Hand meine als Verlängerung benutzt, und ich habe da nicht viel mitzureden. Also muss ich akzeptieren, dass im Juli und August vor drei Jahren ein Dings, das wie ein geschmückter Weihnachtsbaum aussieht, das Licht erblicken wollte.

Das Silly-Konzert war übrigens mit vorbildlicher Einlasskontrolle, alles wurde genau angeguckt. Wenn es überall und immer so wäre, ginge ich auch jetzt noch weiter zu irgendwelchen Veranstaltungen. Ist aber leider nicht der Fall. Das Konzert selbst war nicht so, dass ich es als Highlight meiner Konzertbesuche in Erinnerung behalte, deswegen auch kein ausführlicher Jubelbericht. Der Ton war leider nicht gut ausgesteuert, ich hab mir Tempotaschentücherfitzel in die Ohren gestopft, um überhaupt etwas zu verstehen. Die Damen haben alles gegeben und sehr artikuliert gesungen. Die Musiker sind eh gut. Aber für meinen - und auch Jennys - Geschmack zu viel nostalgische Ehrerbietung vor Tamara Danz und zu wenig Verneigung vor den Frontfrauen Julia Neigel und AnnaR, die jeweils eine nicht geringere Karriere hatten. Und noch am Leben sind!

Danach waren wir im Yo Soy in der Rosenthaler Str., Tapas und Wein. Da gibt es immer noch zu später Stunde Essen in schönem Ambiente. Aber den Impfausweis ohne Perso-Abgleich angucken, ist jetzt auch nicht so state of art. Also ich bin weiterhin gesund, wenn ich den letzten fünf Schnelltests glauben darf. Was ja auch nicht so in Beton gegossen ist. Aber fühlt sich so an.

Schönen Sonntag Allen! Besonders meinen Freundinnen, denen ich zuletzt Körbe gegeben habe. Ist nicht persönlich gemeint, wisst ihr ja. Bin nur übervorsichtig. Und last but not least einen innigen Geburtstagsgruß an Maria, die heute hat. Ich widme ihr allen Glitzer dieser Welt!



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