05. Juli 2021

Ich wusste ja gar nicht, dass Nabokov SO schreibt... (lese derzeit "Gelächter im Dunkel", dt. Ausgabe v. 1962 (Rowohlt), bin stetiglich begeistert, die gelegentlichen, aber (ausreichend) seltenen, ungelenken Übersetzungs*-Schnitzer übersehend). Meine Güte, so schlicht und ergreifend auf den Punkt, so erbarmungslos und unbeschönigend aus dem Nähkästchen geplaudert. Diese Adjektive, die man nicht auszusprechen wagt. Grandios. Wenn ich damit durch bin, lese ich noch mal en detail, was Alban Nikolai Herbst zur Lektüre des Buches vermerkte. Aber erst danach. Dann erst kann ich qualifiziert mitreden:-)

Einstweilen mache ich meine kleinen Eselsohren bei den gnadenlosesten Stellen. Ich kam durch ein Geschichtsbuch über Berlin darauf, in dem erwähnt wurde, dass drei Bücher Nabokovs in Berlin spielen. Das ist eines davon.

*) übersetzt aus dem Englischen v. Renate Gerhardt u. Hans-Heinrich Wellmann

30. Juni 2021



ORGANIC. Messe-Check-in-Counter-Infoschild, Scanner-Kabel, Tücher-Bügel, Pinnwand-Kärtchen, Edding, Jalousien-Verpackung, 50 x 100 x 6 cm, 10./11./12. Juni 2018, Staatl. Museen v. Gaganien





Was sich so alles in (m)einem Haushalt findet. Diese Tücher-Bügel waren ein totaler Fehlkauf. Sahen untransformiert aus wie das Olympia-Logo von 1972. Ich habe ja sehr viele Tücher und Flatterschals. Ich war der Meinung, die könnte man intelligent und platzsparend und geschickt (und auch noch schick!) auf diesen Chrombügeln mit mehren Ringen aufbewahren. Die Idee ist, dass man durch die Ringe die Tücher und Schals steckt, die dann versetzt, aber überlappend runterhängen. Platz für 8 bis 40 Schals auf einem einzigen Bügel! Mega!

Als ich alles vorschriftsmäßig eingefädelt hatte und die schwer beladenen Bügel in den Schrank quetschte, fiel mir schon mal auf, dass der doppelt gemoppelte Aufhäng-Haken von den Bügeln so breit ist, dass er auf der Stange den Platz von drei bis vier normalen Bügeln einnimmt. Ärgerlich! In dicht bepackten Kleiderschränken wie meinen kann man nicht mal eben mit einem lockeren Griff einen Bügel herausnehmen. Das ist eine Operation! Wenn man den Tücherbügel nicht herausnimmt, sieht man nicht, welche Schals und Tücher hinten hängen. Ich kann so nicht arbeiten!

Eine Weile hab ich es probiert und festgestellt, dass ich zu bequem war, die Tücherbügel herauszuzerren um festzustellen, ob darauf genau das Exemplar von einem Flatterschal hängen könnte, der mein Tagesoutfit in Isadora Duncan-Manier komplettieren könnte. Schlussendlich riss ich die Bügel genervt aus dem Schrank und rupfte die Schals wieder heraus, um sie auf ungefähr einheitliche Größe gefaltet und nach Farben sortiert, zum Durchblättern in einen länglichen, oben offenen Pappkarton zu packen.

So gestaltet sich seither das Potpourri meiner Flatterschals und Tücher in meiner Garderobe. Der Karton steht unten auf dem Boden in einem der Schränke. Die Olympiabügel konnte ich aufgrund des respektablen Materials nicht wegwerfen. Ich kann ganz schlecht Metall entsorgen, da hab ich eine richtige Sperre. Weiterverschenken wollte ich sie auch nicht, da mich das Produkt nicht überzeugte - ich verschenke nur Sachen, die ich super finde!

So lagen sie also bis zu jenen Junitagen 2018 verscharrt unter dem Schrank im Schlafzimmer. Auch habe ich in meinem Ausmistanfall einen alten Scanner gefunden, der mal richtig gut und teuer war und bei dem der Anschluss-Stecker defekt war. Es gab auch keinen mehr in Onlineshops für historische Elektrogeräte. Dass ich Hemmungen habe, ein altes Kabel wegzuschmeißen, war selbst mir neu! Das Träger-Medium, um es mal profimäßig auszudrücken, war ein Schild, das dereinst für messeartige Veranstaltungen hergestellt wurde, da standen Buchstaben drauf, um Besucher alphabetisch zu sortieren, wie "A - F" oder "G - K", etcetera. Die weißen, runden Pinnwand-Kärtchen habe ich zugegebenermaßen zweckentfremdet, die passten rein zufällig genau in die Kringel von den blöden Bügeln!













28. Juni 2021







LIANA. 23 x 35 cm, 12. Juni 2018, Plätzchen-Ausstechförmchen auf Papier, auf Verpackungskarton, Staatliche Museen v. Gaganien

Auch vom Sommer 2018. Ich habe wirklich aufgeräumt und viele Dinge gegen das Licht gehalten. Weggeworfen habe ich fast nichts, aber transformiert! Seiner wahren Bestimmung zugeführt. Also der wahren Bestimmung in meinem gaganischen Haushalt. Ich nehme an, dass ich vor vielen Jahren einen handfesten Grund hatte, mir Plätzchen-Ausstechförmchen zu besorgen.

Ich glaube, ich wollte Zimtsterne backen, nachdem ich die besten der Welt gegessen hatte, und brauchte ein Sternförmchen dafür. Auch besorgte ich mir eigens eine Mandelmühle, weil die Privatzuckerbäckerin, die mich zu der Idee verführt hatte, darauf schwor, dass die weltbesten Zimtsterne niemals mit fertig gemahlenen Mandeln gemacht werden dürfen, da ginge zu viel kostbares Aroma verloren. Ich glaubte ihr alles.

In der Haushaltswarenabteilung vom KadeWe oder einem anderen Premiumkaufhaus erstand ich die weltbeste verchromte Mandelmühle, die je erschaffen wurde. Ok, vielleicht war es auch Amazon. Auf jeden Fall war es ein ganz schickes Gerät. Da war aber die Winterzeit dann gerade vorbei und ich war zu faul und unmotiviert, im Frühling oder Sommer Zimtsterne zu backen. Die weltbeste und schönste Mandelmühle nahm mir Platz im Küchenschränkchen weg und ich musste mir eingestehen, dass ich vermutlich auch im Herbst oder Winter keine Großbäckerei in Sachen Zimtsterne werden würde.

Auch sonst fiel mir keine Verwendung für die sehr schöne, weltbeste Mandelmühle ein. So gerne ich Nüsse mag, am liebsten ist mir da doch die Nussform für den Verzehr, oder gehobelt. Ich erkannte klar, dass in dieser Sache keine Änderung meiner Persönlichkeit oder Vorlieben zu erwarten war und die schönste Mandelmühle der Welt bei mir eindeutig Perlen vor die Säue ist.

Nun nahte abermals der Spätherbst und meine Motivation in Sachen Zimtsterneproduktion wuchs kein Stück. Stattdessen fragte ich interessiert bei der weltbesten Zimtsternebäckerin, wie es dieses Jahr denn um ihre Zuckerbäckerei stünde, insbesondere im Zimtsterne-Segment. Es folgte ein trauriger Bericht, dass meine Lieblingszuckerbäckerei dieses Jahr nicht absehbar sei, da ihre Mandelmühle (aus Plastik!!!), die ihr viele Jahre gute Dienste geleistet hatte, kaputt gegangen war.

Ich erkannte den Wink des Schicksals: dass nämlich die Zimt-Sternstunde meiner Mandelmühle geschlagen hatte! Großzügig bot ich ihr meine komplett unbenutzte, glänzende Mandelmühle zum Freundschaftspreis von ungefähr zwanzig Mark an. Vielleicht waren es auch Euro. Dank Internet konnte ich beweisen, dass die Mühle im Neukauf fast doppelt so viel gekostet hatte, womit ich sofort überzeugen konnte.

Am nächsten Tag wechselte die weltbeste Mandelmühle den Küchenschrank und wohnt seither im schönen Berlin Cladow, wo sie noch viele Winter und bis an ihr Lebensende bei der Zimtsternebäckerei behilflich sein kann.

Ich hatte aber nun noch die Plätzchen-Ausstechförmchen im Körbchen. Die gab es nur im Set zu kaufen, waren auch nicht sehr teuer und glänzten immerhin sehr hübsch. Da ich aber keine Freundin von in Körbchen versteckten Ausstech-Förmchen bin, hatte ich die Idee, ein wenig aufzuräumen, indem ich die Förmchen platzsparend auf einen alten Verpackungskarton klebe.

Um die Sache noch aerodynamischer zu machen, habe ich die Förmchen noch platzsparender kleiner gebogen, so dass die unnötig Platz einnehmenden Hohlräume stark reduziert wurden. Ich denke, das war eine gute Aufräum-Idee, die ich vielleicht in der Rubrik "life hacks" als Video präsentieren könnte.





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