05. Juli 2026



S-Bahngäste vom 23. Juni, die drei waren links von mir, auf der anderen Seite, die Sitzkonstruktion stimmt nicht ganz, es waren Zweier-Bänke gegenüber, aber ich hatte keine Lust mehr, das nochmals zu erklären, der Gesamteindruck passt auch so. Und rechts, außerhalb des Bildes, saß die junge Frau mit dem Fächer von neulich, auf dem FRISCHE LUFT stand. Ich wusste, die kriege ich nicht alle vier aufs Bild, denn ich konnte sie auch mit bloßem Auge nicht alle gleichzeitig betrachten. Die Haare der stehenden Frau mit dem Kleidersack waren noch etwas länger, aber meiner Erfahrung nach wären sie zu lang geworden, hätte ich erbeten "länger" oder "bis zur Taille". Gemini neigt da etwas proaktiv, vielleicht auch streberhaft zu Übertreibungen. Man muss Fingerspitzengefühl für ihn entwickeln. Ich denke, jetzt ist es erst mal genug mit S-Bahngästen, habe nun diverse Abteile konstruiert und umgebaut, sonst wird es mir selbst langweilig. Hat aber bis hierhin Spaß gemacht. Demnächst vielleicht Portraits von näher.

30. Juni 2026



24. Juni 2026, Ausgang Hackesche Höfe zur Rosenthaler Straße: eine circa 76-jährige Dame, offenkundig eine Touristin. Ich lief auf meinem gewohnten Weg zur S-Bahn durch die Höfe, was eine Abkürzung für mich ist. Sie betrat gerade den ersten der Hackeschen Höfe und sah die indigoblau und weiß gefliesten Fassaden vom ersten Innenhof. Hingucker für mich war ihr heiteres Lächeln und dass sie inne hielt. Sie war in Gesellschaft von anderen Senioren, die sich locker verteilten. Die anderen liefen herum, aber sie blieb stehen und sog das Bild in sich ein, als hätte sie sich lange darauf gefreut. Die reine Reisefreude. Einfach schön. Ihr Lippenstift war leuchtend hellrot, wie Lachs oder helle Koralle. Eine Farbe, die meine Mama auch bei ihren Lippenstiften mochte, jedenfalls früher, in den Siebzigern und Achtzigern. Ihre letzten Lippenstifte hatten erdige Töne wie Terrakotta (meine auch). Das kleine Schildchen links unten, auf dem der Bild-Titel eingraviert ist, hat sich entweder Leonardo oder Pollo ausgedacht. Oder war es doch Gemini? Firefly war es nicht. Ich finde das Schild irgendwie putzig. Jedenfalls haben alle vier an dem Bild mitgewirkt, nacheinander. Manchmal wünsche ich mir eine Detail-Änderung, deren Ergebnis mich noch nicht vollends überzeugt und ich lege die Aufgabe dann einem meiner anderen begabten Assistenten vor. So geht es immer hin und her, bis mein Bauch und meine Erinnerung nicken und das Bild mein Empfinden ideal transportiert.

30. Juni 2026



Jetzt hast Du keine Handynummer mehr, die ich wählen kann. Aber wir sind ja connected. Du weißt ja und siehst bestimmt, was ich treibe, wie ich mich in meinem Wohnzimmer in meiner Freizeit auf Deine Spuren in Velden begebe, Unterkünfte angucke, auf Streetview mit Dir nach Pörtschach wandere, Gestern Abend ist mir erst aufgefallen, dass ich ja schon acht war, 1973, als Ingeborg Bachmann verunglückt und gestorben ist. Mir ist es wie ein dunkles Echo, dass Du aufgeregt die Nachricht aus dem Radio wiederholt hast... "Die Ingeborg Bachmann ist gestorben..." Aber das wollte ich jetzt gar nicht erzählen, wie komm ich denn da jetzt wieder drauf. Peter Alexander hat heute auch Geburtstag, seinen Hundertsten, womöglich feiert ihr mit ihm und Hans spielt ihm ein Ständchen auf dem Saxophon. Als Kind gefiel mir am besten "Komm und bedien Dich bei mir", mein Lieblings-Peter-Alexander-Lied (sonst hab ich eigentlich keine, ehrlich gesagt, Du weißt ja, ich bin immer ehrlich, auch unangenehm ehrlich! Das hat sich halt nicht geändert). Wir haben Sommerwetter in Berlin, ganz schön, nicht zu heiß, auch die Luftfeuchtigkeit nicht so hoch wie gestern, da wars richtig klebrig! Wie ist das Wetter bei Dir da oben, scheint da womöglich immer die Sonne? Und die Luftfeuchtigkeit, ist die in Ordnung, also nicht zu hoch? Du warst auch so ein Sonnengewächs - na ja - am 30. Juni geboren, da hat man schon Sonne im Blut. Ich denke, da oben auf den Wolken ist es ganz leicht und man hat keine Gelenke und Knochen mehr, die einen dauernd daran erinnern, dass man kein schwebender Engel ist. Aber jetzt ja, federleicht, das wünsche ich Dir. Alles Liebe, Mama.

Dein Küken

29. Juni 2026

Vor einer Stunde, ich komme von der S-Bahn, überquere den Hackeschen Markt, einer der Promoter von dem hiesigen Stand, entweder einer Tierschutzorganisation oder von Amnesty International, ca. Mitte/Ende Zwanzig, stellt sich mir so leicht in den Weg und spricht mit strahlendem Lächeln zu mir: "Hey....! Bist Du so nett wie Du aussiehst???!" Ich bleibe nicht stehen, gehe zügig weiter und lache "Nein!" antwortend. Und setze nach (während er mit mir weiterläuft, Richtung Ampel: "Ich will nach Hause! Ich will nach Hause!!!" Er: "Ich auch...!!! Nimm mich mit!" Musste lachen, süß. Hab ihn nicht mitgenommen, er soll mal schön seine Schicht vorschriftsmäßig zu Ende führen. Clevere Ansprache, dachte ich mir hinterher, auch für jemanden im Lokal kennenlernen. Manche mögen das platt und kalkuliert finden, was es in gewisser Weise sicher auch war, aber mir gefiel die Ansprache dennoch recht gut.

29. Juni 2026



23. Juni, S-Bahn, mir gegenüber auf der Bank. Die junge Frau sah enttäuscht aus und in Gedanken. Ich hätte sie am liebsten getröstet, wollte aber nicht übergriffig werden. Ich hätte es an ihrer Stelle unangenehm gefunden, darauf angesprochen zu werden. Mir passierte das früher hin und wieder, als ich sehr jung war und oft wegen Liebeskummer traurig und verloren ins Nichts guckte. Es war mir so unangenehm, ich hätte mich am liebsten versteckt. Auf dem Fächer stand wirklich FRISCHE LUFT, ich würde mir so etwas nie dazudenken. Der Aufdruck auf dem Fächer macht das Bild an der Stelle leider fürchterlich kitschig, aber ich wollte bei der Wahrheit bleiben. Der eingerollte Tonpapierbogen war indigoblau. Erstmals hat mich Leonardo beim Portrait zaubern unterstützt.

29. Juni 2026

Es wird pikant! Gestern kam meine Freundin Lydia plötzlich mit einem BRAVO-Fragebogen um die Ecke, der immer in einer Dr. Sommer-Rubrik vorkommt (oder kam?), wo es um erste Erfahrungen und so weiter geht. Neben dem Fragebogen ein wirklich ganz unschuldiges Nacktfoto von dem Jugendlichen, der befragt wurde. Sie hatte gerade eine Doku über die BRAVO-Geschichte in der ARD-Mediathek geguckt und da fiel ihr wieder ein, was ihr damals in der Bravo am besten gefiel und sie wollte zuerst nur wissen, ob ich auch Bravo gelesen habe, ich habe es bestätigt, ab dem ca. 9. Lebensjahr, gemeinsam mit meinem Bruder, der anderthalb Jahre älter war. Und am tollsten fand ich (abgesehen vom Starschnitt) die Aufklärungsseiten und den Fotoroman, wo man auch Jugendliche ohne Anziehsachen gesehen hat. Da ist Lydia wieder der Fragebogen eingefallen, der zu ihrer Zeit drin war (und vielleicht noch ist?) und sie bat mich ihn zu beantworten. "Das erste mal mit einem Mädchen", nach dem da gefragt wird, ist wohl deshalb ein Mädchen, weil in dem Artikel, von dem sie die Fragen abgeschrieben hat, ein Junge befragt wurde, aber das ist ja heutzutage alles nicht mehr so eng zu sehen und ich habe ihr den Fragebogen gerne und unverzüglich beantwortet! Ich habe wenig Hemmungen über Sachverhalte aus dem letzten Jahrhundert Auskunft zu geben, wenn mich jemand darum bittet. Man ist ja auch Zeitzeugin! Los geht's:

1 BRAVO: Fühlst du dich wohl in deiner Haut?
Mal so, mal so, je nach Tagesform!

2 BRAVO: Was war bei dir in der Pubertät los?
Das Übliche: ein Haufen Pickel und Komplexe und kein Freund, war zu schüchtern und Spätzünderin. Aber viele gute Freundinnen, um sich gegenseitig alles zu erzählen, was man vor allem NICHT erlebt hat!

3 BRAVO: Mit wem hast du deinen ersten Kuss erlebt?
Mit elf mit einer Ferienfreundin, die im Dorf von meiner Oma und meinem Opa wohnte, wo ich in den großen Sommerferien war und die ein oder zwei Jahre älter als ich und frühreif war und mir zeigen wollte, wie Küssen geht. Der erste Kuss mit einem Jungen war aber auch mit elf, also kurz danach, aber ging nicht von mir aus, in einem evangelischen Jugendheim war am WE so eine "Plattenparty", wo sich alle Jugendlichen vom Dorf trafen und einer, den ich gut fand, forderte mich zum Tanzen auf, der war schon aktenkundig als Schwerenöter und steckte mir dann beim Engtanz seine Zunge in den Mund. Fand ich nicht so prickelnd, wollte es mir aber schönreden, weil ich ihn ein bisschen cool fand.

4 BRAVO: Wie ging es dir in dieser Zeit?
Mit elf? Da war ich in Jürgen Drews verliebt, der gerade seinen Hit "Ein Bett im Kornfeld" hatte, aber leider lief nichts mit Jürgen, mit anderen Jungs auch nicht, siehe oben.

5 BRAVO: Wart ihr danach zusammen?
Nein, ich war danach nicht mit - Anette hieß sie glaub ich - zusammen, denn wir standen ja beide auf Jungs (mit dem Schwerenöter von der Plattenparty auch nicht).

6 BRAVO: Hast du schon mal mit einem Mädchen geschlafen?
Ich bin oder war ja selbst ein Mädchen und an Jungs interessiert, aber einmal, da war ich schon erwachsen, hat mich eine verheiratete Freundin mit ihrem Mann in ihrem Schlafzimmer verführt, sie war neugierig und wir waren betrunken und ich habs mit mir machen lassen, war aber nicht so aufregend für mich, danach wars uns auch eher peinlich, wir haben nie mehr drüber gesprochen.

7 BRAVO: Wie war denn dein erstes Mal mit einem Jungen?
Heiß ersehnt, weil ich sehr verliebt in ihn war und auch weil es langsam mal Zeit wurde, denn ich war schon neunzehn. Es war etwas ungelenk, aber aufregend und er roch sehr gut, ein bisschen wie das Parfum Jil Sander SUN!

8 BRAVO: Was hätte anders sein müssen?
Wäre ich geübter gewesen, hätte ich es vielleicht mehr in die Länge gezogen, um noch mehr in Stimmung zu kommen, aber es war schon eigentlich ein tolles Erlebnis, weil ich ihn ja so hot fand und es war in seinem Schlafzimmer, das gleichzeitig auch sein Schneideraum war, er war Filmemacher. Gegenüber vom breiten Bett war der Schneidetisch, ein ganz kleines Schlafzimmer. Er hatte zwei Zimmer in einer WG, das war eines davon.

9 BRAVO: Habt ihr an sexuell übertragbare Krankheiten gedacht?
Nö. Das war kurz vor AIDS und andere Geschlechtskrankheiten waren uns unbekannt bzw. kannte man nur vom Hörensagen.

10 BRAVO: Hast du denn schon schöne homosexuelle Erfahrungen gemacht?
Weder schön noch nicht schön, siehe oben die Episode mit der Freundin und ihrem Mann. Und es gab noch mal eine lesbische Frau, die mich an ihr Ufer ziehen wollte, aber hat mich nicht interessiert. Aber wir waren menschlich gut befreundet, interessante Gespräche, sie war sehr belesen.

11 BRAVO: Wann wirst du denn richtig leidenschaftlich?
Wenn ich sehr erotisiert bin. Wenn ich einfach in Stimmung bin!

: :

Ich bitte um Nachsicht, dass hier kein Nacktfoto neben meinen Antworten zu sehen ist. Ich habe einfach gerade kein aktuelles!

28. Juni 2026



Der Mann war eine schwere Geburt. Hingucker für mich war seine Körperhaltung, gute Körperspannung, wie an dem Arm mit dem Schwalbentattoo zu sehen, und der modebewusste Mitte-Hipster-Schnauzer. Sein Baumwollhemd war karamellbraun, die Hose schwarzbraun, die Mütze schokoladenbraun. Neben ihm, rechts, saß seine Freundin, die sich mit ihrem Smartphone beschäftigte, für ihn gab es nur noch diesen Stehplatz. Hatte sie erst auch im Bild, aber tatsächlich war nur er mir aufgefallen und ideal unverstellt auf meiner Sichtachse, um mir alle Details einzuprägen.

28. Juni 2026

Nur während der Tramfahrt Richtung Kino kam ich gestern in die erwartete Hitze-Bredouille. Der Wagon war stark aufgeheizt, die warme Luft stand stickig im Abteil. Ich weiß nicht, ob es kippbare/gekippte Fenster gab, es fühlte sich jedenfalls wie im hermetisch verschlossenen Backofen an und ich packte meinen kleinen Fächer aus, der mir die zehn Minuten Tramfahrt erträglicher machte. Der sechsminütige Fußweg zum Kino, es war ca. 19.10 Uhr, war dann moderat, ich ging langsam, war gut in der Zeit. Im Kino Krokodil war bereits Anne mit einer Freundin, die ich gestern erst kennenlernte. Wir waren alle überrascht, dass das kleine Kino in einem Altbau gekühlte Räume hatte, auch die beiden anderen, die das Kino schon kannten, ich war vorher noch nie dort. Doro traf kurz vor Filmbeginn ein, noch rechtzeitig, um sich ein kaltes Getränk zu kaufen, ich hatte mein Getränk dabei, eine gekühlte Flasche Tonic Water. Wir hatten eine der hinteren Reihen fast für uns, es war nicht sehr voll, man hatte allerhand Platzauswahl, angenehm. Es gab keine Werbung vor dem Film, er ging gleich los.



Aus einem Chat, gestern nach dem Kinobesuch: "Es war ein ganz schöner Abend, das Kino unerwarteterweise klimatisiert und der Film eine Perle. Würde ihn mir nochmal ansehen, Doro auch! Wir waren zu viert, Anne, die du nicht kennst, hatte noch eine meganette Freundin dabei, wir waren also zu viert. Der FIlm ist voller Poesie, ganz fein geschnitten, phantastisch(e) Musik eingesetzt, auch von Hans Werner Henze. Ein Kunstwerk. Habe das Gefühl, der privaten Sandra Hüller begegnet zu sein, sehr sympathisch. Keine Möchtegern-Bachmann, ganz sie selbst, auf ihre ihr gemäße Art channelt sie das ambivalente Sein von Ingeborg Bachmann. Und Bachmann selbst nimmt sehr viel Raum ein. Angemessen viel. Sandra Hüller hat eine ganz wunderbare Art, ihre Gedichte und Prosa-Fragmente zu lesen, die immer wieder aus dem Off zu hören sind. Chapeau. Wir waren alle ganz beseelt danach... und das hätte ich wirklich nicht erwartet. Du hast in jeder Sequenz die Hingabe von allen Beteiligten gespürt, und dass es dem Projekt gut tat, dass sich Regisseurin und Darstellerin so gut kannten. Am Schluss hätte ich fast geheult, als eine Fotografie zum Leben erweckt wurde (diesmal nicht von Hüller gespielt), ein ganz bekanntes Foto, die junge Ingeborg, ein Mädchen noch, vielleicht 12 oder 13 Jahre alt, rudert auf einem Kärntner See... die Kamera entfernt sich - - - und das Boot... und dann die phantastische Musik von Anja Plaschg/Soap & Skin, ein Musikstück, vielleicht auch ein altes Volkslied, in österreichischer Mundart, wunderbarem Chorgesang... das war so schön. Danach waren wir in einem schönen Lokal in dem Dreh, "Frau Mittenmang", sehr gute Getränke, sehr gutes Essen, lauschig, - hab zwei Desserts hintereinander gegessen und zwei gute Crémant getrunken. Wir waren alle rundherum zufrieden und dann noch erfrischender leichter Regen zuletzt." Tat uns gut, der Regen.



Im Restaurant erzählte ich den anderen unter anderem, dass ich mich vor dem Kinobesuch über einen Kommentar amüsiert hatte, der unter einer Rezension von Eva Menasse dieses Films "Jemand, der einmal ich war" in der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" zu lesen war. Eine/r kommentierte: "Ob ich mir den Film ansehen werde? Reizen würde es mich schon, aber ihre Texte treffen oft ganz plötzlich wunde Punkte, offene Wunden aus einer früheren Zeit. Weiß nicht, ob ich mir das an tue." Daraufhin ein anderer: (weiß nicht ob er oder sie): "So geht es mir auch. Ich lese sie trotzdem immer wieder. Weils halt auch gut tut. Ich werde nach dem Kino durch die ruhige Stadt gehen und zuhause Schokolade und eine halbe Flasche Sekt vorbereitet haben. Vielleicht auch Vanilleeis." Ich war so entzückt über die Beschreibung, dass er (oder sie) Schokolade und eine halbe (!) Flasche Sekt VORBEREITET haben wird. Vielleicht auch Vanilleeis." Wie genau bereitet man denn eine HALBE Flasche Sekt vor? Vielleicht ist so eine kleinere Flasche Sekt, 375 ml, also nicht "Piccolo" sondern größer gemeint. "...und vielleicht auch Vanilleeis"! So süß. Dieser in jeder Hinsicht süße Kommentar ließ mich bis ins Lokal nicht mehr los und ich wollte es der unbekannten Person gleichtun, weil ich die Kombination von gutem Schaumwein und Schokolade und Eiscreme auch sehr, sehr mag. Es gab zwar kein Eis, aber andere sehr gute Dessertvariationen, die mir beide gut geschmeckt haben.



Vorhin die Bachmannpreisverleihung auf 3sat geschaut, vor der Verkündigung der Siegerin gaben die Jurymitglieder auf Nachfrage Auskunft, wie die Auswahl der von ihnen mitgebrachten Texte von statten geht. Überrascht nahm ich zur Kenntnis, dass viele Autoren Texte direkt mit der Post an einzelne Jury-Mitglieder schicken. Ich dachte bislang, die Jury-Mitglieder gingen von sich aus auf Autoren zu, die ihnen irgendwann aufgefallen waren. Das kommt auch vor, aber nicht nur. Ich bedaure, dass der Jury-Präsident Klaus Kastberger aufhört, ich mochte ihn, wenn ich auch nicht immer mit ihm einig war, was die Beurteilung der Texte anging. Zum Beispiel den Text mit den Schimmelflecken, den er sehr lobte, konnte ich kaum aushalten, weil ich mich so sehr langweilte, ähnlich wie Philipp Tingler, der dazu fragte: "What's the point?". Den mag ich auch, also den Tingler und den Strässle und auch jede der Damen hat so ihre interessanten Eigenheiten, die mich einerseits zum Teil befremden, wie das unruhige, jeden Satz unterstreichende, folkloristische Armgerudere von Mithu Sanyal, aber auch wieder unterhalten. So auch die nordisch reserviert wirkende, emotionslos kühle Vortragsweise von Mara Delius, die es (durchaus nicht humorlos) als Kompliment verstanden wissen will, wenn sie einem Text attestiert, dass er kühl sei. Schön, dass nicht alle gleich sind! Die bunte Mischung machts. Was mich jedes Mal stutzen lässt, ist die Betonung des Nachnamens von Klaus Kastberger durch Brigitte Schwens-Harrant: "KasT-BeR-ger", unerwartet auf die Silben verteilt. Und auch ein Liebling von mir: der Moderator Peter Fässlacher, gebürtiger Villacher, der nach jeder Jury-Diskussion eine launige Zusammenfassung der pikanteren Aussagen macht.



Für mich war diesmal kein Text dabei, der mich explizit oder durchgängig berührt hätte, aber es gab einzelne Stellen. Sowohl bei der Preisträgerin Lena Schätte, als auch Derya Uzun, wie auch Gesche Heumann. Ich bin wieder einmal, wie eigentlich immer, konzentrationsmäßig ausgestiegen, wenn der Lesefluss nicht flüssig in meinem Sinne war, das ist mir immer zu anstrengend, dann dreh ich den Ton ab, was keine Kritik am Text ist, selbstverständlich nicht. Der Lese-Duktus von Wolfgang Popp, hörbar österreichisch, war dagegen eine Wohltat für mein musikalisches Gehör. Ich hatte auch damit gerechnet, ähnlich wie Laura de Weck von der Jury, dass er frech einen anderen Text liest, als den eingereichten, was u. a. Thema seines Vortrags war. Nun ist er vorbei, der diesjährige "Bewerb" aus Klagenfurt wie es österreichisch so schön heißt. Gratulation an alle Preisträgerinnen!

27. Juni 2026



On va! Auf geht's - vamos - andiamo! - let's go...!

27. Juni 2026





Das vierte Kleid, schwarz-beige. Heute gegen zwölf Uhr mittags, da waren es aber erst 34 Grad. Ich beschloss, möglichst früh raus zu gehen, um bei dm Klopapier und bei Rewe Tonic Water und Jever zu holen. Je früher, desto besser! Inzwischen dürfte bekannt sein, dass nicht mittags die höchste Tagestemperatur ist, sondern erst am Nachmittag bis zum frühen Abend. Also jetzt. 39 Grad. Ich war also draußen und habe alles besorgt. Vorher und danach den Bachmannpreis-Livestream aus Klagenfurt geguckt. Die Nachmittagstexte sagten mir mehr als die vom Vormittag. Nun noch ein wenig ruhen und dann gehts zum Kino Krokodil im Prenzlauer Berg, treffe mich mit Freundinnen und wir gucken "Jemand, der einmal ich war", die Bachmann-Doku mit Mitwirkung von Sandra Hüller. Habe vor mit der M1, der Tram hinzufahren, dann noch 6 Minuten Fußweg. Esse gerade noch was, dann noch mal aufhübschen und los gehts. Ist auch ein kleines Bloggertreffen.

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Margarete 17. Juli...
17.07.26, 21:27
g a g a
Achtung! Liste wurde...
17.07.26, 15:29
g a g a
Irrtum-Irrtum: ich...
17.07.26, 15:17
NeonWilderness
Ich glaube, dieser...
17.07.26, 15:05
g a g a
Ich will jetzt nicht...
17.07.26, 14:51
NeonWilderness
Ein verlegener Ben...
17.07.26, 14:42
g a g a
Eben... ich stellte...
17.07.26, 12:41
NeonWilderness
Hatte das gleiche...
17.07.26, 01:42
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Margarete 16. Juli...
17.07.26, 00:25
g a g a
Für mich ist das kein...
15.07.26, 21:45
NeonWilderness
Pardon me. Ich hatte...
15.07.26, 21:10
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g a g a
bin gerade exakt so...
15.07.26, 18:49
NeonWilderness
Also bei mir (Chrome)...
15.07.26, 18:38
NeonWilderness
Bonus Tipp: Du kannst...
15.07.26, 18:36
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Mein Container ist...
15.07.26, 18:36
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Wer sich auch fragt,...
15.07.26, 15:42
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Bei der Größe von...
14.07.26, 17:30
NeonWilderness
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Tatsächlich... die...
14.07.26, 16:42

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