BELUGA. Puderdosendeckelrahmen, Beluga-Linsen, Metallteil unerinnerbarer Provenienz, Kleber, Grundierung, Leinwandkarton, 48 x 68 cm, 8. und 9. Februar 2020, Staatl. Museen von Gaganien
Statt Nougatei ein etwas anderes Ei aus Beluga-Linsen. Eine kleine Linse ist ja auch eine Art Ei, es beherbergt einen geheimen Code aus Zellen, aus denen einmal etwas Großes werden kann, wenn man es zulässt. Wie komme ich auf die Idee Beluga-Linsen aufzukleben? Ich hatte welche gekauft, mit der Absicht sie zu kochen und zu essen. Zweimal hatte ich es probiert und festgestellt, dass sie mir überhaupt nicht schmecken, es war einfach ein langweiliges Gericht, auch mit Reis gemischt. Ebenfalls langweilten mich diese orangefarbenen roten Linsen, die habe ich aber aufgegessen, sie waren ganz okay, wenn auch nicht der Olymp für meine Geschmackssinne. Dabei bin ich sehr virtuos, wenn es darum geht, langweilige Ausgangsprodukte mit entsprechenden Gewürzen zu einem delikaten Gericht zu machen. Das ist auch alles Geschmackssache. Mich kann man z. B mit Cous-Cous auch nicht hinter dem Ofen hervorlocken, 1995 in einem nordafrikanischen Spezialitätenrestaurant in Paris gegessen, neben der Großen Moschee im Quartier Latin, bin fast eingeschlafen vor Langeweile beim Essen. Hat ewig lange gedauert, bis das hübsche, original marokkanische Tajine-Gefäß auf dem Tisch serviert wurde, meine Erwartungen war groß und die Enttäuschung ebenso. Das war alles kochend heiß, sehr weich und beliebig, und sehr schwach gewürzt, was ich gerade völlig anders erwartet hätte. Ich habe gerne Essen mit Biss und gut gewürzt, viel grober Pfeffer, etwas Schärfe, Salz, Kräuterchen. In Sachen Langweiligkeit erinnerten mich die Beluga Linsen an Cous-Cous. Aber sie sehen sehr hübsch aus, so hatte ich Lust, ihnen auf diesem Weg eine letzte Ehre zu erweisen. In der Mitte musste ein Kontrapunkt hin, da kam mir das leere Puderdöschen gerade recht.
