....aus aktuellem Anlass...
Post vom 4. März 2016.
Na bitte: geht doch, Facebook!
(das meinte ich mit Bilder verlinken: Delikatessen nicht uploaden - querVERLINKEN!)
[ DISCLAIMER: INHALTE WURDEN ZU BILDUNGSZWECKEN GEPOSTET! ]

petit four
g a g a - 13. April 2016, 02:14
(Selbstgespräch. Keine voreiligen Schlüsse ziehen; incl. Kommentar-Striptease )
„Welcher Teil der menschlichen Anatomie schwillt bei Erregung auf seine sechsfache Größe?“, fragt die Professorin in ihrer medizinischen Einführungsvorlesung. Peinliches Schweigen. „Na, kommen Sie schon, Sie werden doch eine Idee haben. Raten Sie einfach.“ Noch immer Schweigen, bis sich der einzige Mann im Hörsaal meldet. Die Professorin winkt ab. „Nein, vergessen Sie’s. Die richtige Antwort ist: die Pupillen.“ Keine voreiligen Schlüsse ziehen. Gestern Nachmittag darauf zu sprechen gekommen. Jede erste Schlussfolgerung basiert auf dem prägendsten Erfahrungswert, dem tiefsten Abdruck im Gefühlsgedächtnis. Dem erstbesten Einrasten im Abgleich-Raster. Nicht immer einfach, die eigenen Konditionierungen zu durchschauen und in Frage zu stellen. Andererseits haben diese Prägungen im Fall einer ernsten Gefahr die gute Funktion ein stabiles Alarmsystem zu gewährleisten. Wenn allerdings die Warnsensoren zu empfindlich eingestellt sind, und bei dem geringsten Lüftchen Feueralarm ausgelöst wird, mutiert dieses Schutzsystem zur Belastung. Beeinträchtigung der Lebensqualität. Dauergefiepe. Wie justiert man sein System neu? Auf eine geringere Empfindlichkeitsstufe? Neue Prägungen, die die alten an Dominanz überlagern, noch stärker sind, müssen her. Den schönen Lehrsatz täglich herzubeten, reicht nicht. Keine voreiligen Schlüsse ziehen. Aber man kann so tun, als hätte man ihn bereits verinnerlicht. Vielleicht wirkt dann Zauber, self-fulfilling prophecy. Kleines psychologisches Selbstgespräch. Bedrängt einen die Lebenserfahrung, sehnt man sich nach kindlicher Naivität und Arglosigkeit. Wird man als junger Mensch seiner allumfassenden Naivität gewahr, weil man fehlende Lebenserfahrung realisiert, ist man peinlich berührt. Allein, das wachsende Potenzial zu durchschauen, wie man tickt, macht das Lebensalter mit vielfacher Erfahrung lebenswerter. Komplexer. Und vielleicht doch weniger schmerzhaft. Weil man sich auch an die Fülle des bereits Verschmerzten erinnert. Manche Narben machen einen interessanter. Nicht alle. Ich habe viele, alle Varianten dabei. Muss aber auch nicht jeder gleich sehen. Filigrane Bereiche. Manche Narben müssen auch noch gepflegt werden. Bis das Rot, wo der Riss in der Haut war, kaum mehr erkennbar ist, nur eine feine Linie, eine kleine abweichende Struktur.
g a g a - 12. April 2016, 14:47