23. Juli 2024

Alma (1915 - 1982) mit ihrem neugeborenen Wunschkind Karin, meiner Mama, 1943 auf die Welt gekommen. Da war Alma schon siebenundzwanzig, bald achtundzwanzig. Eine späte erste Mutter. Ließ auf sich warten, die Kleine und blieb auch das einzige Kind. Wie groß die Freude bei Alma war, dass Karin ihr zwei Enkelkinder schenkte. Meinen Bruder und mich. Eine liebere, warmherzigere Oma hat es nie auf der Welt gegeben. Sie hat uns immer angestrahlt, als wäre es der schönste Tag ihres Lebens. War er ja auch. Gab dann viele davon. Wenn wir zu Besuch gekommen sind, immer auch in den Schulferien, manchmal für mehrere Wochen ohne unsere Eltern, gab es dauernd Hähnchen. Das mochten mein Bruder und ich am allerliebsten. Knuspriges Hähnchen. Und Schwarzwälder Kirschtorte. So wie sie ihrer kleinen Karin den herzigen Spielanzug genäht hat, so hat sie auch mir mit Hingabe Kleider gemacht. In den Siebziger Jahren gab es eine Zeit lang die Mode, dass Kleider "gesmokte" Oberteile hatten und Puffärmel. Das war nicht so leicht zu nähen, aber sie hatte alle Nähtechniken drauf, weil gelernt ist gelernt. Im Krieg hat sie sich mit Näharbeiten über Wasser gehalten, wenn ihr geliebter André an der Front war. Zum Glück ist er zurückgekommen. Wenn auch nur mit einem Bein. Das andere hat er 1940 in den französischen Ardennen verloren, bei der Schlacht um Sedan. Es war ihm ein Graus in den Krieg zu ziehen, er hatte gar keine Lust, seine junge Alma allein zu lassen. Aber er konnte sich nicht entziehen. ich nehme an, hoffe, dass er als Kriegsinvalider nicht mehr zurück an die Front musste. So konnte die kleine Karin entstehen und er konnte wieder Bilder einer heilen Welt mit Blumenwiesen und tanzenden Elfen sticken.



g a g a - 23. Juli 2024, 17:38
Hast viel von Alma
Gaga Nielsen
wir hatten einen superduper Draht.... 🙂