14. April 2024



Wann hat es eigentlich in gut situierten Schichten aufgehört, die künftige eigene Grabstätte oder die von nächsten Angehörigen als Statussymbol zu sehen? Mir fällt kein einziges Beispiel ein, wo eine wohlhabende, eventuell sogar prominente verstorbene Person jüngerer Zeit ein monumentales oder sonstwie, z. B. bildhauerisch, bemerkenswertes Grab erhalten hätte, das auch für Nicht-Angehörige sehenswert, und damit einen Besuch wert wäre. Außer F.C. Gundlach - der Fotograf hatte sich bereits zu Lebzeiten eine spektakuläre Würfel-Skulptur auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg erschaffen. Und Rudolf Mooshammer. Aber die geradezu königliche Grabstätte des aus sehr einfachen Verhältnissen stammenden Modeschöpfers Mooshammer ist ein historisches Grabmal, das er für seine verehrte Mutter und sich gekauft hatte. In der jüdischen Sepulkralkultur ist verankert, dass Gräber nicht, niemals aufgelöst werden dürfen. Sie werden tatsächlich für die Ewigkeit angelegt. Das ist in der christlichen Bestattungskultur leider anders, dort "laufen" Gräber "ab". Bedauerlich und auch etwas pietätlos, wie ich finde. Diese schöne Grabstätte von DR. HERRMANN - er scheint da alleine zu residieren - ist ihm also auf ewig sicher, es sei ihm gegönnt. Und ich habe sie gerne gesehen.



iGing - So, 14. Apr, 11:17

Ich hoffe, das ist jetzt nicht pietätlos, aber wenn ich mir vorstelle, jedes Grab, das jemals angelegt wurde, wäre noch erhalten, dann hätten wir einen Friedhof, dessen Grösse ich mir gar nicht ausmalen kann. Und überall wäre es ähnlich. Ein etwas unrealistisches Konzept!
Dazu die Frage, warum Prominente ein auffallendes Ehrenmal erhalten sollten - ja, warum? Spätestens im Tod sind alle wieder gleich. Und so sollte es m.A.n. auch gehandhabt werden.

g a g a - So, 14. Apr, 11:38

Die irdische Bevölkerung besteht aus bescheidenen und weniger bescheidenen Menschen. Die kleineren Gräber der bescheidenen verfallen und lösen sich in gewisser Weise von selbst auf, die von der Anzahl her immer vergleichsweise wenigen, kunstvollen, monumentalen Gräber haben längeren Bestand. Exponierte Persönlichkeiten haben eher die Veranlagung - bzw. auch die Erwartung des Publikums - eine exponierte Grabstätte zu haben. Ich finde es z. B. äußerst bedauerlich, dass David Bowie seine Asche in irgendeinem Park in Asien verstreuen hat lassen, es gibt keine verortete Gedenkstätte. Außer in meinem Atelier, wo ich ein Bild geschaffen habe, das so hochwertig gerahmt ist, dass es die Qualität für ewiges Gedenken hat. Man möchte gerne auch einmal zum letzten Aufenthaltsort eines verehrten Künstlers pilgern. Ich zumindest. Nein, auch im Tod sind nicht alle gleich. Ich freue mich aber auch genauso über schöne Gräber von Unbekannten, siehe mein ausufernder Spaziergang über den Jüdischen Friedhof Weißensee. Ich kenne da viele nicht, die die phantastischsten Gräber haben. Spielt auch keine Rolle. Die Freude an der Schönheit der Monumente ist mir vollkommen ausreichend.

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