08. März 2026



Noch drei Bilder von Freitag, nach dem Besuch in der Galerie war ich ein wenig sentimental. Wegen Rosa. Und auch Elfi Mikesch, und der so schnell verrinnenden Zeit. Sie ist jetzt 85 und noch da. Als ich ihr vor achtzehn Jahren bei Rosa begegnete, war sie 67. Ich war Anfang Vierzig, jetzt hab ich auch eine 6 vorne. Ein paar Wimpernschläge und die Zahl ändert sich wieder. Die blöden Zahlen. Sicher hat jemand zu Beginn ihrer Ausstellungseröffnung eine Ansprache gehalten, die ich versäumte, weil viel später erst vor Ort. Bei der diesjährigen Berlinale hat sie einen Preis für ihr Lebenswerk erhalten. Den Ehrenpreis der Deutschen Filmkritik. Irgendwie fand ich, sie hätte in der Galerie auf einem unübersehbaren Thron sitzen müssen und Hof halten. Das ist platzmäßig dort leider nicht möglich. Und sie ist auch keine Rampensau, wirkt im Hintergrund. Es machte mich dennoch melancholisch, dass sie so unscheinbar ganz hinten war. Ich habe aber ein paar Gruppenbilder gesehen, da wurde sie in die Mitte genommen und strahlte zufrieden. Das war sehr schön zu sehen.



Nun schon wieder Sonntagnachmittag, gab wieder Sonne, wieder am offenen, sonnigen Fenster spät gefrühstückt. Für den Balkon ist es mir noch nicht warm genug. Bisschen geräumt, sich auflösenden Bilderrahmen geleimt, Bild wieder in den Rahmen mit ovalem Doppelpassepartout eingesetzt, bevor es wieder seinen Platz auf dem Kleiderschrank im Flur einnimmt, neben den blauweißen Deckelvasen aus China, aus Bodrum und sonstwoher. Wenn es etwas zu leimen gibt, haben sich meine Chrom-Hanteln als Beschwerung bewährt. Habe ich die jemals ernsthaft für den eigentlichen Zweck verwendet…? Ich kann mich nicht erinnern, vielleicht anfangs ein paar wenige Male, als sie neu waren. Und als ich im Ellenbogengelenk einen Golf- als auch Tennisarm hatte (obwohl ich beides nicht spiele), empfahl mir der Physiotherapeut, der aussah wie Clark Kent, die Hanteln zu benutzen. Bin dem aber kaum nachgekommen, ist auch ohne Hanteln wieder geworden. Die Kartoffeln auf dem Herd sind durch, ich mache mir jetzt einen Kartoffelsalat. Übrigens schäle ich Kartoffeln nie, mich stört die Schale beim Essen nicht. Sollen sich auch Vitamine drin verstecken. Prise Salz, frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, Mayonnaise, gewürfelte rote Zwiebel und paar Cornichons. Fertig.

07. März 2026



Rosa... ach Rosa. Rosa von Praunheim. 25. November 1942 - 17. Dezember 2025. Fotografiert von Elfi Mikesch, Beyond. Reality.





07. März 2026

[nächtliche Message an Jan]





"Ich war heute bei Beyond Reality, aber erst kurz vor Sieben, warst schon weg... schade. Bin nur ca. zehn Minuten geblieben, paar Bilder gemacht. Elfi Mikesch hinten in der Ecke sitzend, im Gespräch mit einer Frau, die auch saß. Hab sie nur im Vorbeigehen von oben mit der Kamera gestreift... Klaus Memmert lud mich noch ein, nachher mit ins Terzo Mondo zu gehen, aber danach war mir nicht so... bin dann gleich nach Hause... (...) Die Fotografien, die Rosa zeigten, mochte ich am liebsten. Und das von Werner Schroeter als jungem Mann, das große Portrait."

07. März 2026



Der zarte Rebell Werner Schroeter, im Alter von neunzehn Jahren, eingefangen von Elfi Mikesch. Ähnliche Gesichtszüge wie Gil Ofarim, der sich in der Öffentlichkeit verstolpernde Sohn von Abi, dachte ich einen kurzen Moment. Klaus, der Galerist, zeigte sich etwas überrascht, dass ich Werner Schroeter auf Anhieb erkannte.



Nicht nur, weil mir seine Verbindung zu Rosa von Praunheim sofort wieder präsent war, der in diesem kleinen Ausstellungsraum mehrfach vertreten ist. Unser aller schmerzlich vermisster, geliebter Rosa. Bei dem expressiven Frauenportrait wusste ich nicht gleich, wer da zu sehen ist. Ute Lemper fiel mir vage ein, aber die Ästhetik des Bildes wirkt wie aus einer anderen Ära, könnte auch Joan Crawford sein. Um die eingefangen zu haben, müsste Elfi Mikesch älterer Generation sein. Es ist: Tabea Blumenschein.

07. März 2026





Galerie Beyond. Reality. , Schlüterstraße 70 in Charlottenburg

07. März 2026







Schönes Wochenende aus Berlin! Sonne scheint, wolkenlos, tippe am offenen Fenster, wie Gott mich schuf. Gestern mit Kessler-Zwillinge-Gedenkmütze zur Galerie "Beyond. Reality." in der Schlüterstraße 70, wo Elfi Mikesch, Kamerafrau, Regisseurin und Fotografin, die von Anbeginn die Kamera bei Rosa von Praunheim geführt hatte, in ihrer Ausstellung "EXIST", Bilder aus mehreren Jahrzehnten ihres Schaffens zeigt. "Gedenkmütze" weil ich nach dem Abschied von Alice und Ellen Kessler im vergangenen November eine Doku sah. Sie spazierten in Hamburg an der Alster entlang und jede hatte so eine Ballonmütze auf, in verschiedenen Farben. Die wollte ich dann auch. Deswegen.

06. März 2026

Ich vermute, das war heute ein anderer Koch als der, der gestern den guten Schweinerollbraten und neulich die hervorragenden Königsberger Klopse gezaubert hat. Es gab gerade Fischfilet, von welchem Fisch, konnte ich nicht identifizieren. Hat nach fast nichts geschmeckt und war nur gedünstet, leider nicht in guter Butter angebraten, was sehr geholfen hätte. Dazu einen langweiligen Kartoffelbrei, was eine Verwechslung war. Die neue Servicekraft, sehr bemüht, mit osteuropäischem Akzent, älteres Modell, guckt mich oft an, als ob sie mich nicht versteht, sich aber nicht traut, es zuzugeben. Ich hätte lieber die Ofenkartoffeln gehabt, Drillinge mit Rosmarin, dann war es schon zu spät. Wirklich gar nicht gut geraten war der Spinat. Ich mag Spinat ausgesprochen gerne, bereite ihn selbst oft zu, aber immer von frischen Blättern, diesen "Baby-Spinat"-Beuteln. Der auf meinem Teller heute sah aus wie wenn man so eine Packung frische Spinatblätter aufmacht und drei Wochen später wieder betrachtet. Dunkelgrün schleimige Fäden, reif für den Kompost. Nicht, dass ich unterstelle, dass es verdorbener Spinat war, der auf dem Teller landete, sah aber so aus. Wenn ich frischen oder Tiefkühlspinat dermaßen zerkoche, dass er keinerlei Biss und Kontur mehr hat, wäre meine Empfehlung ihn zu pürieren und mit einem dicken Schuss Sahne und Gewürzen zu verfeinern oder besser gesagt: zu optimieren. Habe heute kein Feedback zum Essen gegeben, wollte nicht herummäkeln, damit die neue Kraft keinen peinlichen Moment hat, so kurz vorm Wochenende. Sie kann ja auch nichts dafür. Ich spare aber nie mit Lob, wenn es besonders gut geschmeckt hat und bitte immer darum, dass es an den Koch weitergegeben wird. Durch mein recht regelmäßiges Mittagessen dort, finde ich immer Gehör, wenn ich eine kleine Abwandlung vom Standard-Menü möchte, klappt immer. Meine Lieblings-Service-Mitarbeiterin, die Italienerin, hat mir heute gesagt, dass ich der einzige Gast bin, der regelmäßig Hauptmahlzeit, Getränk und Nachtisch nimmt. Und selbstverständlich alles aufisst, aber das ist ja keine Neuigkeit.

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