23. Oktober 2024





Wieder Herbst am Gipsdreieck, vorhin schnell eingefangen, bevor es dunkelte. Dabei meine dreizehn Nachrücker auf der Lieblingsplaylist durchgehört. Es sind bis auf drei neu dazugekommene Titel, überwiegend ältere Songs, die schon mal darauf waren und eine Weile pausieren durften. Willkommen zurück! Schon einmal dabei gewesen und nun zurückgekehrt sind:

Dalaras – Mi Milas
Dean Martin - Sway
Ilse de Lange - Für Dich
Jenny Kittmann & Karl Neukauf - Sag es leise
Julio Iglesias - Un Canto A Galicia
Neil Young – Comes A Time
Neil Young – Lotta Love
Oleta Adams - Get Here
Sophia Loren & Tonis Maroudas - Ti ne afto pou to lene agapi
Thin Lizzy - Dancing in the Moonlight




Neu hingegen, da zum ersten mal mit dabei, sind diese drei Lieder:
Marvin Hamlisch - The Way We Were (Orchesterfassung)
Udo Jürgens - Als ich fortging (neu, post mortem veröffentlicht)
Zach Bryan - I remember everything (jüngst von mir entdeckt).



Das Udo Jürgens-Lied ist wohlgemerkt eine völlig andere Komposition, als der alte DDR-Hit von Karussell. Udo hat zufällig denselben Titel gewählt, seine Kinder Jenny und John haben es im Nachlass seiner unveröffentlichten Demos entdeckt und den versierten Produzenten Curt Cress gewinnen können. Es klingt von vorne bis hinten wie eine große Udo Jürgens-Ballade. Anrührend. Nicht so ganz überzeugt mich hingegen das eigens dafür gedrehte Video in elegantem Schwarzweiß vor Wiener Kulisse. Visuell sehr ansprechend und ästhetisch, wie eine Werbung für Burberry Trenchcoats. Mich stört der betont melancholisch guckende männliche Darsteller. Das ist mir zu plakativ. Besser hätte ich es gefunden, wenn man gar keinen Kopf von ihm gesehen hätte. Meinethalben gerne einen durchs schöne Wien flanierenden Mann ohne Gesicht, so dass man eher an Udo hätte denken können. Damit noch etwas im Unwägbaren bleibt. So ist es mir eindeutig zu dick aufgetragen, schwülstig, parfümiert. Das hat dieses Chanson überhaupt nicht nötig. Ich muss dazu kein zerknautschtes Männergesicht sehen, das mit vielsagendem Dackelblick pathetisch in die Ferne guckt. Aber musikalisch wie das Best of seiner schönsten Balladen. Ein letzter Abschiedsgruß von Udo.



23. Oktober 2024

Hier kommt wieder einmal ein historisches, privates Briefdokument aus dem Nachlass meiner Mama. Ich vermute, es ist einer der ersten Briefe, den Karin 1963 aus Ostberlin erhalten hat. Die Schreiberin war eine Cousine meines Vaters, die sie damals noch nicht persönlich kannte, da es nach dem Mauerbau für die Berliner Angehörigen keine Möglichkeit gab, zur Hochzeit nach Westdeutschland zu reisen und die Braut, also meine Mutter, persönlich kennenzulernen. Die Zeilen richten sich daher (noch) nicht direkt an Karin, sondern an die ganze Familie, also meinen Vater und seine Eltern. 1963 war ich noch nicht auf der Welt, aber Mama gerade schwanger mit meinem Bruder. Erst als Anne, die den Brief schrieb, im Pensionsalter war, durfte sie regelmäßig Familienangehörige im Westen besuchen. So ein Visum hatten viele. So hat sich durch die Besuche ein tiefes Vertrauensverhältnis entwickelt, man könnte sagen, Karin und Ihre quasi-Schwieger-Cousine oder wie man das nennen könnte, haben eine richtige Freundschaft entwickelt und sich viel Familiäres mitgeteilt. Die Ostberliner Familie war auch Adressat unserer Westpakete nach Ostberlin. Zu dieser Familie gehörte auch Wolfgang, der damalige Schlagzeuger von Manfred Krugs Combo. Etwas mehr noch zur Korrespondenz zwischen den Familien habe ich gerade in einer Kommentarantwort an Saskia geschrieben, wo es um die von uns beiden sehr geschätzte Musik von Manfred Krug ging, der rekordverdächtig mit sieben Liedern auf meiner Lieblingsplaylist ist.





»Saskia: „Danke für den Abend“ mein absolutes Lieblingslied von Manfred Krug (...) Und dein Onkel hat in der Band gespielt? 🙌

Gaga: Wolfgang „Zicke“ Schneider, der auf allen Platten von Manfred Krug, auch seiner allerletzten, kurz vor seinem Tod aufgenommenen, Schlagzeug gespielt hat, auch Jahre mit ihm tourte, und der heute noch in der Combo vom legendären DDR-Bandleader Günther Fischer spielt, hat in den Siebzigern Annelore geheiratet, die Tochter meiner Ostberliner Tante Anne, die eine Cousine meines Vaters war. Es gab immer innigen Briefwechsel zwischen dem Ostberliner Familienzweig und meinen Eltern. Erst gestern hatte ich drei Briefe aus dem Nachlass meiner Mama in der Hand. Einen von 1963, nach Mauerbau, einen von 1988, vor Mauerfall und einen von Januar 1990, kurz nach Mauerfall. Bewegend. Den von 1963 poste ich mal. Da kommt Wolfgang noch nicht drin vor, nur seine künftige Angetraute, die damals 17-jährige Annelore. Ich hab sie mal kurz vor Mauerfall in Ostberlin besucht, das war sehr nett. Im Bad stand französisches Parfum, das hatte Wolfgang mitgebracht, wenn er im Westen auf Tour war, bei Jazzfestivals, er gehörte zum sog. „Reisekader“.



Für mich war er von Kind an ein vertrauter ferner Onkel, weil so oft von ihm und seinen Aktivitäten mit „Manne“ in der Familie die Rede war (z. B. auch Triviales aber doch Bemerkenswertes wie, dass „Manne“ neuerdings eine Sauna in seinem Haus hatte, die die Band dann auch mal ausprobierte). Dass er anfing im Metropol-Theater zu spielen und auch als es dann nach vielen Jahren, wegen der „Abwicklung“ vorbei war. In den Briefen ist ein sehr vertrauter Ton und auch tw. so familieninterne Details bzw. in den späteren Briefen, als die Zensur vorbei war, so unverblümte Aussagen, dass ich mich gar nicht trauen würde, sie in Gänze zu veröffentlichen 🙂 Die Tante, die so viele Briefe geschrieben hat, Wolfgangs Schwiegermutter ist 2016 in derselben Woche wie Manfred Krug gestorben, hochbetagt. Ich glaube, in meinem Elternhaus finden sich Hunderte Briefe über fünfzig Jahre hinweg von ihr, in der sie en detail mitteilte, was in der Berliner Familie gerade Wichtiges passierte. Hier ist ein schönes Interview mit Wolfgang in der TAZ.«

23. Oktober 2024







Nachdenken über die Musik auf meiner Playlist, auch schon 2008.

22. Oktober 2024

Es ist kompliziert

21. Oktober 2024

Beschäftige mich mit der Aktualisierung der Lieblingsplaylist. Entschieden, die folgenden 13 Titel runterzuschubsen:

1. Tems - Me & U - nett, aber nicht wirklich interessant genug
2. Julio Iglesias – Caruso – Ti voglio bene assai - weil doppelt
3. Brigitte Bardot - La Madrague - weil doppelt
4. Michael Bublé – Everything - zu mittelmäßig
5. Franz Schubert; Richard Tauber – Ständchen - weil doppelt
6. Jesse & The Dandelions – Bluebird - nicht soo interessant, banal
7. Alicia Keys - Empire State Of Mind - zu oft gehört
8. Ethelbert Nevin; Artem Belogurov - Water Scenes - zu behäbig
9. Katey Brooks - I Fought Lovers - zu schwermütig
10. Keira Knightly – Coming up Roses - zu oft gehört, nun lari-fari
11. Barbra Streisand - Between Yesterday & Tomorrow - zu traurig
12. Vonda Shepard – Vincent (starry starry night) - zu zuckrig
13. Magnetic Fields - No one will ever love you - zu tralala

21. Oktober 2024

Der Rest vom Lieblingsplaylist-Fest:

Bryan Ferry - I'm In The Mood For Love
Nat King Cole - Perfidia
Rosanne Cash - Girl From The North Country (live, Band)
Manfred Krug - Danke für den Abend
Chet Baker - I've Never Been In Love Before
Manfred Krug - Wenn's draußen grün wird
Shawn Mendes & Camila Cabello - Señorita
Julia Neigel - Tief in meiner Seele
Eagles - One Of These Nights



Ich würde schon sagen, das ist eine harte Tür, da reinzukommen. Hut ab vor allen Musik-Künstlern, die es über Jahre, ja Jahrzehnte geschafft haben, ihren Platz zu behaupten. Ich werde noch eine abschließende Auswertung machen, welche Künstler am häufigsten vertreten sind. An denen kann man sich dann ganz praktisch ein gutes Beispiel nehmen, um auch mal auf die Liste in meinem Wohnzimmer zu gelangen. Manch einer hat es schon für kürzere Zeit geschafft, aber war dann doch eine - nun ja - nicht gerade Eintagsfliege - aber halt nicht für die Ewigkeit. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass jemand rausgeflogen ist und dann ein paar Jahre später wieder im Recall war. Das ist eine hochemotionale Angelegenheit mit dieser Playlist. Jetzt habe ich zum Beispiel identifiziert, dass ich derzeit keine übermäßig melancholischen Werke darauf haben möchte, die irgendeine Form von Trauer präsentieren. Elegisch ist passabel, aber nicht abhanden gekommene Hoffnungen dunkelgrau manifestierend.

256/256

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Margarete 3. März...
03.03.26, 21:10
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Margarete 3. März...
03.03.26, 14:31
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Margarete 2. März...
02.03.26, 22:15
g a g a
g a g a
james staut hello...
01.03.26, 21:07
g a g a
Jan Sobottka Beifang...
01.03.26, 20:49
g a g a
Margarete 1. März...
01.03.26, 03:13
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Margarete 28. Februar...
01.03.26, 03:03
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Margarete 28. Februar...
01.03.26, 03:02
g a g a
Margarete 28. Februar...
28.02.26, 17:19
g a g a
Ina Weisse Nur Oldies...
27.02.26, 16:49
g a g a
Lydia Gebel Wuhhh!...
26.02.26, 22:13
g a g a
Margarete 25. Februar...
26.02.26, 10:39
g a g a
Margarete 25. Februar...
25.02.26, 19:21
g a g a
Margarete 24. Februar...
24.02.26, 16:35
g a g a
g a g a
g a g a
Das ist tatsächlich...
23.02.26, 23:26
kid37
g a g a
Saskia Rutner Klingt...
23.02.26, 19:58

21.47
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