09. April 2024





DIE LIEBE HÖRET NIMMER AUF - (Erster Brief Korinther 13, 8)



09. April 2024

Morgendliche Sternstunde, gerade am Bahnhof Zoo: es geht nur im Schneckentempo die S-Bahntreppe runter. Grund: uniformierte Personen. Eine Schulklasse halbwüchsiger Engländerinnen in Schuluniform tapst aufgeregt die Treppe hinunter und muss sich dabei ganz, ganz viel austauschen. Die süßen Schnatterliesen gucken in alle Himmelsrichtungen, es gibt viel zu besprechen beim großen Klassenausflug. Alter Anfang Pubertät, schätzungsweise zwölf bis vierzehn. Sie haben an: graues, glockiges Mini-Faltenröckchen, weißes, gestärktes Hemdblüschen, marineblauen, taillierten Blazer mit gesticktem Wappen auf der Brusttasche. Strümpfe und Schuhe konnte ich leider nicht sehen, aber ich denke mir dazu adrette Kniestrümpfe und flache Slipper. Ich bin entzückt!

08. April 2024







07. April 2024





HENRIETTE PITSCHPATSCH (186?-1931) geb. BIOW und LOUIS PAPPENHEIM (1818-1875), Autor des zweibändigen Werkes "Handbuch der Sanitäts-Polizei. Nach eigenen Untersuchungen." sowie "Die bleiernen Utensilien für das Hausgebrauchswasser : Chemische Untersuchungen.", erschienen 1868, Verlag Hirschwald

07. April 2024

Habe bei google books das Libretto in altdeutscher Schrift von "Meine Tante - Deine Tante!" von Eduard Jacobson aus dem Jahre 1858 gefunden. Das Stück geht scheinbar gleich mit einem flotten Lied los, welches mich vom Text her stark anspricht. Die Melodie kann ich leider nicht rekonstruieren.

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"Freundlich möblirtes Zimmer. Im Vordergrunde rechts ein Fenster mit einer Gardine daneben ein kleiner Arbeitstisch, worauf Schreibzeug. Links ein Leder-Divan, vor demselben ein Stick- rahmen über demselben ein Spiegel. Neben dem Divan, rechts, ein cylinderförmiger Hut-Carton. Portraits, Stühle etc. Mittelthür links Seitenthür. Rechts und Links vom Zuschauer aus.

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1. Scene.
Sie (in Kleidung und Haltung einer 40 - 50-jährigen Matrone, eine große Brille auf der Nase, sitzt am Arbeitstische rechts und strickt. Sprache und Gesang etwas näselnd).

Entrée-Lied No 1.

Das Alter ist 'ne schwere Last,
'Ne grenzenlose Pein,
Entblößt von allen Freuden fast,
Steht da man, ganz allein.
Einst war ich freilich jung und schön,
Und angebetet sehr,
Es war 'ne Lust mich anzuseh'n,
Doch, das ist lange her
Ach ach

Das ist schon lange her.
Zwölf Leutenants duellirten sich,
Ein Schneider schoß sich todt,
Geheimraths strangulirten sich,
vor lauter Liebesnoth.

(Sie steht auf.)

Ein Königreich, mir Mancher schwur,
Gäb' für 'nen Kuß er her,
Sein Leben für 'ne Locke nur,
Doch, das ist lange her,
Ach
ach
Das ist schon lange her.

(Spricht näselnd.) Ja ich habe den Männern einmal viel zu schaffen gemacht (...)"


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Hat Charme!

07. April 2024





Bei (S)ALOMON ABRAHAM RATHENA(U) fehlen zwei Buchstaben. EDUARD JACOBSOHN bleibt ein Mysterium. Ich dachte zunächst, es handele sich hier um die Grabstätte von EDUARD JACOBSON (1833 - 1897). Letzterer war zu seiner Zeit ein sehr erfolgreicher Dramatiker. Hätte sein können, dass er das H aus seinem Namen gestrichen hat, weil Jacobson eleganter klingt. Ich nahm an, der große Federkiel am Grabstein sei eine Anspielung auf seine schreibende Zunft. Aber das Geburts- und Sterbedatum auf dem Stein ist ein völlig anderes als im Wikipedia-Eintrag. Der Dramatiker und Stückeschreiber Eduard Jacobson war der Sohn eines Rabbiners und starb in Berlin. Vielleicht liegt er ja doch auf dem Friedhof in Weißensee, in einer anderen Ecke.



Jedenfalls ein interessanter Mann. Seine musikalischen Possen gehörten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den meistgespielten Stücken, wie ich gerade lese, und wurden auf allen deutschen Bühnen gespielt. Sie haben lustige Titel wie zum Beispiel "Meine Tante - deine Tante!", "Bei Wasser und Brot", "Lady Beefsteak", "Lehmanns Jugendliebe", "Backfische, oder: ein Mädchen-Pensionat", "Seine bessere Hälfte", "Narziß im Frack", "Kammerkätzchen", "Die schöne Sünderin", "Je toller, je besser!", " "Was den Frauen gefällt", "Der Nachbar zur Linken", "Die Salontirolerin", "Das schöne Geschlecht". Nie davon gehört. Ein gewisser Gustav Michaelis hat zu den meisten Stücken die Musik komponiert. Man wird direkt neugierig und hätte Lust ins Theater zu gehen! Ein echter Fundus. Danke an den "inniggeliebten Mann, unseren treusorgenden, unvergesslichen Vater" Eduard Jacobsohn mit H, für diese Entdeckung, neun Jahre nach meinem Ausflug. Ich habe diese Fotostrecke übrigens noch nie gezeigt, erst Freitag hochgeladen. Ich kam nie dazu, mich erschlug auch das Konvolut von vierhundert Bildern, nun reduziert auf zweihundertdreißig.

07. April 2024







Rechts der Kuppel das Familien-Mausoleum des sehr prominenten Berliner Verlegers "Zeitungskönig" Rudolf Mosse (1843 - 1920)

07. April 2024











07. April 2024







Rhododendron an den Wegen bei den ewigen Gräbern...

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Margarete 28. November...
28.11.25, 21:13
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MICH NICHT!
28.11.25, 19:16
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Saskia Rutner Was...
28.11.25, 10:43
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kid37
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