19. Februar 2023

Und noch ein Einkaufstipp für alle, die wie ich fast schon verzweifelt nach stichfestem Joghurt suchen, wie er früher in jedem Kühlregal zu finden war. Ich habe mich nun durch diverse Angebote durchprobiert und bin bei „Bulgaria Joghurt“ 3,5 im großen blauen Becher von Hansana, bei Rewe erhältlich, gelandet.

Es lassen sich zwar einige herbeigoogeln, die finde ich aber alle nicht in meinen Berliner Super- oder Biomärkten. Zum Beispiel nirgendwo gesehen, der angeblich vorhandene stichfeste Joghurt von Landliebe. Dann gibt es ein paar gelobte Marken, die wohl aus Baden Württemberg kommen und auch nur dort zu kaufen sind.

Der stichfeste von JA! im kleinen vierer-Pack-Becher ist nicht richtig stichfest und schmeckt ausgesprochen mager, obwohl ich sonst ein großer Fan der JA!-Produkte bin. Ich finde ja schon den Namen super. Also dieser Bulgaria Joghurt entspricht genau dem, was ich früher am liebsten mochte, und auch heute noch.

Bis vor ein paar Jahren hatte Aldi stichfesten im Viererpack, den konnte man sogar stürzen, wie einen Pudding. Wurde aus dem Sortiment genommen und in den letzten Jahren gibt es diese mir nicht verständliche Mode, Joghurt als „cremig gerührt“ anzupreisen.

Möglicherweise nur ein cleverer Schachzug, um das Produkt mit Wasser verdünnt, sparsamer abzufüllen. Ich lege keinerlei Wert auf „cremig gerührt“. Griechischen Joghurt habe ich auch probiert, schmeckt mir nicht, ist mir vom Geschmack her zu fettig und schwer.

Joghurt gehört zu meinem Frühstück an Tagen, an denen ich ausschlafen kann. Findet dann mehr oder weniger erst mittags statt. Ich schnipple mir ein paar Obstsorten klein, derzeit immer ein Elstar-Apfel, eine Orange und ein paar Weintrauben, dazu viel Kaffee mit schaumig geschüttelter Biosahne.

Bin nicht der klassische Frühstückstyp mit Brötchen, Marmelade und Käse- und Wurstplatte. Wenn ich früh raus muss, gibts nur Kaffee. Da ich meist recht spät zu Bett gehe, esse ich auch oft spät noch etwas, daher stellt sich zur frühen Stunde kein Frühstückshunger ein.

Jetzt fahre ich gestärkt in meine Vergolder-Werkstatt. Da warten mehrere eingepinselte Teile darauf, dass ich Gold anlege. Habe festgestellt, dass es ganz gut ist, eine Nacht damit zu warten, lieber später als zu früh anlegen.

19. Februar 2023

Hier zeigt sich die Sonne immer wieder. Gestern, als ich meinen Eintrag fertig hatte, fiel mir auf, dass mir doch mitunter sehr persönliche Offenbarungen unterlaufen. Das passiert einfach, aber meist eher in den letzten Absätzen, oder nahezu versteckt in ausschweifenden Kommentaren, zu denen ich neige. Und die lesen ja nicht alle, also längere Einträge und meine Kommentare in meinem Blog und anderswo. Insofern ist dem Schutzreflex doch wieder genüge getan. Ich habe so einen unkoordinierten Ansatz beim Eintrag verfassen. Ein bestimmtes Thema oder Ereignis ist die Initialzündung und dann kommen Gedankensprünge, niedergeschrieben wie in den Sinn gekommen. Was als Erinnerung an ein wiederentdecktes Lied beginnt, endet als tiefenpsychologische Selbstbetrachtung. Aber das kann ja auch als eigenständige Qualität gesehen und empfunden werden. Schönen, friedlichen Sonntag allen.

18. Februar 2023

Als ich im letzten Dezember Kinderfotos von mir zeigte, und um korrespondierenden atmosphärischen Text bemüht, die jeweiligen Chart-Hits des Kinderfoto-Aufnahme-Jahres recherchierte, stolperte ich über einen Song, den ich komplett vergessen hatte, und der mich nun gut fünf Jahrzehnte später, erneut verzauberte. "Clair" von Gilbert O'Sullivan, veröffentlicht im Oktober 1972 und gleich ein Riesenhit, Nummer Eins in Großbritannien, wochenlang Nummer Zwei in den USA und auch in vielen anderen Ländern weit oben in den Charts. Es lief auch in Deutschland dauernd im Radio. Da war ich gerade sieben Jahre alt. Ich konnte fast kein Englisch, woher auch. Ich verstand Hello und Good Bye und Thank You Very Much und I Love You. Das wars. Aber dass "Clair" eine Art Liebeslied war, war mir schon klar. Das hörte man ja schon an der hingebungsvollen, zärtlichen Melodie und Darbietung. Ein leichtes Lied wie auf einer Wolke geboren, ohne Probleme und Schwermut, voller Liebe und Hoffnung.

Das Einzige, was mich an dem Song etwas störte, war das Baby-Gegacker am Ende. Da dachte ich dann immer etwas enttäuscht "ach so, das ist für ein Baby". Ich akzeptierte dann etwas widerwillig, dass es kein romantisches Liebeslied war, und verdrängte es schnell wieder. Mir war romantisierte Elternliebe nicht bekannt, ich wurde nicht auf ein Podest gehoben und umschwärmt und geherzt. Ich musste beim Geschirr Abtrocknen und sonstigen Haushaltsarbeiten helfen, wurde viel zurechtgewiesen und meine kindlich aufbegehrenden Widerworte waren in keinster Weise erwünscht. Still und brav sein, nicht auffallen, anpassen, hieß die Parole, ansonsten Strafpredigt. Schon aus dem Grund wollte ich ganz bestimmt keine rosa verpackten Vatergefühle (wie ich dachte) aus dem Radio präsentiert bekommen.

Aber wenn das Lied wieder von vorne anfing, vergaß ich wieder ganz schnell, dass es nicht um eine flirrend aufregende Verliebtheit ging. Als Kind hat man schon eine Vorstellung von Erwachsenen-Liebe, an allen Ecken wird sie gezeigt und besungen, natürlich hauptsächlich in Film und Fernsehen. Aus nächster Nähe kannte ich auch keine Erwachsenen-Zärtlichkeiten. Nie gesehen, nie erlebt. Aber dass da was Schönes dran sein muss, fühlte ich. Zum Beispiel in dem Lied.

Als ich im Dezember dann Videos von Clair suchte, und auch den Text googelte, stolperte ich über für mich unfassbare Debatten darüber, ob Clair das Werk von einem Pädophilen ist. Ich war schockiert, wieviel Dummheit es in der Welt gibt. Inzwischen verstand ich den englischen Text einwandfrei und kannte auch die Hintergrundstory. Gilbert O'Sullivan hatte sich als junger Mann etwas als Babysitter der Tochter einer befreundeten Familie dazuverdient, und er hatte sofort einen Draht zu diesem kleinen Wesen. Er hat das ein paar Jahre gemacht und es blieb bei einer schlichten zärtlichen Zuwendung, dem Gefühl, der Persönlichkeit eines kleinen Menschen stark verbunden zu sein, eben mehr als das nur jobmäßig umsorgende Gefühl von Babysitter zu Kleinkind.



Ich habe das sofort verstanden, und auch, dass es nicht das Geringste mit Pädophilie zu tun hat, sondern unschuldiger zärtlicher Liebe zu einem Lebewesen. Wie zu einer geliebten Katze, die einen besonders verständnisvoll anschaut und die Fingerspitzen ableckt. So eine Katze hatte ich. Da war auch keine Perversion im Spiel. Und als mein einer Neffe geboren wurde, der leider nicht mehr lebt, hatte ich ein besonderes Erlebnis. Mein Bruder besuchte mich eine ganze Weile nach der Geburt und legte mir vertrauensvoll das kleine, hellwache Wesen in den Arm. Es hatte die Augen auf und guckte mich ganz direkt an, und ich fühlte sofort einen starken Draht zu diesem kleinen Jungen, als hätte er mir mein verschüttetes Baby-Bewusstsein zurückgeschenkt. Wir waren auf einer Wellenlänge.

Das war kein mütterliches Gefühl, sondern ein Gefühl tiefer persönlicher Verbundenheit mit einem fertigen Menschen, einer Persönlichkeit, wenn auch in einem Baby-Körper. Aber das muss man vielleicht erlebt haben, um es nachzuvollziehen. Clair ist das unschuldigste Lied auf der Erde, ich liebe es, trotz des Baby-Plots. Ich habe es mir dann runtergeladen und mit einem Audiobearbeitungsprogramm das Baby-Gackern am Ende weggeschnitten. Jetzt ist es perfekt für mich. Und für die kleine siebenjährige Gaga von 1972.

Clair
The moment I met you, I swear
I felt as if something, somewhere
Had happened to me
Which I couldn't see
And then, the moment I met you, again
I knew in my heart
That we were friends
It had to be so
It couldn't be no
But try as hard as I might do
I don't know why
You get to me in a way
I can't describe
Words mean so little
When you look up and smile
I don't care what people say
To me you're more than a child
Oh, Clair
Clair
Clair
If ever a moment so rare
Was captured for all to compare
That moment is you
In all that you do
But why in spite of our
Age difference do I cry
Each time I leave you
I feel I could die
Nothing means more to me
Than hearing you say
I'm going to marry you
Will you marry me, Uncle Ray?
Oh, Clair
Clair
Clair
I've told you before
Don't you dare
Get back into bed
Can't you see that it's late
No you can't have a drink
Oh all right then
But wait just a minute
While I, in an effort to babysit
Catch up on my breath
What there is left of it
You can be murder
At this hour of the day
But in the morning the sun
Will see my lifetime away
Oh, Clair
Clair
Oh, Clair

17. Februar 2023

Das war gestern eine Faschingsparty mit Hindernissen. Ich war nach dem Schornsteinfeger-Termin und meinem Gewerkel eigentlich etwas müde, gar nicht in Stimmung mich großartig zu verkleiden, aber wollte mich dazu zwingen, um keine Spielverderberin, sondern ein "good sport" wie der Brite sagt, zu sein. Also nahm ichs sportlich. Klar war, dass ich mit Vorhandenem arbeiten würde, nichts dazukaufe.

Nun sollte man auch wissen, dass meine letzte Faschingsparty circa um mein zwölftes Lebensjahr herum stattgefunden haben dürfte. Danach war ich strikte Faschings-Verweigerin, ja geradezu stolz, dass ich in ein Bundesland ausgewandert war, in dem Karneval und Fasching eine Fußnote war, die Tage bekam ja auch niemand arbeitsfrei.

Auch in diesem Jahr drängte es mich nicht, nach Faschingsparty-Terminen Ausschau zu halten. Obwohl mir niemand vorwerfen kann, Verkleidungsexperimente zu scheuen, nur dass ich dafür kein Faschings-Etikett benötige. Nun begab es sich aber, dass meine Berliner Lieblings-Coverband, der Berlin Beat Club, zur Faschingsparty ins Ballhaus in der Chausseestraße einlud.

Da ich mich der Gruppe mit großer Solidarität verbunden fühle, und das gestrige Konzert der Auftakt einer Reihe an einem neuen Standort sein könnte, nachdem das Rickenbacker's das Zeitliche segnete, wollte ich mich nicht sperren und das Spielchen mitspielen. Ich freute mich auch schon auf die Verkleidungen der Bandmitglieder, da hatte ich auf einem Foto - wie bereits erwähnt - schon ein fulminantes Beispiel mit John & Yoko-Verkleidung gesehen.

Ich kam also mit meinen Einkaufstüten kurz vor Fünf nach Hause, schaute auf die Uhr und befand, ein Schläfchen könnte meine Verfassung richten. So geschehen, ich stand um Sechs wieder auf, haute mir Nürnberger Rostbratwürstchen in die Pfanne, da ich schon wusste, dass es dort nichts zu essen gäbe. Also Stärkung von Nöten. Beim Essen ging mir durch den Kopf, dass mir definitiv nicht nach einem luftigen Fähnchen oder Flatterkleidchen war, auch nackte Arme wollte ich nicht präsentieren. Ratter ratter in meinem Kopf. Langärmlig?

Ich dachte zehn Sekunden, ich könnte mich als Existenzialistin verkleiden. Schwarze Hose, schwarzer Rollkragenpullover. Fertig. Aber wer erkennt das denn? Nicht mal eine Juliette Gréco-Perücke hätte ich, um den Wiedererkennungswert einer "Existentialistin" im Paris der Fünfziger Jahre zu bestärken. Auch wollte ich nicht die ganze Zeit mit einem Sartre- oder Beauvoir-Schinken unter dem Arm herumlaufen. Wie anstrengend! Mir erschien bald jede Verkleidung zu anstrengend. Dann der Gedanke: "Ach was solls, ich klebe mir einfach nur ein paar meiner überdrehten Las Vegas-Glitzerwimpern an. Fertig".

Irrtum. Ich legte mir die verschiedenen Wimpernsets zurecht und am meisten blinkten mich die mit dem Strass an. Dabei kam mir die Idee, ich könnte ja in die bling-bling-Richtung gehen. Und da war dann der Gedanke zu "russische Oligarchin" nicht mehr weit. Der Gedanke gefiel mir immer besser, ich hatte doch auch noch diese Webpelz-Weste, kombiniert mit Zuchtperlenkette und Glitzerkram, könnte das doch recht "wohlhabend" wirken. Und dann mein Zebra-Webpelzmantel. Und dann auch noch die passende riesige Fellmütze dazu. Wenn das nicht reich aussieht, dann weiß ich auch nicht!

Also ich fing an, mir die Wimpern ankleben zu wollen. Dabei stellte sich heraus, dass der Wimpernkleber in der kleinen Tube von Anno 2019 schon weitgehend eingetrocknet war. Nur in der unzugänglichen Tubenmitte war es noch flüssig. Ich nahm ein spitzes Messer und stocherte herum, bis was Flüssiges rauskam. Das ließ sich dann aber nicht so gezielt auftragen, wie normalerweise. Ich schmierte mir das Zeug mit Hilfe der Messerspitze auf die Augendeckel. Leider nicht so, wie es soll. Man macht da eigentlich nur einen dünnen Streifen, wie Eyeliner, direkt an der Wimpernkante, aber ich hatte das Zeug auf dem ganzen Augenlid und auch noch unten. Mit Erfolg hatte ich mir nun das linke Auge zugeklebt!

Da ich auch eine Augenklappe besitze, hätte ich nun als Piratin gehen können, aber ich zog es vor, das Auge wieder zu öffnen, indem ich den halbtrockenen, gummiartigen Klebstoff von meinen Wimpern, meinen echten, abzog. Drei weitere Anläufe brachten auch keinen Erfolg, außer dass das eine Auge nun ganz rot war. Ich hatte nun reichlich Zeit verplempert und beließ es make up-mäßig bei dem Üblichen, nur dass ich einen längeren Lidstrich zog.



Dann den schwarzen Rollkragenpullover, die Fellweste, eine schwarze partymäßige Schlaghose mit einem weißen Glitzerdrachen an den Hosenbeinen, schwarze Stiefeletten und ordentlich Schmuck. Das war auch noch ein Gesuche und Gefummel. Am Ende zwei Zuchtperlenketten, ein Strasshalsband und eine Strassbrosche an einer Kette und noch ein Glitzerarmband. Fertig! Wäre es mir früher eingefallen, hätte ich mir noch so lange Fingernägel angeklebt. Aber was der Haushalt nicht hergibt, gibt er nicht her. Für Lackieren war auch keine Zeit.

Nun noch schnell ins Internet, Messages checken. Da musste ich nun zur Kenntnis nehmen, dass Ina unpässlich war und Lydia anderweitig orientiert. Egal! Jetzt war ich schon aufgestylt, jetzt wollte ich auch hin. Das bin ich dem Berlin Beat Club schuldig! Ich fühlte mich schon etwas prunkvoller als sonst, als ich mit dem ganzen Zinnober in die U-Bahn Richtung Naturkundemuseum stieg. Meine Angeber-Versace-Sonnenbrille hatte ich noch in die Pelzmütze geschoben. Albern! Aber solche Sachen sieht man ja mitunter.

Ich habe natürlich mehrere Role Models in meinem Kopf, ohne Namen nennen zu können, wie ich mir eine "russische Oligarchin" vorstelle. Ich muss sagen, ich sah eigentlich besser aus, als die echten Oligarchenfrauen, die ich neulich in einer Doku sah, die mir Lydia empfohlen hatte. Da saßen Frauen über vergangene Ehen mit Oligarchen klagend in nachgemachten Barockmöbeln und boten ein eher bedauernswertes Bild, als ein vor Luxus und Glamour strahlendes Erfolgsmodell. Ich konnte die Doku deswegen auch nicht zu Ende schauen, es war alles so trostlos.

Ich schaltete dann schnell zu einer mehrteiligen Doku über die High Society von Monaco. Das ging schon eher in die Richtung der bling-bling-Russin. Man weiß ja, dass der reiche Russe und auch die reiche Russin Südfrankreich liebt. Kaum eine stolze Premium-Villa, die nicht fest in Oligarchenhand ist. Zum Beispiel die legendäre Villa, in der die Stones "Exile on Mainstreet" aufgenommen haben, Nellcôte, fest in Oligarchenhand. Wenn auch zum Kriegsbeginn letztes Jahr von der französischen Regierung beschlagnahmt.

Wie auch immer - ich kam also als "russische Oligarchin" im Ballhaus an. Und schon am Eingang wurde mir klar, dass sich meine "Verkleidung" nun bereits zu fünfzig Prozent in Nichts auflösen würde, da ich den Pelzmantel und die Pelzmütze abzugeben hatte. Bzw. hätte ich die Mütze aufbehalten dürfen, aber sie war mir zu warm! Nun betrat ich also nur noch in Fellweste und bling bling-Schmuck den Festsaal. Ich sah ganz adrett aus, aber mitnichten verkleidet!

Es war gut besucht, viele bekannte Gesichter der festen Fan Base vom Berlin Beat Club hatten sich nach Mitte begeben. Die Band stand schon auf der Bühne und ich war hin und weg, wie der Sänger Tom Thiede aussah. Sonst zieht er zu den Auftritten immer so Hippie-Zeugs an, Rüschenhemden, wild Gemustertes, Peacezeichen-Kette. So eine Mischung aus sehr lustig und sehr schrecklich. Ist natürlich Geschmackssache und auch wirklich eher lustig gemeint.

Aber diesmal! Ich war sofort Fan des Looks. Er hatte sich als Pharao verkleidet, ganz in Schwarz und Gold. Ein Traum! So ähnlich wie dieses Kostüm. Die Tut-Ench-Amun-Kopfbedeckung schwarz und gold gestreift, bis über die Schultern fallend, dazu ein schwarzes, Kimono-artiges Gewand mit goldener Schärpe. Ganz arg schön! Am Ende von manchen Songs machte er als Krönung so Anbetungsposen, wie man es von alten ägyptischen Wandmalereien kennt. Ich finde, das sollte er immer anziehen. Habe ich ihm auch gesagt!

Der Drummer Richard beabsichtigte wohl, sich als Frau zu verkleiden, mit roter Langhaarperücke, schwarzem Kostüm und roter Sonnenbrille, sah aber aus wie ein sehr cooler Rockstar, eine Mischung aus einem Ramone und David Bowie. Leeman ging als Cowboy mit hübschem Colt in der Tasche, Hans machte auf Raubkätzchen mit Leopardenhemd und Leopardenhose und ein paar aufgemalten Schnurrhaaren. Gabi am Bass fehlte leider, wurde aber durch einen Las Vegas-mäßig gestylten Herrn mit Schnäuzer und Rüschenhemd und Sonnenbrille vertreten.

Selbstverständlich erkannte keiner meine "Verkleidung". Ich unternahm nur einen Versuch, sie zu erklären, Hans gegenüber. Konziliant wie er ist, versuchte er mich zu bestärken, dass es schon irgendwie erkennbar wäre, wenn ich jetzt zum Beispiel an die Bar ginge und den teuersten Rotwein, den sie haben, bestellte. Äh ja. Stattdessen gab ich dem jungen Mann bei einem der drei Biere übertrieben viel Trinkgeld. Er guckte regelrecht irritiert. Aber dass ihm dabei der Gedanke "russische Oligarchin?" kam, wage ich zu bezweifeln.

Nach einer Weile kam wieder die gewohnte, typische BBC-Mitgroove-und Mitsing-Stimmung auf, es war doch recht schön. Unter den Verkleideten identifizierte ich unter anderem den einen weiblichen Fan, den ich immer insgeheim "Uschi Nerke" nenne, die hatte sich eine gerüschte Schlafhaube aufgesetzt, kombiniert mit einem gestreiften Pyjama. Außerdem am Start: ein grauhaariger "Rennfahrer" mit Overall, auf dessen Rücken in Glitzerbuchstaben "SAAB" aufgeklebt war. War mir jetzt nicht so als DIE Rennauto-Marke geläufig, aber ich bin da auch nicht so auf dem Laufenden.

Einer mit von Natur aus wenig Haaren hatte ein Piratenkostüm an, sogar mit Plastik-Dolch, den er rhythmisch über seinem Kopf schwingen ließ. Das sah beinah ein bißchen gefährlich aus, aber ich mochte es. Dann gab es einen knallroten Offizier, zwei Cowgirls, einen Bayern, ein Dirndl, eine rote Pappnase, einen Sträfling und einen Matrosen. Ansonsten, der Rest: HIPPIES! Da wäre ich ja noch weniger als sowieso schon aufgefallen!

War aber auch so unterm Radar toll, den Zirkus zu erleben. Manchmal ging ich nach oben, hinter die Balustrade und beobachtete aus dem Hinterhalt. Aber ansonsten auch immer wieder mal getanzt. Am besten die Stimmung am nähesten an der Bühne. Nach dem dritten Veltins (eigentlich nicht so mein Geschmack, zu wenig herb), war ich dann auch bettschwer. Im dritten Set blieb ich bis zu "Marmor, Stein und Eisen bricht", das hatte ich noch nie vom Berlin Beat Club gehört und lauthals mitgesungen, herrlich! Das war gestern mein kleiner Höhepunkt, besser konnte es nicht mehr werden. War schön!

g a g a
Margarete 29. November...
29.11.25, 12:44
g a g a
Margarete 28. November...
28.11.25, 21:13
g a g a
MICH NICHT!
28.11.25, 19:16
g a g a
Saskia Rutner Was...
28.11.25, 10:43
g a g a
Margarete 27. November...
27.11.25, 20:38
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Margarete 21. November...
21.11.25, 13:19
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Saskia Rutner Ist...
19.11.25, 16:49
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Doku
17.11.25, 21:51
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Ruth Rehmann hatte...
17.11.25, 18:42
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16.11.25, 19:46
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