Früher, also ganz früher, als ich klein war, gab es im Radio eine Sendung, die meine Mama gerne beim Bügeln hörte. Sie kam am Nachmittag zur Kaffeestunde. Die Radiosendung hieß "Glückwunschkonzert" Ein älterer Onkel mit gemütlichem Tonfall las Geburtstagsglückwünsche vor, die Hörerinnen und Hörer an den Bayerischen Rundfunk geschickt hatten, verbunden mit einem Musikwunsch. Es wurde Oma zum achtzigsten Geburtstag gratuliert oder den Großeltern zur Silberhochzeit. Korrespondierend zum Alter der Jubilare wurde altmodische Musik gespielt, Evergreens und Operettenlieder oder auch mal ein schöner Wiener Walzer. Richard Tauber wurde auch sehr gerne gewünscht. Ich saß dabei auf der Kücheneckbank und durfte die frisch gebügelten Taschentücher übereinander legen oder auch was malen. Vielleicht habe ich auch schon Hausaufgaben gemacht, aber das weiß ich nicht mehr, ich war doch noch klein!
g a g a - 1. Februar 2023, 22:48
Eruptives Gewitter, brachial, unerwartet... lange nicht gehört... aufregend
g a g a - 31. Januar 2023, 20:32
Es gibt existenzielle Momente im Leben, die einem auch in genau dem Moment bewusst sind. Begleitet von innerem Zittern, großer Aufregung. Wenn man den Ausgang einer Entwicklung nicht kennt, aber weiß, das könnte jetzt ein Wendepunkt werden. Ich hatte das schon einige Male im Leben, zuletzt vorgestern, am Sonntag Abend. Ich hatte in den letzten drei Monaten, seit Oktober 2022 erfolgreich verdrängt, dass es eine Veränderung bei der Konstellation mit meiner kleinen Werkstatt geben könnte. Wenn es zu meinem Nachteil wäre, würde ich mich in einer mir wichtigen Hinsicht neu orientieren müssen. Ich habe ein Liebesverhältnis mit meiner kleinen Werkstatt. Sie empfängt mich immer mit offenen Armen, bereichert mich seelisch, wärmt mich, lässt mich Raum und Zeit und alle Schwierigkeiten irdischer Existenz vergessen. Der Flow und die damit verbundene Erholung stellt sich immer ein. Was mache ich, wenn ich das verliere? Kann ich mir je wieder etwas Vergleichbares leisten? Wohin mit all den Bildern....? Meinem Herzblut? Gestern teilte ich Lydia mit:
"(...) hab gerade der neuen Vermieterin meines Ateliers geschrieben, es ist die Witwe meines Vermieters, hab ihr mein Beileid ausgedrückt und dass ich froh bin, dass sie es übernimmt.... (...) bin so erleichtert deswegen... hab ihren Brief gestern spätabends in der U-Bahn aufgemacht und gelesen, total aufgeregt, was da jetzt drinsteht, war eine liebe Karte drin mit Foto von ihrem verstorbenen Mann und Danksagung für die Beileidsbekundungen und dass sie das Haus selbst weiterverwalten möchte. Uff.
Liebe Frau (...).,
als langjährige Mieterin in der (...) Straße (...)7, möchte ich mich hiermit gerne bei Ihnen melden und Ihnen mein Mitgefühl aussprechen. Ich habe erst am Wochenende die Karte und Ihr Schreiben aus dem Briefkasten geholt, nachdem ich mehrere Wochen mit einer Lungenentzündung krank war. Jetzt bin ich erholt und wieder regelmäßig dort.
Es ist mir auch ein Anliegen, Ihnen zu sagen, dass Herr (...). für uns Mieterinnen und Mieter ein Glücksfall war. Nie davor und danach habe ich in einem Mietverhältnis so ein Verantwortungsgefühl und so eine Fairness erlebt. Menschlich ein ganz großer Verlust, auch wenn man als Mieterin nur gelegentlich Kontakt hatte. Als ich den Aushang im Oktober sah, war ich regelrecht geschockt. Sie können sich denken, dass einem vieles durch den Kopf geht, wenn eine Änderung des Mietverhältnisses ansteht. Umso froher bin ich, von Ihnen zu hören, dass Sie die Verwaltung in Nachfolge Ihres Mannes übernehmen werden.
Sie wissen ja, dass ich die kleine Wohnung als Atelier zum Malen nutze (...) es ist für mich der dritte Raum, der mir in meiner eigentlichen Wohnung fehlt. Ich bin bis heute unendlich dankbar, dass ich diese kleine Einzimmerwohnung in der zweiten Etage vor zwanzig Jahren gefunden habe und Herr (...). hatte auch keine Einwände. Er meinte nur: „Hauptsache, die anderen Mieter werden nicht belästigt. Wenn es nicht im Treppenhaus nach Farbe riecht, dann ist es völlig in Ordnung.“ Da konnte ich ihn beruhigen, da ich lösungsmittelfreie Farben benutze, ich male mit Acryl, das riecht gar nicht.
Es ist eine sehr stabile und nette Mietergemeinschaft mit einem freundlichen Umgangston in dem Haus, man fühlt sich wohl und sicher. Ich bin mir sicher, dass das unter Ihrer sorgsamen Verwaltung auch so bleiben wird, dafür und auch sonst wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute.
Mit freundlichen Grüßen
Gaga Nielsen
vom gaga-atelier
g a g a - 31. Januar 2023, 19:52
Heute: Gaga Rebroff. Jüngere Leser fühlen sich vielleicht eher an Jay Kay von Jamiroquai erinnert, aber ich möchte heute Ivan Rebroff ehren. Als ich klein war, trat er in mindestens jeder zweiten Fernsehshow auf. Später kam raus, dass er gar kein Russe, sondern Berliner war! Ein schlimmer Fall von kultureller Aneignung, der aber inzwischen verbüßt sein dürfte, da Herr Rebroff Zweitausendacht das Zeitliche gesegnet hat, und wenn er dafür in die Hölle gekommen ist, fünfzehn Jahre Fegefeuer hinter sich hat. Das sollte langen, nach meinem Dafürhalten. Ich persönlich trage solcherlei Mützen aus medizinischen Gründen, sie wurden mir von meinem Leibarzt verschrieben. Ich fühle mich seither schon viel besser! Als nächstes probiere ich eine blauschwarze Waschbärmütze aus echt Webpelz aus, von der ich mir ebenfalls sehr gute medizinische Erfolge verspreche. Ich berichte zeitnah!

g a g a - 30. Januar 2023, 23:12
Also die
Versace-Brille lässt mich doch sehr autoritär aussehen. Sie erfüllt ihren Zweck als Windschutzbrille, aber sonst ist sie mir ein bißchen zur klobig. Mein Gott ja, ich habe online bestellt, ohne aufzuprobieren, weil mir die Greca-Intarsien im Bügel so gefallen haben, und das Damen-Modell war mir zu schmetterlingshaft verspielt, aber dieses Modell für den Herrn lässt mich doch sehr hart und unerbittlich aussehen, so bin ich doch gar nicht! Zwar hilfreich, wenn man nachts in dubiosen Ecken unterwegs ist, was auch regelmäßig der Fall ist (ich fahre U8), aber da habe ich wieder das Bedürfnis, die Brille abzusetzen, wenn es endlich mal keinen kalten Wind gibt. Ich muss doch immer weinen, wenn mich kalte Luft umweht. Habe ich neulich auch in einem Ärzteblatt gelesen, dass gegen tränende Augen draußen eine Sonnenbrille hilft. Das weiß ich schon lange. Aber die hier würde ich ganz gerne an jemanden weitergeben, der sie besser tragen kann. Ein Mann!

g a g a - 30. Januar 2023, 22:17