14. November 2022









3 Fridas. Auf links gedrehte, übermalte Stoffteile von aufgetrennter vintage Frida Kahlo-Tasche (v. Glam), Acryl, Mosaiksteine (Glas, Jade), Schaumweinmanschette, Kleber, Papprückwand von ausrangiertem Wechselrahmen, 75 x 105 cm, 8., 9., 15., 28., 29., 30. Oktober, 4., 5. November 2022, Staatl. Museen von Gaganien





Am Freitag habe ich einer Masseurin, die sich Bilder von mir anschaute, auf ihre Nachfrage erhellt, dass ich die gesamte Welt wie einen Malkasten wahrnehme. Wo ich gehe und stehe. Deshalb sehe ich bei Allem und Jedem das Potenzial für ein Bild nach meiner Vorstellung. So kommt es, dass mir ein Gegenstand zufliegt, den ich mir selbst nicht angeeignet hätte, und mein Auge sofort analysiert, ob er Potenzial als Baustoff oder Malkastenfarbe in sich trägt. Das findet sich ganz schnell heraus, in Sekunden, wie von selbst. Kaum hatte ich die (gebrauchte) Tasche ausgepackt, erkannte ich schon den ganz speziellen Wert für mich, als ich das Objekt dekonstruierte und die Rückseite erblickte. Die Vorderseite war (auch von den sehr bunten Farben her) ein recht bekanntes Kahlo-Portrait, ich glaube, basierend auf einem Foto. Ich erkenne sie als ästhetische Ikone an, kenne seit Jahrzehnten natürlich ihre dramatische Geschichte und überaus aparte Selbstinzenierung, bin aber kein derartiger Fan, dass ich mit einer Tasche mit ihrem Portrait durch die Welt laufen wollte. Aber diese Rückseite. Ich war gleich an die Südsee-Schönheiten von Gaugin erinnert und wusste sofort, in welche Farbstimmung ich beim Übermalen gehen würde. Warme Grün- und Gelbtöne, Ocker, ein bißchen Terrakotta und eine archaische Formsprache. Ich liebe Zickzack. Niemals mehr wird eine Einkaufstasche mit einem Frida Kahlo-Bild auf so einem feierlichen Podest landen, wie in diesem gaganischen Werk.

13. November 2022





Ahorn & Hagebutte, heute Nachmittag in den Prinzessinnengärten.

12. November 2022



Ich höre immer noch den musikalischen Bestand meiner Festplattenanlage alphabetisch durch. Seit einigen Tagen ist der Buchstabe N dran, das bedeutet viele, viele Neil Young Songs, da ich ihn seit meiner Jugend verehrte. Das Foto zeigt ein Case mit Equipment von Neil Young, am 19. August 2008 auf der Bühne der Zitadelle Spandau aufgenommen, wo ich ihn zuletzt live sah. Das erste mal war 1982, also vor vierzig Jahren. In den letzten zehn Jahren habe ich nicht mehr so verfolgt, was er Neues aufgenommen hat. Dass er Daryl Hannah geheiratet hat, habe ich noch mitgekriegt.

Vorhin kam einer der großartigsten Songs von ihm, mit dem ich eine Sternstunde meines Lebens verbinde, für immer und ewig. "Dead Man", dieses reine Instrumentalstück mit der wummernden Gitarre wie einem Donnnergrollen am jüngsten Tag. Das hörte ich vor achtzehn Jahren auf dem Weg zum South Rim des Grand Canyon, in einem Jeep Cherokee. Was da in mir vorging, unbeschreiblich. So lange hatte ich vom Grand Canyon geträumt und dann diese Musik, das war ein perfekter Moment in meinem Leben. Das Stück kam vorhin, als ich unter der Dusche stand.

Und kurz danach kam ein Lied, das ich niemals freiwillig gezielt abspielen würde, eine unfassbar langweilige, absehbare Melodie, so ein Country-mäßiges, behäbiges Geleier, ein Lied namens "Ever After". Die einfallslose, schunkelige Komposition hat ungefähr die Komplexität vom Lalala im Sandkasten von Dreijährigen. Aber: ich ließ es über mich ergehen und entdeckte, dass er ein paar hübsche Zeilen dazu gedichtet hat. Ich war nun nicht versöhnt, aber fand diese doch hörenswert. Nämlich:

I love the sound of laughter
And music in the air
And in the ever after
I know it's always there

Sometimes when I go walkin'
In the trees, in the trees
That's where I do my prayin'
In the trees, in the trees

The world is full of answers
Some are right, some are wrong
The one that I believe in, is a wish in a song

I love to see you smilin'
And hear your voice so fair
And in the ever after
I know you're always there


Besonders "The world is full of answers, some are right, some are wrong. The one that I believe in, is a wish in a song" gefiel mir. Ich empfehle niemandem, das Lied anzuhören, es ist musikalisch wirklich einfallslos, aber er schreibt doch immer wieder ein paar Sachen, die mich beeindrucken. Und dann fiel mir ganz zufällig auch noch ein, dass er heute, wo ich mich gedanklich mit seinem Werk beschäftigte, Geburtstag hat. Siebenundsiebzig ist er nun. Happy Birthday, Neil Young. Ever After.

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29.11.25, 12:44
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28.11.25, 21:13
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