25. Januar 2022

















Besuch in Zelle 4 @Soeht7. Zweiter September 2017. Nach dem Konzert von Maria und Sibylle im bestuhlten Zellenflur, das mit Gastauftritten von Jenny und Saskia und Hans aufgelockert wurde. Als alle weg waren, räumte ich noch ein bißchen auf und bekam Besuch von dem hier gezeigten, jungen Mann. Er hatte einen Job in Soeht7, so eine Art "Mädchen für Alles" beim Veranstaltungsmanagement. Ich hatte noch Champagner in der Flasche und bei mir lief immer diese schöne Musik und da war dieses angenehme Licht und diese einladende Pritsche. Das hatte ich alles absichtlich so eingerichtet, dass es den Charakter hatte, als würde ich da tatsächlich "wohnen". Demzufolge kam auch immer wieder die Frage "übernachtest du da auch?". So auch von Maxime, so hieß der junge Mann, kein Tippfehler, hinten mit "e". Bzw. wollte er mich überreden, da zu übernachten. Und zwar mit ihm. Ich amüsierte mich über seine Avancen und sah photographisches Potenzial. Mehr aber auch nicht, er war schlicht und ergreifend nicht mein Typ. Ich seiner aber wohl schon, daher entstanden diese willigen Aufnahmen von ihm. Ich hatte tatsächlich ein recht kaltes Kalkül dabei, dass er sich eignen würde, etwas klischeehafte Fotos Richtung sexy Gesetzesbrecher zu machen. So geschehen. Ihn dann abzuwimmeln, war nicht so ganz einfach. Er war nicht körperlich aggressiv, aber mental und verbal beharrlich. Ich musste letztlich etwas unterkühlt eine Grenze setzen. Aber meine Fotos hatte ich. Lange waren sie in meiner Schublade, ich hatte keine Lust mich damit zu beschäftigen und sie zu posten. Er verfolgte mich danach noch etwas auf facebook, wo ich ihn kurzerhand als Kontakt blockierte. Ich wollte damals auch nicht, dass der Eindruck entstünde, ich hätte was mit ihm gehabt, ich finde die Fotos sehen sehr danach aus. Ich müsste das natürlich auch jetzt nicht erhellen, aber ich will. Nicht dass mir ihm ähnelnde Kandidaten demnächst Avancen machen. Ich finde man kann hier wieder sehr schön sehen, welchen Sex Appeal so ein leicht aggressives Posing hat. Insofern sind das mit die gelungensten Fotos, die ich je von einem jungen Mann machte.





















25. Februar 2022

Das ungezogenste Kind in der hintersten Reihe der Klasse bekommt die meiste Aufmerksamkeit. Vom Lehrer und von den Mitschülern. Lautstarke Aggression kann schlicht aufgrund des Lärmpegels schwer ignoriert werden. Tatsächlich ist bereits die herausgehobene Kenntnisnahme einer grellen Äußerung für den Aggressor Befriedigung. Da er nichts Substanielleres als Geschrei zu bieten hat, greift er zu dem, was auch ohne besondere Kompetenzen oder Talente jedem zur Verfügung steht, der körperlich vital ist. Das leise, introvertierte, nachdenkliche Kind hat keine Chance, in diesem Moment gleichwertig in den Fokus zu rücken. Das bedeutet, in dieser Zeitspanne wird einer destruktiven Energie zu Bedeutung verholfen, die Bühnenposition ist gesetzt. Ich bin nicht bereit da mitzuspielen. Meine Aufmerksamkeit gilt dem leisen Kind, das nachdenkt, bevor es etwas vorbringt.

25. Februar 2022

"Publicity, publicity, publicity is the greatest moral factor and force in our public life." Joseph Pulitzer

25. Februar 2022

Ich glaube nicht, dass es gut ist, beschwörungsformelhaft von "Krieg in Europa" zu sprechen. Ich zöge es vor, es einen Angriff der Ukraine durch die Russische Förderation zu nennen. "Krieg in Europa" hat einen derart flächendeckenden Charakter, dass der/die Verursacher Futter für ihren Größenwahn bekommen. Richtung Ranking "Größter Feldherr aller Zeiten". Das ist nicht in meinem Sinne. Natürlich betrifft das auch in verschiedener Hinsicht die Nachbarländer, so wie auch die USA, ich bin ja nicht doof. Aber so lange noch keine russischen Panzer das Brandenburger Tor passieren, verbitte ich mir das. Kein Futter fürs Ego von Machtsinnigen.

25. Februar 2022

Eine gute Entscheidung, vorgestern nicht fernzusehen, ich meine den Bachelor-Quatsch, sondern stattdessen Premium-Live-Content bei Alban zu genießen. Bedeutete somit allerdings auch keinen Chat mit Tina zum Copypasten zu haben. Ich teilte ihr soeben dazu das Folgende mit:

"Gestern Abend im Schnelldurchlauf nebenher durch die letzte Bachie-Folge gezappt. Ich konnte mich nicht recht dafür interessieren. Wer mit wem, der Palaver, der unverändert uninteressante Bachelor, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Ich sah ein paar Minuten dieses Gruppendates in mexikanischen Trachten und Totenkopf-Gesichtsbemalung. Mit dem starken schwarzen Augen-Make up, das Augenhöhlen andeutet, bekam er rein äußerlich erstmalig etwas Apartes, das veränderte den Eindruck der Gesichts-Physiognomie so stark, dass er dadurch richtig gut aussah, ich war wenige Minuten fasziniert. Das wars. Als er dann wieder "in Natur" im Bild war, konnte ich keinerlei Aufmerksamkeit mehr aufbringen. War schon auch ein schräges Thema für ein Date, dass er sich in einen prachtvollen offenen Sarg legt, die Augen schließt und die Hände faltet, und sich von den Kandidatinnen jeweils einzeln eine Ansprache anhört, was sie besonders an ihm mochte. Nun ja. Ich weiß nicht mal, wer rausflog und wer nicht, es ist mir einfach komplett egal. Eines ist klar: mich könnte an einer weiteren Folge nur noch interessieren, sie mit dir gemeinsam zu gucken, um die eine oder andere Steilvorlage für eigenen interessanten Content zu bekommen. Tatsächlich berausche ich mich nicht an dem TV-Content, sondern dem in deinem und meinem Kopf. 🙂"

24. Februar 2022







































Gestern Nachmittag von gut fünfzehn Uhr bis ziemlich genau drei Uhr morgens bei Alban. Das sollte eigentlich nur "mal auf einen Kaffee vorbeikommen" werden. Wir hatten uns seit dreieinhalb Jahren nicht mehr gesehen. Am frühen Abend kam Albans Sohn Adrian vorbei, den ich genauso lange nicht mehr getroffen hatte. Es gab nach einem vorzüglichen, frisch gemahlenen Espresso, zur Feier des Tages eine Flasche Champagner, dann folgte ein Single Malt, begleitet von verschiedenen Gewächsen, die geeignet sind, geraucht zu werden, z. B. Tabak. Alban hatte zwischendurch einige Texte aus seinem kommenden Gedichtband gelesen. Adrian wollte langsam mal aufbrechen, ich überlegte auch zu gehen, aber dann fiel uns wieder etwas ein, worüber wir uns dringend austauschen mussten. Mittlerweile hatte Alban beschlossen, im nächstgelegenen Späti in der Dunckerstr., zwei Flaschen Wein zu holen. Zurück kam er zusätzlich mit zwei Tüten Kartoffelchips und ohne Portemonnaie. Er ging nochmal los, um das vergessene Portemonnaie zu holen. Wir saßen immer noch da. Alban kam wieder zurück und fragte, ob ich Hunger hätte, Adrian war nun doch aufgebrochen. Alban wärmte in der Küche einen knusprigen Auflauf auf, zu dem wir den Soave tranken. Nun hätte ich ja langsam mal gehen können, aber unser Gespräch führte wiederholt zu einem Punkt, wo Alban ein korrespondierendes Béart-Gedicht einfiel, das er mir dann wieder vorlas. Ich war zum Teil - nein falsch - eigentlich durchgängig dermaßen ergriffen von seinen vorgetragenen Zeilen, dass ich drei Taschentücher verbrauchte. Zum Glück haben wir die Fotos von uns beiden vorher gemacht, sonst wäre bei mir keine Wimperntusche mehr drangewesen. War wirklich schön. Heim mit dem Taxi, weil um Viertel nach Drei noch keine S-Bahn fuhr. Zuhause schnell noch Alban mitgeteilt, dass ich gut heimgekommen bin und ab in die Falle. Bin erstaunlicherweise gar nicht verkatert. Gar kein bißchen.

23. Februar 2022





Erlebnisbericht zum gestrigen Klempnerbesuch, aus einer abendlichen Message kopiert, daher der saloppe Plauderstil. Streng genommen, war es kein Klempner, mehr so ein Installateur für Sanitär-Elektrotechnik. Die feinen Unterschiede zu einem Gas-Wasser-Installateur weiß ich auch nicht so genau.

"Ich war bis gerade eben im Atelier, der Klempner hat einen neuen Durchlauferhitzer eingebaut, und war dauernd von meinen Bildern abgelenkt, da kam er auf die Idee, mich zu fragen, ob ich Interesse an dem alten Boiler habe. Und weißt du was, nachdem ich vorgestern gesehen hatte, dass da eine große Kupferröhre drin ist, wunderschön, hatte ich überlegt, ob ich den Installateur fragen könnte, ob er mir den alten Boiler dalässt. Der hatte genau dieselbe Idee wie ich. Während er den neuen eingebaut hat, habe ich den alten zerlegt, er hat sich total drüber amüsiert und zu mir gesagt. "Du bist CRAZY!" Als er das große Zimmer gesehen hat, hat er gemeint: "Verkaufst du gut? Ja, oder? Bestimmt!" Ich hab mich echt gefreut, dass sich ein Sanitär-Elektriker spontan für mein Zeugs begeistert..! Und bevor er gegangen ist, hat er mich gefragt, ob er ein Foto vom Bad machen darf, weil: "Ein Bad mit KUNST!!!" Hab ich ihm natürlich supergerne gestattet! Ich fühl mich immer wie geadelt, wenn Leute, die ÜBERHAUPT nix mit Kunst zu tun haben, von meinem Zeug total abgelenkt sind, so schön!

Ich hab dann, während ich an dem alten herumgeschraubt habe, noch zu ihm gesagt, dass ich totale Bewunderung für Elektrik habe, das sind solche Wunderwerke, Hammer. Ich hab Lieblingsmusik laufen lassen und er hat immer wieder mitgesungen. Das war echt nett. So altes Zeug wie "siempre siempre siempre" von Caterina Valente, das konnte der gar nicht kennen, weil Caterina nur ältere Leute kennen, aber er war sofort drin in dem Song! Er war ca. Ende Dreißig, Anfang Vierzig, nicht älter als 43 schätze ich. Ich dachte, er hätte einen osteuropäischen Akzent, dann hat er aber beim Rumschrauben im Bad manchmal vor sich hingebrabbelt und so englische Sachen wie "oh my goodness" gesagt. Ich hätte gedacht aus Polen, kann ja auch sein, dass auch ein Pole so englische Sachen sagt. Ich hab das Lied falsch geschrieben, man schreibt es "sempre sempre sempre", das ist es."
P.S.: "siempre" ist die spanische Schreibweise, "sempre" die italienische. Heißt "immer" oder "für immer". Es geht um Liebe.



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Margarete 7. Mai 2026...
07.05.26, 19:48
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07.05.26, 10:15
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07.05.26, 10:04
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Margarete 6. Mai 2026...
06.05.26, 13:33
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