28. August 2026

Erster Gruß aus Heringsdorf! Ich sitze auf dem Südbalkon, die Sonne scheint mir ins Gesicht und der Spätsommerwind weht durch die Haare, während ich darauf warte, dass die Putzfee das Bett frisch bezogen hat und durchfeudelt. Ich durfte den Schlüssel für die Wohnung schon früher bekommen, um 14.30. Um 16 Uhr ist offizielle Bezugszeit. Habe mein Gepäck abgestellt und vereinbart, dass ich mich auf dem Balkon aufhalte, bis es so weit ist. Wetter besser als angekündigt, richtig warm, soll aber später noch Gewitter geben. Akku vom Notebook ist gleich leer. Bis nachher!

28. August 2026

Immer noch im ICE nach Züssow, noch eine gute halbe Stunde. Wir haben die Verspätung doch nicht eingeholt, nun avisierte Ankunft 13.09 Uhr. Die Kartoffelecken waren recht gut, es wird langsam etwas bedeckter vor dem Zugfenster, war zu erwarten. Bei der Fahrscheinkontrolle hat der Schaffner gesagt, dass er Meldung gemacht hat, dass der Anschluss-Regio bitte warten soll. Das Paar neben mir ist auch fertig mit essen und trinken. Ich muss erwähnen, dass sie zwar keinen so appetitlichen Anblick bieten, aber sich sehr angenehm ruhig verhalten. Wenn sie miteinander sprechen, dann mit gesenkter Stimme, ich könnte nicht sagen, was sie gesprochen haben, was als Pluspunkt zu werten ist. Ich werde nun noch mal aufs Klo gehen und melde mich beizeiten wieder.

28. August 2026

Gruß aus dem ICE 934 nach Binz (wo ich nicht hinfahre!). Wir halten gleich in Eberswalde. Habe mir eben Kartoffelecken mit Ketchup und Mayo und eine Coke Zero bestellt, Cola und Ketchup und Mayo sind schon da. Spätsommerwetter vor dem Fenster, sitze im (natürlich marineblauen) T-Shirt im Speisewagen.

Meine drei Gepäckteile waren doch wieder beschwerlich, trotz der Mini-Sackkarre, die aber schon geholfen hat. Trotz der Aufregung war ich zwanzig Minuten vor Abfahrt am Bahnsteig 9 vom Bahnhof Gesundbrunnen. Der Zug, der ICE, in dem ich sitze, fährt unter anderem über Züssow, wo ich aussteigen muss und auf dem gegenüberliegenden Gleis in eine Regionalbahn, nämlich RB23 (18821), Abfahrt 13.10 Uhr. Hoffe, wir schaffen das. Der ICE hatte nämlich zehn Minuten Verspätung. Im Bahn-Portal wird angezeigt, dass wir nur 5 Minuten später in Züssow eintreffen, also ca. 13.07 Uhr statt ursprünglich 13.02 Uhr. Könnte ein knappes Höschen werden. Wenn es nicht klappt, müsste ich eine Stunde in Züssow auf den nächsten Zug warten.

Jetzt sind die Kartoffelecken da. Der Herr vom Service, der die Fahrgäste über Lautsprecher begrüßt, hat gerade die Leberkäs-Semmel aus Biofleisch empfohlen. Hört sich nett an. Also die Stimme. Dazu empfahl er launig ein „herzhaftes Getränk“. Als ich gerade anfing zu überlegen, was man sich unter einem herzhaften Getränk vorzustellen hat, fügte er hinzu: „ein schönes Bier vom Fass“, falls man schon in Oktoberfeststimmung kommen wolle. Immer langsam, noch haben wir August und im Kalender ist Sommer. Kartoffelecken kann man auch essen, wenn sie nicht warm sind.

Neben mir sitzt ein älteres Paar (wahrscheinlich in meinem Alter), von dem ich hoffe, dass das nicht das Publikum ist, das mich auf Usedom erwartet. Sie sehen beide aus, als ob sie nicht gesund sind. Grau im Gesicht, Haare grau und fettig und strähnig, sie hat sich gerade einen Riesling genehmigt und das Chili Con Carne, er hat den Rest von einem Burger auf dem Teller und auch die Kartoffelecken, die er etwas vernachlässigt, aber sie greift zu. Die Frau hat eine buckelige Haltung, die mich wieder erinnert, dass ich auch aufpassen muss. Ich sitze sofort gerader, bei mir ist da auch Luft nach oben. Reden tun sie zum Glück nicht so viel. Er sieht richtig magenkrank aus. Aber ihr scheint der Riesling zu munden.



Genug geklatscht, ich esse jetzt. Foto ist natürlich wieder aus Bad Schandau, ein hübsches Hotel. Eine weitere Ansage: "In wenigen Minuten erreichen wir Anklam, wir sind unserer Zeit voraus!" Das interpretiere ich als, wir haben die Verspätung eingeholt. Oder...?

28. August 2026





Gepackt. Trinke noch ein kaltes Jever und dann in die Falle. Ist spät geworden, 2:37 Uhr. Glücklicherweise fährt der Zug erst um 11:03 Uhr ab Gesundbrunnen nach Züssow, dort umsteigen in den Regio nach Bansin. Muss dort aussteigen, weil näher zur Ferienwohnungs-Agentur, die mir den Schlüssel für das Apartment 7 in der Villa Seestern übergibt. Werde mir wahrscheinlich von dort ein Taxi nehmen, mit meinen drei Gepäckteilen ist mir das sonst zu beschwerlich und umständlich. Hier noch zwei Bilder aus Bad Schandau, vom Marktplatz. Es kommen noch viele mehr, danach der Historische Fahrstuhl und dann die Wanderung durch Ostrau und durch den Lattengrund und endlich zum Großen Schrammtor. Ich kann zumindest versprechen, dass da ein paar sehenswerte Bilder dabei sein werden. Wenn mir die Wanderung auch lang und unnötig beschwerlich erschien, habe ich an diesem einen Tag doch ungeheuer viel gesehen, dass man meinen könnte, ich war eine Woche unterwegs. In gut drei Stunden ist Vollmond und er scheint gerade durch mein Fenster unterm Dach. Und jetzt gute Nacht.

27. August 2026





Während ich mich davor drücke, mein Reisegepäck für Heringsdorf zu packen. Heute tagsüber auf dem Balkon ein vielleicht letztes Sonnenbad genommen. Dabei sah ich mir auf Streetview den Weg vom Bahnhof Seebad Bansin zur Ferienhausvermietungs-Agentur an. Beides nicht in Strandnähe, auch recht weit von der Unterkunft entfernt. Jedenfalls sah dieses Hinterland baulich sehr bescheiden aus. Wetterbericht regnerisch am Freitag, Gewitter im Anzug. Ich werde also die Sachen für kühleres Wetter nicht ganz nach unten packen, eher die Badeanzüge. In Bad Schandau gibt es neben ein paar interessant bröckelnden Fassaden, wie hier in Milchkaffee-Beige, auch schöne alte Villen, die hervorragend gehegt und gepflegt werden, die zeige ich auch noch. Solche, wie ich sie mir erhoffe, in Heringsdorf und Ahlbeck und vielleicht auch Bansin zu sehen. Ich habe es sehr mit Architektur. Dass ein Ort an irgendeinem Meer liegt, reicht mir nicht. Werde versuchen, die profanen Gegenden zu umgehen, dann lieber mit einem Taxi an den nächsten guten Ort fahren, als zu Fuß oder mit dem Bus durch seltsame Gegenden zu juckeln, die sonstwo sein könnten. Aber der alte Westen, durchaus auch Sylt, hat auch langweilige Ecken, also Landstriche von einer gewissen baulichen Trostlosigkeit, aber da muss man sich ja nun im Urlaub wirklich nicht hinbegeben, auch sonst nicht, außer da wäre das einzige Krankenhaus. Dafür ist das Leben zu kurz. Also ich trete mich jetzt mal, und packe die Sachen in die Taschen. Vielleicht melde ich mich morgen aus dem Zug!

27. August 2026

Man kann eine Weile darüber sinnieren, was Eleganz ausmacht.



Ich zum Beispiel finde wenig elegant, wenn jemand Kleidung oder Handtaschen mit plakativen Labels trägt. Unübersehbare, aufdringlich platzierte Balenciaga-Schriftzüge auf eher einfachen Shirts und Turnschuhen. Die U8, die zwischen Neukölln und Wittenau pendelt, ist voll davon, besonders im südlichen Abschnitt zwischen Kottbusser Tor und Hermannstraße. Sehe ich eine junge Frau mit einer dieser Louis Vuitton-Taschen mit Logo am laufenden Meter, habe ich in den meisten Fällen den Verdacht, dass es entweder eine billige Kopie vom Polenmarkt (o. ä.) ist oder jemand ein originales Modell hat, sich dieses schenken ließ oder von einem eher kleinen Gehalt abgeknapst hat, und es dann aber auch unbedingt eine Tasche sein musste, wo wirklich jeder sofort den Hersteller erkennt, auch wenn man sich nicht wissenschaftlich eingearbeitet hat. Wenn man hingegen eine originale Kelly Bag von Hermès erstehen würde, die einiges mehr kostet, könnte man nur Leute damit beeindrucken, die im Thema sind, da außen an keiner Stelle auffällig Hermès steht, abgesehen von der winzigen Gravur im Metallverschluss. So eine Kelly hat eine elegante Silhouette, weil auf Wesentliches reduziert, sehr schnörkellos. Ja, finde ich elegant. Wenn derzeit auch nicht so ganz mein Stil. Noch nicht.



Bei Kleidung macht für mich Eleganz, neben einem Sinn für Qualität der Materialien auch aus, Anpassungsfähigkeit im Hinblick auf den Ort, die Umstände, das Ambiente zu zeigen, um ins Gesamtbild zu passen. Mit Bedacht darauf, dass man kein visuell störendes Bildelement wäre, käme es eventuell zu Ablichtungen.



Auch ist meine Vorstellung von Eleganz damit verbunden, eine Überdosis Schnörkel zu meiden, auf Überladenes zu verzichten. Gilt auch in der Musik. Zu viele Girlanden verdecken die Substanz.



Und das gilt auch für etwas, was man nicht mit Geld kaufen kann: Bewegungsabläufe. Beispielsweise empfinde ich es als unelegant, wenn jemand nachweislich nicht italienischer Herkunft ist und wirklich jedes einzelne Wort mit affektierten Fingergesten oder wichtigtuerischen, herrischem Gefuchtel à la ParteipolitikerIn in Talkshow unterstreicht, als hielte man das angesprochene Gegenüber für geistig minderbemittelt. Fehlte, dass ein Bild gemalt wird, damit die Botschaft auch wirklich ankommt. Beispiel: Bachmannpreis-Jurymitglied Mithu Sanyal. Ihre gleichförmigen heftigen Gesten mit viel Armgerudere gelten als ihre Signature-Moves. Für mich anstrengend zu betrachten, zu unruhig und nicht schlüssig, warum das nötig ist, die Frau ist schließlich eloquent.



Italiener sind entschuldigt, zudem setzten sie ihre markanten Gesten weitaus differenzierter, ja virtuos ein. Dadurch amüsiert es mich. Die Anwendung von Kind auf erlernt. Einige Gesten aus dem italienischen Repertoire finde ich sehr witzig, eine eigene Sprache.



Durchaus kann ich die eine oder andere wohl gesetzte, sofern wohl dosierte Geste auch bei Nicht-Italienern attraktiv finden. Jemand der stocksteif vorträgt, ist mir auch suspekt. Es kommt auf die gezielte, fokussierte Energie an, sparsam und kraftvoll, nicht beliebig. Des weiteren nicht elegant für mein Empfinden, wenn jemand, egal ob Mann oder Frau, vornehm gemeint, geziert einzelne Finger abspreizt, so zur Tasse, zum Glas gegriffen wird.



Ganz schlimm: auditive Uneleganz, die mich besonders beleidigt, weil nur schwer abzuschalten. Geraschel, Geknister, Geklapper, Getöse, Geknusper, Geschmatze, Geknipse, Gerülpse usw. usf. Leute, die dickfellig in der Bahn den Lautsprecher ihres Smartphones anschalten, um sich zum Zeitvertreib Musikvideos anzusehen oder Reality-Serien, whatever. Es ist ganz furchtbar. Bin ich auch schon eingeschritten. Werde ausnahmsweise ich laut.

27. August 2026



Wir spazieren weiter durch Bad Schandau. Meine innere Anspannung, die ich immer habe, wenn ich bestimmte Züge und Straßenecken erreichen muss und Wege nicht kenne, hatte sich etwas gelockert, nachdem ich schon vom Elbkai aus den "Historischen Personen-Aufzug von 1904" am Horizont sehen konnte. Der war nämlich mein erstes Ziel. An sich liebe ich es sehr, mich zu verlaufen, ohne dauernd auf einen Ortsplan zu schauen.



Ich mag die überraschenden Einblicke und Ansichten, wenn man sich einfach treiben lässt. In anderen Zusammenhängen mag ich gar keine Überraschungen, wie etwa Überraschungsbesuche. Ich bereite mich auf jegliches gerne mental vor, aber beim Flanieren mag ich Unwägbarkeiten sehr. Mein Orientierungssinn ist recht gut und so wusste ich nun die Richtung und erlaubte mir gemütlich hin zu schlendern, ich hatte ja Zeit, keine Termine, außer den Zug am Abend gegen halb sieben zurück nach Berlin zu bekommen. Auch wenn ich den Aufzug gerade nicht sehen konnte, wusste ich nun genau die Richtung. Ich kam auch am Eis-Café Vivaldi vorbei, das ich mir vorher in Berlin zum Eisessen ausgeguckt hatte, aber noch war keine Zeit für Eis, Ich erfreute mich an den adretten Fassaden.



27. August 2026



Downtown Bad Schandau hat es auch ein Kosmetikstudio mit relaxten Öffnungszeiten, nämlich Dienstag und Freitag ab zehn bzw. nach Vereinbarung. Hier lässt man es etwas ruhiger angehen.





27. August 2026



Gestutzt, als ich näher hinschaute, an die Ecke des Hauses in der Bergmannstraße 10 in Bad Schandau. Die Striche und Datumsangaben markieren den Pegel des Elbwassers der Überflutungen der vergangenen 255 Jahre. 1845 und 2002 waren die stärksten Fluten, das Wasser stand fast bis zum ersten Obergeschoss des Häuschens. Wenn man es so deutlich vor sich sieht, bekommt man Gänsehaut. Einige Flutmarken sind wohl mitunter nur grob erinnert, besonders die älteren, da sie auch verblassten, durch Regen und spätere Hochwasser weggewaschen wurden und die Rekonstruktion auf Schätzungen oder Chroniken beruhten. Die älteste Markierung der insgesamt achtzehn Flutmarken, die ich entziffern kann, ist von 1771, Februar(?). Die darüber ist unleserlich. Im achtzehnten Jahrhundert gab es eine weitere große Flut 1787, kann aber auch sein, dass man damals noch nicht so akribisch markiert bzw. rekonstruiert hat und es weitere gab. Die meisten Fluten waren offenbar im 19. Jahrhundert mit neun Markierungen zwischen 1805 und 1890. Oder sogar zehn, wenn die unleserliche noch hinzu käme. Im zwanzigsten Jahrhundert gab es drei (bzw. vier) Markierungen. Für unser 21. Jahrhundert wurde bis dato Anno 2002, 2006 und 2010 Elbhochwasser in Bad Schandau vermerkt.



26. August 2026





Fein flaniert es sich durch die Dampfschiff-Strasse, gleich neben dem Hotel Elbresidenz und der St. Johannis Kirche. Auch die anderen Straßen finde ich in echt viel hübscher als bei Streetview.





26. August 2026



Am anderen Ufer angekommen, erwartet einen die erhabene Kulisse altehrwürdiger Kurhotels, darunter das Hotel Elbresidenz, in dem die Filmcrew von "The Grand Budapest Hotel" während der Dreharbeiten am historischen Personenaufzug von 1904 logierte.





26. August 2026





Am Bahnhof, wo man mit dem Zug ankommt, ist nichts außer vier Bahnsteige, Schienen, das Bahnhofsgebäude mit einem Café, viele unterschiedliche Wartebänke und ein großer Busbahnhof. Dann gibt es die Treppe nach unten und man ist an der Elbe und auf der anderen Seite, dahinter, liegt das Kurstädtchen Bad Schandau. Rechts am Horizont, auf der anderen Elbseite zu sehen. Die Treppe nach unten zum Elbkai ist hinter dem grünen Gestrüpp. Es gibt auch eine Brücke, über die man auf die andere Seite käme, die ist aber ein gutes Stück vom Bahnhof und vom Zentrum entfernt. Ungefähr alle halbe Stunde kommt ein kleineres Personenschiff, ähnlich einem Vaporetto, das die Elbe entlang ein paar hundert Meter nach rechts fährt und dann am Elbkai auf der anderen Uferseite hält. Von da spaziert man dann bequem direkt auf den Marktplatz von Bad Schandau. Das Schiff auf den Fotos ist ein Ausflugsdampfer, den Wasserbus, mit dem ich gefahren bin, habe ich nicht fotografiert. Die Bänke hatten einen schönen Bezugsstoff aus plüschigem Velours in einem Orangeton mit hübschem, filigranem, grafischen Muster in Blau- und Violett. Fast wie von der Wiener Werkstätte. Der Einzelfahrschein für die Fahrt kostet zwei Euro, wenn man kein anderes Ticket hat. Man fährt maximal zehn Minuten oder kürzer und steigt schon wieder aus.

26. August 2026







Mein erster rosa Bahnhof! Willkommen am Nationalpark-Bahnhof Bad Schandau. Dort muss man nun eine Treppe hinunter zur Elbe.

26. August 2026

Meine armen alten Knochen. Bin zurück. Der Zug nach Bad Schandau fuhr gestern pünktlich um 7.28 Uhr am Hauptbahnhof los und fiel dann zeitweise unterwegs im Schritttempo, was zuerst zu einer 6, dann 8, dann zwanzig Minuten späteren Ankunft in Bad Schandau führte, was mich überhaupt gar nicht störte. Ab zwanzig Minuten Verspätung wird die Zugbindung aufgehoben, mir immer sehr recht. Die Route geht über Berlin Südkreuz, dann Dresden Neustadt, Dresden Hauptbahnhof und der nächste Halt ist dann auch schon Bad Schandau. Der Zug kam gegen zehn Uhr dort an.



Ursprünglich wollte ich die Fahrt im Speisewagen von dem tschechischen Railjet verbringen, aber nachdem ich Probe saß, waren mir die Sitzplätze dort nicht komfortabel genug und ich hätte zudem auch gar nicht gewusst, was ich mir direkt um halbacht Morgens bestellen soll. Ich trinke gerne mal ein Bier im Bordbistro und esse auch ein Häppchen, aber für beides war es mir entschieden zu früh. Kaffee hatte ich reichlich daheim getrunken. Ich schwenkte um und suchte mir einen Sitzplatz in der zweiten Klasse, ganz komfortable Sitze. Ich hatte einen angenehmen Platz gefunden, und nachdem alle um mich herum anfingen, ihre mitgebrachten Snacks auszupacken, bekam ich auch Appetit, obwohl mich das Geraschel von den ganzen Bäckerstüten und Geknister von Kekspackungen etc. leicht nervte. Der eine hatte eine Packung mit Zimtschnecken, womit man mich so gar nicht locken könnte. Zimtsterne zur Winterszeit sehr gerne, aber als Schnecke und im August? Der Mann war nicht alleine, seine Freundin saß neben ihm, sie aß gar nichts, wirkte auch, als sei ihr nicht ganz wohl. Aber sich darum zu kümmern, war aus meiner Sicht die Aufgabe vom Zimtschnecken-Kollegen. Ich nahm mir schon mal eine Käseklappstulle mit Gürkchen aus dem Rucksack und pellte mir eines von vier hartgekochten Eiern. Neben reichlich Proviant zum Essen hatte ich auch eine Flasche Cola in der mittleren Größe dabei und genehmigte mir einen großen Schluck.



Die Zeit während der gut zweistündigen Fahrt vertrieb ich mir mit Lektüre des Dumont Wanderführers Elbsandsteingebirge. Vor allem Tour 10 wiederholte ich mehrmals, wie man als Schulkind vor einer Klassenarbeit immer wieder die Sachen durchlas, die drankommen könnten, damit sie wenigstens im Kurzzeitgedächtnis für den Fall der Fälle haften blieben. Ich wiederholte Ostrauer Ring. Ostrauer Ring. Ostrauer Ring. Davon war auch in den Internet-Beschreibungen der Route immer wieder die Rede, man müsste zum Parkplatz am Ostrauer Ring und von da zum Lattengrund. Ich prägte mir grob die Himmelsrichtung ein, was immer hilfreich ist.



Eine Wanderkarte gehörte nicht zum dem Führer, die hätte man extra bestellen müssen. Da ich ja nur die eine Tour machen wollte, schien mir das irgendwie übertrieben, sich so eine Karte anzuschaffen. Etwas verwundert war ich über die Anmerkung "anspruchsvoll". Die dreißig Touren im Dumont Wanderführer sind in drei Kategorien eingeteilt: "einfach", "mittelschwer" und "anspruchsvoll". Ich schob das Prädikat auf den zweiten Teil der Wanderung No. 10, den ich sowieso nicht einplante, über steile Leitern an Felsen wollte ich nicht kraxeln. In den verschiedenen Beschreibungen im Internet, die ich über die Tour bis zum Großen Schrammtor auch gelesen hatte und mir teilweise ausgedruckt, war nie die Rede davon, dass es sich um eine "anspruchsvolle" Wanderung handeln würde. So ein bißchen über Stock und Stein, war ja nun naturgemäß erwartbar. Aber jetzt ging es erst einmal ans Aussteigen, ich war also in Bad Schandau und freute mich über das recht schöne Wetter und hoffte, dass es halten würde.



Eine Jacke hatte ich nämlich nicht dabei. Unnötiges Gepäck! Das blöde Smartphone hatte schon zusätzliches Gewicht in meinem Rucksack verursacht, ich wollte es hauptsächlich als Uhr benutzen!

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Margarete 29. August...
29.08.26, 14:57
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Das ist sicher schon...
27.08.26, 21:28
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Den Film habe ich...
27.08.26, 20:38
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26.08.26, 22:59
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Ina Weisse Die Ostsee...
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Schöner Dress, mag...
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