29. November 2012



Ehemalige Jüdische Mädchenschule Berlin.




28. November 2012




Die Auguststraße rauf und runter. Samstag-Nachmittag im Juni. Dreiundzwanzigster. Nach langer Zeit wieder einmal unterwegs mit meinem lieben Freund Jan. Gegenüber vom Keyser Soze, an der Ecke Tucholskystraße, bei dem Italiener gab es Public Viewing, Fußball, kein Deutschland-Spiel. Ich hatte auch zwei Bilder mit Leuten und großem Fernseher drauf, draußen. Wieder gelöscht, waren nicht so. Links von dem Radler saß die Meute. An einem der Tische vom Keyser Soze saß auf der Ecke neben der Tür ein interessant aussehender Mann, mit längeren grauen Haaren und einem unglaublich gut sitzenden Jackett, das schwarz changierte. Sehr extravagant. Jan kannte ihn und machte ihm ein Kompliment für seine Jacke, er lachte und sagte, sie sei ein Souvenir aus Hongkong, noch aus den Neunzigern oder so, von Yamamoto, die teuerste Jacke, die er sich je gekauft hat. Jan sagte mir später, dass er der Aufnahmeleiter von Aspekte war und gerade aufgehört hat, wenn ich das richtig erinnere. Vermutlich Anfang Sechzig. Ein Gesicht das gelebt und viel erlebt hat. Er rief mir, als wir gingen noch etwas hinterher, was mich sehr freute, ein Kompliment alter Schule, unerwarteterweise. Jan hatte es wohl nicht gehört, er war schon wieder ein paar Meter weiter. Ich sagte es ihm "Hey, hast du das gehört? Er hat gerade zu mir gesagt "...".



Jan grinst verblüfft: "Oh, wirklich?! Ich: "Ja, kannste mal sehen, wie ich auf andere wirke!" Jan: "Wir können ja auf dem Rückweg wieder vorbeigehen, vielleicht ist er noch da, er freut sich bestimmt, wenn du dich zu ihm setzt." Ich: "Ach nee, lieber nicht. Aber schon ein interessanter Typ! Das Jackett war ja echt toll. Sehr elegant. Das würde ich auch anziehen. Woher kennst du ihn eigentlich? Ach! Vom Achtzigsten von Rolf Eden?" Na ja, oder so ähnlich. Und so weiter und so fort. Typisches Geplänkel eben. Jan kennt wirklich Gott und die Welt und wenn man mit ihm unterwegs ist, weiß man auch bald, woher das kommt. Er kommt völlig lässig mit jedem ins Gespräch. Mühelos. Der reinste Spaziergang. Ich fürchte, das kann man in keinem Kommunikationstraining der Welt lernen. Man hat es, oder hat es nicht. Und wenn ich mit ihm unterwegs bin, fällt mir auf, dass ich das scheinbar auch habe. Ich kann in solchen Situationen jeden anquatschen, ohne die geringste Verlegenheit. Außer, wenn jemand irgendwie prominent ist, da halte ich mich ganz stark zurück, und warte lieber, bis diejenigen auf mich zukommen. Ich spiele dann lieber selber Diva, Groupie wäre mir da eher peinlich, auch wenn man es natürlich innerlich manchmal ist, aber ich würde es mir nie im Leben anmerken lassen! Ehrensache!



Ich mag auch an Jan, dass er sich so schnell bewegt, er ist sehr dynamisch und klebt nie an einer Stelle, ohne dass es nervös oder hektisch wirken würde. Er arbeitet eigentlich immer, rastlos und mit Begeisterung, nie gestresst. Das steckt an. Er ist die Ruhe selbst, ohne lahmarschig zu sein. Sehr effizient. Man kommt an einen Ort, gemeinsam, und bewegt sich ganz schnell in verschiedene Richtungen innerhalb eines definierten Ortes, ganz natürlich, tänzerisch. Dann ein Glas Wein, von dem man oft gemeinsam trinkt, nur ein, zwei Schlucke jeder, "da, willst du auch? Kannst du bitte mal halten?" Eine kurze Verständigung mit Blicken, wenigen Worten, wenn es an der Zeit ist, weiterzuziehen. Das hat genauso funktioniert wie immer. Ich schätze, es wird auch immer funktionieren. Wir ticken da offenbar sehr ähnlich, was das Tempo und das Bedürfnis nach Abwechslung angeht. Unvorstellbar, stundenlang tatenlos nur mit Leuten an einem Tisch zu sitzen und Essen und Getränke zu bestellen. Na gut, für eine halbe Stunde ist das ok, aber dann werde ich innerlich unruhig und möchte wieder neue Bilder und Winkel entdecken. Es ist wie eine Sucht, wie ein Schmetterlingssammler, auf der Suche nach einem Exemplar mit einer ganz besonderen Zeichnung. Mitte ist eine schöne Blumenwiese für bunte Falter. Wir haben viel angeschaut an diesem Nachmittag, ganz wie früher. Ich war endlich in der jüdischen Mädchenschule, die Jan längst kannte - dabei bin ich es, die fast daneben wohnt, und nicht er - und weiter hinten gab es eine Eröffnung bei der Galerie-Gesellschaft, wo ich nach eineinhalb Jahren tatsächlich zum ersten Mal wieder in der Öffentlichkeit von einem Glas Wein getrunken habe. Weiter zum guten alten Tacheles, auch wieder einmal nach sehr langer Zeit, und auf dem Rückweg eine kleine Runde im Innenhof vom KW. Später dann die Eröffnung vom neuen Al Contadino, hier gleich gegenüber, wo ich das Video von Jan gemacht habe, wo er so schön vom jungen Bruno Ganz in Italien erzählt. Das sind die nächsten Bildstrecken.


26. November 2012




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26. November 2012



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26. November 2012





Bequem, keine großartigen Texte mehr unter die Bilder zu klöppeln. Im Augenblick nur ein Bilderarchiv, chronologisch abgehandelt, für später mal, wenn ich mich rückwärtig daran erfreuen will, wie beweglich und vital ich damals war, in meinen Vierzigern. Ende Vierzig. Wie Playmates gerne erklären, "ich wollte die Bilder vor allem für mich haben, damit ich mal meinen Enkeln zeigen kann, wie attraktiv ihre Oma war, als sie noch jung war". Natürlich machen es alle auch wegen des Honorars und um ihren visuellen Wert breit in die Welt zu tragen. Schauspielerinnen sind ja besonders darauf angewiesen, ihre Attraktivität immer aktuell aufs Neue zu kommunizieren, wenn sie nicht Mutti- und Hausfrauenrollen haben wollen. Das wäre auch so ein Grund für mich, keine handelsüblichen Filmrollen zu spielen, diese platten Frauenfiguren, Armutszeugnis der sehr schlichten Phantasie von Drehbuchautoren. Wahrscheinlich kann man davon ausgehen, das Spektrum der Rollen, egal ob Männer oder Frauen (die Männerrollen sind ja genauso platt angelegt, wenn auch mit anderem Schwerpunkt), entspricht dem Spektrum des Bekanntenkreises des jeweiligen Drehbuchautors. Nicht gerade besonders interessant. Ich kann mich ja derzeit nur ganz schwer für fiktive Geschichten erwärmen, egal ob im Roman oder Film. Alles zu konstruiert und sehr weit von meinem Erleben und Identifikationsrahmen entfernt. Meine liebste Lektüre sind seit vielen Jahren Autobiographien. Selbst wenn geschönt oder übertrieben wird, erfährt man selbst durch die Art der Schönfärberei oder Übertreibung etwas Authentisches. Etwas, das wirklich atmet. Letztlich sind erfolgreiche Autobiographien immer von in irgendeiner Weise extremen Persönlichkeiten verfasst, denen es gelungen ist, sich selbst zum Produkt zu erheben, um das ihr Schaffen und Bewusstsein kreist. Ich mag das und verstehe das. Mir kommt die Beschäftigung mit sich selbst immer sehr authentisch vor. Was ja nicht heißt, dass das egozentrische Wirken irrelevant für die Allgemeinheit ist. Im Gegenteil. Da fängt die Kunst an, sich auf eine Art und Weise intensiv mit sich selbst zu befassen, sich selbst zu unterhalten, dass der Funke überspringt. Vielleicht erkennt man daran einen Künstler, den andere impulsiv so bezeichnen, ganz und gar unabhängig davon, ob man sich selber dazu erhebt. Es hat ja immer etwas Peinliches, ja Aufringliches, von Kunst zu sprechen, bevor wenigstens ein kleiner Teil der übrigen Welt den vermeintlich künstlerisch relevanten Wert identifiziert. Apropos, ich schaue gerade das X-Factor-Finale von gestern in der Vox-Mediathek. Ich hatte bei den beiden, Mrs. Greenbird, recht bald das Gefühl, schon bei den ersten beiden Folgen, dass sie das Ding holen. Ich habe mehr als einmal eine Träne weggewischt, bei den Songs der beiden. Ein bißchen Esther und Abi Ofarim-Sentimentalität spielt bestimmt auch mit. Und doch unvergleichlich. Der große lustige Mann mit der Gitarre, dem Bart und Zylinder, und seine bezaubernde Frau mit der Charlie-Melone, die diese ganzen schönen Lieder schreibt.

26. November 2012




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25. November 2012




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25. November 2012



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25. November 2012



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