01. Juli 2017

Mein Rendezvous mit Herrn Ratzke. Oder sein Rendezvous mit mir. Unser Rendezvous! Man könnte hier sonstwas schreiben und behaupten, wer wollte es anzweifeln. In Wahrheit hatte er nur indirekt ein Rendezvous mit mir. Und ich mit ihm. Rendezvous tippt sich nicht gut. Ich komme beim v immer auf die b-Taste. Also gut, ich hatte kein Rendezvous mit ihm. Denn er zog es ja vor, sich mit Meret Becker und Katharina Thalbach zu vergnügen. Von den Männern rede ich gar nicht, nicht der Rede wert. Aber Meret war gut in Form. Wir alle, wirklich alle, also wir vier erwachsenen Frauen in der Blüte unseres Lebens, waren scharf auf Merets Jeans-Einteiler mit Halterneck, rückenfrei, hauteng. Und dazu eine kesse rote Fliege auf nackter Haut. Was für ein Hingucker. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie je so gut ausgesehen hätte. Man plauderte so halb privat angeschickert, es gab Champagner, sie erzählte dauernd davon, dass sie seit drei Tagen nicht mehr trinkt. Wurde dann aber doch schwach. Zwei Sendungen wurden aufgezeichnet. Schon lustig irgendwie, wenn die ganze Show-Dramaturgie mit frenetischer Begrüßung und furiosem Schlussapplaus zweimal hintereinander zelebriert wird. Man denkt beim ersten Ende der Show, wenn man als Publikum in die Nacht verabschiedet wird ("kommen Sie gut nach Hause!"), einen Moment, dass jetzt wirklich Schluss ist, da stimmt einfach alles in dem Moment, auch die Kameras lenken nicht ausreichend ab oder die wichtig mit Walkie Talkie (heißt das überhaupt noch so? Also es war kein Smartphone sondern sah aus wie die Funksprechgeräte mit Antenne aus meiner Kindheit oder die ersten Mobiltelefone) und Klemmbrett herumscharwenzelnde Aufnahmeleiterin. Le Ratzke verabschiedete uns nach Aufnahmeschluss in die längere Pause, da er sich ja nun umziehen müsse für die zweite Show und wir müssten uns ja nun bitte schließlich auch etwas anderes anziehen. Äh ja. Die Musiker, die zauberhafte Band rechts von der Bühne in der Ecke, die ich ja Dank Maria, die auch dabei war, sogar schon persönlich kennenlernen durfte, hat sich auch ein bißchen "umgezogen". Also in der ersten Show weißes Hemd, schwarzes Sakko und dunkler Binder. In der zweiten Show Sakko aus, Schlips weg, Hemd leicht geöffnet. Also es war launig und gab auch ein paar schöne Songs. Kathi Thalbach hat selbstgebackene Kekse mitgebracht. Für's Publikum. Und strahlte Ratzke wie frisch verliebt an. Er ist aber auch wirklich eine sehr nette Mischung aus impulsiv und intelligent. Mit den Plätzen in der ersten Reihe hat es leider nicht geklappt, umsonst aufgestylt. Wir hätten schlicht und ergreifend einen Tisch für sechs Personen von langer Hand reservieren müssen, woran keine von uns gedacht hat. So verteilten wir uns hinter der Hauptkamera 1 auf Stühlen und Barhockern. Man konnte sich nicht so gut als Truppe verständigen, ich bin immer hin und hergependelt, mal stehend neben dem Hocker von Ina, dann wieder hinter Maria und neben Romy sitzend. Wir haben uns aber dennoch gut amüsiert. Ich empfehle die Sendung, von der ich noch gar nicht weiß, wann sie zum ersten mal ausgestrahlt wird. Das nächste mal reservieren wir aber einen Tisch. Ich habe nicht ein einziges Foto von der Show mit nach Hause gebracht, weil ich schlicht und ergreifend keines gemacht habe. Ich war zum einen unsicher, ob es nun wieder untersagt ist und wollte keine Diskussionen provozieren, die den Sendeablauf torpediert hätten, und zum anderen war da mindestens ein Fotograf mit Riesen-Equipment, der hat seine Kanonenrohre ohne Unterlass aus allen Winkeln draufgehalten. Wo diese Bilder landen, wissen die Götter. Vielleicht in Fernsehzeitschriften oder auf der Seite vom SWR, wenn es dann einmal so weit sein wird und das Ereignis angekündigt werden wird. Weil Maria ja nun Herrn Ratzke sehr gut kennt (wir erinnern uns, sie war sein Sidekick in HEDWIG) wollte sie es sich nicht nehmen lassen, sich nach der Show wenigstens zu verabschieden. Wir sind dann also nach hinten, an den Zirkuswägen vorbei, so eine Art Hinterhofcharme, das open air backstage von der Bar jeder Vernunft. Eine Hollywoodschaukel dazwischen. Ein bißchen Bronx-artig. Brennende Öltonnen hätten noch gut hingepasst. Auf der Hollywoodschaukel saß Meret und rauchte etwas nervös inhalierend. Und Kathi Thalbach stand auch da herum. Die freute sich unwahrscheinlich über das Wiedersehen mit Maria und ließ sich auf den neuesten Stand bringen, was sie so treibt. Auch da hat sie die ganze Zeit sehr breit gelächelt, sie war gut drauf. Aber vielleicht hat es auch was damit zu tun, dass man in einem gewissen Alter einfach viel attraktiver aussieht, wenn man ein Lächeln im Gesicht hat. Das hat sie auch auf der Bühne erzählt. Oder war es Zazie de Paris, stimmt, die war ja auch da - fast vergessen. Nein, ich glaube es war Katharina Thalbach. Ratzke hielt ein Foto von ihr aus ihren Zwanziger Jahren in die Kamera, sie guckt darauf ernst und ein bißchen trotzig. Da fiel ihr auf, wie ausgesprochen attraktiv so ein bockiger Gesichtsausdruck in einem jungen Gesicht wirken kann. Aber derselbe übellaunige Ausdruck in einem älteren Gesicht... nicht sehr anziehend. So ein Lächleln hebt die Gesichtzüge. Ich weß genau, was sie meint. Wenn man im Schlepptau von Maria im backstage auftaucht, kriegt man dann auch noch eine Umarmung von Le Ratzke ab, das war auch nicht unangenehm. Man verzeihe mir das einseitige Bildmaterial des Abends. Ich kann versichern, dass meine Begleiterinnen Ina, Maria und Romy und auch der Nachwuchs, der mit uns war, fotogen gewesen wären. Aber wie bereits erwähnt, ich wollte unbedingt den reibungslosen Sendeablauf sicherstellen.





Wer da war, wundert sich vielleicht, warum ich so gar kein Wort über die ebenfalls prominenten männlichen Gäste verliere. Der Eine war von Hause aus nicht so spannend für mich, und von dem Anderen bin ich kein Fan. Letzterer (ein durchaus berühmter deutscher Popsänger älteren Semesters) wurde erst mit Riesenbeifall begrüßt, als er dann anfing zu erzählen, wie es ihn nach Hamburg verschlagen hat und er dann später Berlin entdeckt hat, konnte man zusehen, wie die Dichte von Smartphones sekündlich anstieg, Nicht, um ihn damit zu fotografieren, sondern um messages zu checken. Wir nutzen diesen Showteil dann auch, um aufs Klo zu gehen und draußen eine zu rauchen. Wer wissen will, von wem ich rede, muss halt googlen. Interessanterweise gibt es in dem Hörfunkbericht hier auch keine Erwähnung der männlichen Gäste. Dank an Saskia für den supercleveren Tipp, vor Aufzeichnungsbeginn Getränkevorräte zu bestellen. Wir hatten neben den von der Außenbar mitgebrachten Getränken in der ersten Sendung eine Flasche Crémant Rosé im Kühler und eine Flasche Wasser und zur zweiten Sendung eine Flasche Sancerre und eine zweite Flasche Wasser. Das nächste mal lieber gleich zwei Kühler und drei bis vier Flaschen. Und dann haben wir ja sowieso den allergrößten Tisch für uns. Das wird fein.
g a g a - 1. Jul, 01:14

P.S. googeln hilft in diesem Fall auch nicht.

zuckerwattewolkenmond - 1. Jul, 01:22

Also

ich denke dabei an M.M.W. Der soll nach Mitte gezogen sein. Findet man auch im Internet.
g a g a - 1. Jul, 01:22

Mit der Antwort bist du auf jeden Fall im Recall;-)
zuckerwattewolkenmond - 1. Jul, 01:26

Gut!

Aber wer war der zweite?
g a g a - 1. Jul, 01:34

Der zweite ist ein singender (u. gefeierter) Theaterschauspieler. Kleiner Mann mit dicker Brille, der betont mit klischeehaftem unsexy Erscheinungsbild kokettiert und sich unter Wiehern des Publikums als "sexiest man alive" ankündigen lässt. Offen schwul, erwähnt gerne seinen Mann. Kein "household name", mehr für so Theaterszene-aficionados. Klaus Peter Wöhler oder so ähnlich. Kann mir den Namen nicht merken. Es wurde dann auf der Talk Couch auch betont (etwas zu sehr) kokettierend punktuell Körperkontakt gesucht. Aber ich bin ja zu differenziertem Feedback fähig. Er, Wöhler und Ratzke performten ein Gesangsduett, das Klasse hatte, vor allem musikalisch gesehen. "I will survive" ("Ich überleb's") sehr feinsinnig musikalisch arrangiert. Nicht diese Alarm-Nummer, eher melancholisch verhalten. Das war gut.
g a g a - 1. Jul, 01:38

ich sag ja, ich kann mir den Namen nicht merken. Nicht Klaus-Peter sondern Gustav Peter Wöhler.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Peter_W%C3%B6hler
g a g a - 1. Jul, 14:40

fb ~ 01.07.17

Christoph M.
Sehr schöner Text, prima Getränkewahl. Wie schade, dass es keine Backstagefotos gibt!!

Gaga Nielsen
die sind in deiner Phantasie sicher gelungener, als sie es wären, wenn es sie gäbe. Z. B. die Situation mit Katharina Thalbach und Maria. Sie standen sich gegenüber, ich links von Maria. Um beide aufs Bild zu kriegen, hätte ich ca. einen Meter zurücktreten müssen. Frau Thalbach ist sehr klein, Maria zwar keine Riesin aber auch kein Zwerg. Die Köpfe also mit beträchtlichem Höhenunterschied. Mit viel Aktionismus und Ehrgeiz wäre das machbar gewesen, aber das sind nicht die Art Bilder, die ich gerne mache. Wenn es sich spielerisch nebenbei in vertrauter Runde ergibt, ist das eher denkbar. Ich hätte auch nicht fotografiert, wenn wir alle an einem Tisch gesessen wären. Dazu müsste ich alle in der Runde näher kennen, sonst hätte ich das Gefühl, eine Grenze zu überschreiten. Ich bin ja keine Paparazza. Wir waren außerdem auch nur kurz da hinten. Und ohne das Bühnenlicht sah Meret auch nicht mehr so frisch aus, dass sie sich über Bilder davon gefreut hätte. Und Sven Ratzke ist auch niemand, der in Jubel ausbricht, wenn er ungefragt abgeschossen wird. Das wusste ich schon vorher.

P.S. das Männer-Rätsel wird übrigens in einem Kommentar in meinem Blog gelüftet. Eintrag ist oben verlinkt. Auf's Bild klicken. Da finden sich auch alle anderen Einträge, die hier nach einer Weile verschwinden.

Christoph M.
Gerade deswegen hätte ich ja so gerne schonungslose Paparazza-Fotos gehabt;)

Gaga Nielsen
meine privaten Paparazzereien sind niemals schonungslos. Ich fotografiere nur, wenn mir jemand am Herzen liegt oder Teil eines besonderen Momentes ist, den ich selbst gerne erinnern möchte. Schonungslos ist nur, was ich damit über mich offenbare. Ich zeige Menschen so, wie sie mir anziehendsten erscheinen. Ich lösche häufig technisch exzellente Portraitaufnahmen, die andere behalten und zeigen würden. Wenn der Ausdruck nichts wirklich Wesentliches zeigt, etwas Tiefergreifenderes, empfinde ich Portraitaufnahmen als sinnlos und überflüssig, egal wie gut sie technisch auch sein mögen.

g a g a - 14. Okt, 01:04

hier die erste Folge von Ratzkes Rendezvous mit Kathi Thalbach u. a. in der ARD-Mediathek: http://www.ardmediathek.de/tv/Comedy-Satire-im-Ersten/Ratzkes-Rendezvous-1/Das-Erste/Video?bcastId=25304236&documentId=46890462

g a g a - 21. Okt, 00:03

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