Immer mit der Ruhe, ich schreibe kein Fast Food Blog. Ina meinte vorgestern, wir waren wieder beim Berlin Beat Club im Ballhaus, dass mein Spaziergang durch die Kaiserburg und die Basteien ja schon ein Jahr her sei, und ich jetzt erst darüber schreibe. Ich erinnerte daran, dass ich bereits nach meiner Rückkehr im Juli und August letzten Jahres viele Einträge zu Streifzügen durch Nürnberg verfasste, aber eben nicht alle. Dann kam das Stones Jubiläum, dann starb die Queen, da gab es auch viel zu verarbeiten. Ich mache nur einmal so eine gründliche Aufarbeitung. Mir gefällt es, der Langsamkeit des Spaziergangs entsprechend, etappenweise die vielen schönen Ecken und Details zu würdigen. Es ist zum Glück kein Ort, der sich stark verändert, ganz im Gegenteil. Die geradezu archaische Schönheit der Festung wird seit Jahrhunderten bewahrt. Insofern ist es egal, ob ich Bilder von 2022 oder 2023 davon zeige. Ich habe leider keine aus der Zeit, als ich dort lebte, obwohl ich auch als Teenie immer irgendeinen analogen Fotoapparat hatte, aber damals kultivierte man das nicht wie heute. Und schon gar nicht dort, wo man seinen Lebensmittelpunkt hatte. Das ist eine Entwicklung unserer digitalen Zeit, nicht nur auf Reisen oder an besonderen Festtagen die Kamera herauszuholen. Als Teenie wäre ich auch viel zu sehr auf dem Sprung zu irgendeiner Verabredung gewesen. Nie bin ich durch fast einsame Gärten in Nürnberg gestreift, auf der Burg war ich zum Bardentreffen, von daher waren mir die Wege durch die Bastionen und zum Burggraben vertraut. Ein angenehmes déjà vu, weil es ja immer ein erfreulicher Anlass war. Ich habe noch ein paar Bilder bis zum Ausgang in petto. Ein Ort zum Schlendern und Flanieren, ohne Hast und sportlichen Ehrgeiz. Sonst wär ich längst schlapp!
