15. Januar 2012

Den Blick nach Norden gerichtet, zeigt sich der Himmel Blau. Und im Osten. Heute auch. Gestern in der Auguststraße. Aus der Tür vom Balkon im Norden und aus dem Badezimmerfenster. Die Mauer begrenzt im hinteren Bereich die Südterrasse meiner netten Nachbarin. Ich schätze sie etwas jünger als mich. Wir tauschen nette Sätze im Fahrstuhl, ich weiß sonst nichts über sie, außer dass sie ein ziemlich cooler Typ ist und sie einen ziemlich interessanten Job zu haben scheint, weil sie mal mit einer großen Reisetasche mit mir auf den Aufzug nach unten wartete und ich fragte, ob sie in Urlaub fährt und sie meinte, nicht ganz. Beruflich, nach Australien. Ich habe mich dann aber nicht getraut, weiter nachzufragen. Und im Sommer hat sie öfter Besuch auf der Terrasse, mit dem sie Englisch spricht. Sie ist aber selber Berlinerin, sie hat diesem typischen Tonfall, den echte Berliner haben, auch wenn sie Hochdeutsch sprechen. Und neulich als Wahl war, sind wir zeitgleich auf den letzten Drücker losgedüst, in die Kastanienschule um die Ecke, in der Gipsstraße. Sie ist so schön zurückhaltend und unaufdringlich ohne dabei schüchtern zu wirken. Sehr angenehm. Und sie bohrt kein einziges Loch in die Wand, seit sie da wohnt. Auch schon ein paar Jahre. Ich glaube, ich bin mittlerweile die langjährigste Mieterin in unserem Haus. Sie hält es aber auch schon relativ lange hier aus. Wüsste gerade auch keinen Grund, woanders hinzuziehen. Eine Zeit lang dachte ich vorübergehend darüber nach, mir ein Häuschen in ländlicher Umgebung zu mieten, mit uneinsehbarem kleinen Garten. Aber das mit dem uneinsehbar war in meiner Preisliga nicht zu verwirklichen. Dann habe ich die Idee beiseite gelegt. Kein Gedanke mehr. Ich danke dem lieben Gott, dass ich so ein gutes Versteck gefunden habe. Blauen Himmel zu sehen und dabei nicht gesehen zu werden, ist eines der schönsten Dinge auf der Welt.
g a g a - 15. Januar 2012, 15:19
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