02. August 2009

Ich fand heraus, dass man sich auf dieses Stück Gras in deinem Hinterhof legen kann, den Himmel sehen, ein großes blaues Viereck, das diagonal Schwalben kreuzen.
Ich lag im Gras und atmete. Ganz tief. Hand auf meinem Bauch. Zehn Minuten, fünfzehn Minuten. 29. Juli 2009. Und fotografierte mich im schwachen Abendlicht. 21:00 Uhr. Und noch einmal später, aber das Bild warf ich weg. So aufgelöst im gnadenlosen Deckenlicht des Zimmers. Eigentlich gefiel es mir. Weil ich so transparent aussah mit meinen verheulten Augen. So berührt. Und berührbar. Aber niemand, den ich kenne, mag Bilder von verheulten Gesichtern. Ich habe ja keinen Giftschrank. Ich habe es weggeworfen. Vielleicht schade. Ich weiß nicht. Man zelebriert dann wieder das Melodramatische. Aber das Melodramatische ist ein Teil unseres Lebens und eigentlich ist es Zensur.
Ich habe einmal, als ich noch mit Hi 8 filmte, die Kamera laufen lassen, als ich anfing zu weinen. Ich habe das Band immer noch. Diese Sequenz hat mich sehr fasziniert. Es war nicht gestellt. Es war echt und ich habe einfach die Kamera nicht ausgemacht. Ich glaube, ich schaue mir das jetzt an. Lange her. Sieben Jahre bestimmt. Oder acht. Oder neun. Ich hatte eine ferne Liebe und schickte ihm diese Bänder, in denen ich mit ihm sprach und ihm Gedichte vorlas und ihm vorsang und lachte. Und weinte.
g a g a - 2. August 2009, 16:34
Es gibt überhaupt keinen Grund, sich für verheulte Augen zu schämen, eigentlich.
Habe ich Dir schon mein aktuelles Lieblingswort geschenkt? Wörter kann man beliebig oft herschenken und sie werden nicht kleiner dadurch, finde ich. Sie nutzen sich eben NICHT ab, wie man voreilig meinen könnte, wenn sie aus der Seele kommen. "Zuversicht". Schön, was?
Edit: Ach ja, gestern, egal.
Und von wegen Zuversicht - doppelt hält besser ;-)