06. März 2009


Der alte Westen. Fischgratparkett, Ben Wargin, Schotter, drapiertes Obst. Alte Werte, nicht nur an den Wänden. Idealer Drehort für die Szene einer ersten Begegnung in einem französischen Autorenfilm. Einsame Galeriebesucherin trifft auf interessanten Fotografen. Irgendwie so. Man nippt am Weißwein, der Blick schweift leicht abwesend zum oberen Rand der Leinwand, kein Gedanke an bildende Kunst. Man hält einen gewissen Abstand. Wir sind ja nicht in irgendeiner verkrachten Newcomer-Galerie in der Linienstraße. Obwohl bei Hofmann-von Sell wäre das auch noch möglich. Aber die Aufgänge. Die haben nicht diese Aufgänge. Diese roten Teppiche in verspiegelten Eingangshallen der hochherrschaftlichen Charlottenburger Altbauten. Und die Damen. Schmuck. Kostüme. KuDamm-Seitenstraßen-Boutiquen-Gürtel. Unerwartet hanseatische Eleganz. Ein bißchen zu gediegen vielleicht. Aber man hat das Gefühl, sich mit Käufern in einem Raum zu befinden. In Mitte ein eher seltenes Vergnügen. Man spürt das. Man spürt Geld.


g a g a - 6. März 2009, 01:17
Trackback URL:
https://gaga.twoday.net/stories/5563930/modTrackback