19. Mai 2013


Ich kann das erklären. Die Kombination mit dem dunkelblauen Grand Canyon-Shirt war der erste Versuch. Ich wollte an dem Tag auf jeden Fall etwas Blaues anziehen, manchmal hat man ja so eine dringende Präferenz. Nicht nur, weil mein Ziel punktuelles Blau erwarten ließ, sondern auch weil mir danach war. Aber dann bin ich ins Schleudern gekommen. Zum einen passte das sportlich beschriftete Souvenir-Hemdchen (und dann auch noch eines aus Amerika), so überhaupt nicht zu meinem Ausflugsziel. Man muss ja auch im Hinterkopf haben, dass die Einheimischen einen sehen und sich ihre Gedanken machen. Und natürlich stellt sich die Frage, wie es auf den Fotos wirkt. Passt die Typo von den Klamotten zur Fassadengestaltung und zum Innendekor, bildet es eine Einheit? Das sind so Sachen, die mir durch den Kopf gehen. Sie können sich denken, die Wahl der Bekleidung ist für mich somit eine tägliche, hochkomplexe Herausforderung. Nun aber kam noch eine weitere Fragestellung hinzu, die da wäre, ob so eine Aufmachung ohne Kopfbedeckung nicht liderlich wirken könnte. Man möchte ja die religiösen Gefühle der hiesigen Bevölkerung nicht verletzen. Doch, doch, ich rede immer noch von Deutschland. Genauer genommen: Berlin. Und noch genauer genommen: von einem eher südlichen Bezirk, wo sich ein ganz besonderer Ort befindet, wo ich noch nie war und wo ich schon immer mal hinwollte. Wenn Sie nun die ornamental angehauchte Zierstickerei (mit Glitzer) von meinem zweiten blauen Leibchen anschauen, kommt ihnen vielleicht schon die eine oder andere Idee, wozu das passen könnte. Das Kapuzenteil hatte fast dasselbe Blau und hätte für den Fall der Fälle gestattet, etwas weniger von meinem Kopfbereich mit dem Haarschopf preiszugeben. So fühlte ich mich dann angemessen gekleidet, um mich auf den Weg zu machen. Die Kapuze wurde dann übrigens gar nicht benötigt, aber ich möchte nicht vorgreifen. Ein kleiner Cliffhanger muss mal drin sein!



g a g a - 19. Mai 2013, 17:05
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