16. März 2011

"Meine Frau hat nur gefragt: "Was willst Du denn da machen?", erzählt er. Ganz genau habe er das zu diesem Zeitpunkt selbst nicht gewusst. Aber er wollte helfen, irgendwie. (...) "Wir hatten genug Medikamente und Material dabei, um eine Gruppe von 2000 bis 3000 Menschen 14 Tage lang behandeln zu können." Aber so weit kam es gar nicht. Schon am Flughafen war Schluss für den Katastrophenmediziner. Es habe einfach keine Möglichkeit gegeben, die Unglücksregion überhaupt zu erreichen, erzählt der 72-Jährige. Außerdem hatte sich die Lage an den Atomreaktoren während des langen Flugs deutlich zugespitzt. "Man hätte Schutzanzüge und Masken haben müssen, aber die hatten wir nicht." (...) Überall liefen Fernseher mit den Berichten über die sich zuspitzende Lage in den Atomreaktoren. "Irgendwann mussten wir uns dann eingestehen: Das hat keinen Sinn." Nach 72 Stunden auf dem Flughafen von Tokio reiste der Tübinger Arzt nach Deutschland zurück. Enttäuscht sei er, weil er nicht helfen konnte.
dpa
g a g a - 16. März 2011, 23:59
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