20. August 2024









Bild von meinem Großvater André, Karins Vater. 1932 entstanden, "mit der Maschine gestickt" hat Mama auf der Rückseite notiert. Ich erkenne ihre Schrift. "1932" hat mein Großvater selbst vermerkt und unterstrichen, es ist eine andere Schrift, ein anderer Stift, verblasst, und sie hat die Jahreszahl dann offenbar mit ihrem Kugelschreiber nachgezeichnet, um das Entstehungsjahr zu verdeutlichen. 1932 war er meinen detektivischen Ermittlungen nach, in der Verlobungszeit mit der siebzehnjährigen Alma, die eine ähnliche Haarfarbe hatte, wie das Mädchen auf dem Bild. Er selbst dreiundzwanzig - und so virtuos...! Ich denke schon, dass sie ihn inspiriert hat. Ganz bestimmt. Es war eine große Liebe. Dass unten am Rahmen etwas abgebröckelt ist, überrascht mich. Es muss eine Art Gipsmasse sein, aus der er gefertigt ist. Mir ist, als wäre der Rahmen noch völlig unbeschädigt gewesen, als ich das Bild am Tag der Beisetzung einpackte, durchaus sorgsam, in einem mitgebrachten Kopfkissenüberzug. Als ich dann aber sehr bepackt mit noch einer Umhängetasche und einem Stoffbeutel durch die Gänge des Zugs lief, muss ich angeeckt sein. Aber wieso ist das abgebrochene Stück nicht im Überzug gewesen? Nur ein einziges Mal habe ich es herausgenommen, um es dem Fahrgast neben mir zu zeigen, er war so sehr daran interessiert. Wir kamen sehr schnell in ein sehr tiefsinniges, schönes Gespräch, und ich erzählte von dem Bild und der besonderen Bedeutung für mich. Er machte sogar ein Foto mit seinem Smartphone davon, weil es ihn begeisterte. Auch die Geschichte dahinter. Ich traue mir zu, das zu restaurieren. Mit einer Reparaturspachtelmasse filigran, fein ziseliert nachformen und dezent mit einem blassen, eher stumpfen Silber-Goldton ausbessern. Vollständig nachvergolden werde ich den Rahmen nicht, das würde dann auch zu neu wirken und wäre zu prunkvoll. Ich freue mich, dass ich in meiner an Bildern nicht armen Wohnung noch einen Platz dafür finden konnte, noch dazu so einen schönen, passenden, macht dem Bild meines Großvaters alle Ehre. Nun hütet das verträumte Blumenmädchen von André meinen Schlaf.



P.S. ich habe gerade versucht, zu entziffern, was die stark verblassten Worte unter der Jahreszahl heißen könnten, und ich meine, es könnte sein, dass da steht "Meiner Alma".

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