15. August 2024







Meine Mutter, das unbekannte Wesen. Häufige Friseurbesuche waren für die zwölfjährige Karin wohl ziemlich selbstverständlich. Alle Bilder ungefähr 1955/56. Nachdem ich in ihrem Tagebuch von 1957 - 1958 geblättert habe, ist mir klar geworden, wieviele Gedanken sie sich um Kleider und Details gemacht hat. Vor nicht sehr langer Zeit fragte ich sie, ob sie einen Berufswunsch hatte, der unerfüllt blieb. Ja, sie wäre am allerliebsten Friseurin geworden. Aber das Schicksal wollte es, dass sie sich familiären Interessen beugte und anfing, sich im familieneigenen Betrieb für Innenausstattung im Büro nützlich zu machen. Bis sie ihren Hans traf und mit zwanzig Mutter wurde. Nur anderthalb Jahre später kam ein zweiter Schreihals, nämlich ich. Obwohl sie nie gesagt hat, dass ich viel herumgeschrien hätte. Eher war sie besorgt, weil ich meine kindlichen Kräfte darauf verwandte, Gläser zu zerbeißen.

g a g a - Fr, 16. Aug, 15:35

Margarete 15. August 2024 um 23:59
Apropos: Friseurbesuche! So um 1955 herum ( da war ich 8 Jahre alt!) wurde ich auch von meiner Mutter Grete zum Friseur geschickt! Zur Dauerwelle!! Also, das war ja der reine Horror!! Und das ging dann jahrelang so weiter! ,- So muss sich Folter anfühlen!! Ergo: Seit 1965 habe ich keinen Friseursalon mehr betreten ( ist ja logo!)! Ich stopple und schnipple seitdem alles sehr gern eigenhändig und das nur äußerst selten… Last not least: Ihnen, liebe Frau Gaga, sehr herzlichen Dank auch für die bezaubernden Fotos!!

Gaga Nielsen 16. August 2024 um 13:46
Ach ja, Dauerwelle…. das hat meine Mutter später auch bis ins hohe Alter fortgeführt… ich kannte sie eigentlich nur damit, war geradezu überrascht, dass sie bei der schicken Ponyfrisur glattes Haar hat. Ich selbst habe auch ein Friseur-Trauma und schneide mir nur ab und zu die Spitzen eigenhändig mit einer Profischere.

Jan Sobottka
Seinerzeit: Alles so „rausgeputzt“; wie es damals eben üblich war. Die Wünsche und Träume sind ganz wo anders, aber vorhanden …

Lydia G.
Hatte sie dann mit Kindern irgendwann wieder gearbeitet?

Gaga Nielsen
Solange wir zuhause wohnten, also bis zum Alter von ca. 19 Jahren, war sie nicht erwerbstätig. Als ich ein Schulkind war, wollte ich sie immer gerne arbeiten schicken, weil ich das bei anderen Müttern sah und dachte, das täte ihr gut, mal raus zu kommen, und sie würde dann auch wieder Interesse haben, sich richtig schick zu machen, aber sie liebte es zuhause mit der Gartenarbeit etc. und sie hätte auch keinen Anschluss gefunden, sie hätte sich fortbilden müssen. Wozu, es ging ja auch so. Viel später hat sie einen kleinen Getränkehandel aufgemacht, im Keller des Hauses, da standen dann überall die Bierkästen und Wasser und Limonade für die umliegende Nachbarschaft. Es gab nämlich kein Lebensmittelgeschäft in unmittelbarer Nähe. Ihr kleiner Handel machte ihr Spaß, es kam Leben in die Bude, ein bißchen Geld rein, und sie konnte es von zuhause machen. Sie war immer erreichbar, wer klingelte und was brauchte, konnte kommen, wann er wollte. Da war sie total flexibel. Bestimmt auch am Sonntag Abend.

Lydia Gebel
Spannend! Hättest du dir etwas Ähnliches für dich je vorstellen können?

Gaga Nielsen
Never Ever. (Weder die Hausfrauen-Phase, noch den heimischen Getränke-Handel, da müsste ich ja ständig damit rechnen, dass wer klingelt… Hilfe!)

Damit war sie für mich kein Role Model. Allerdings weniger wegen des gerne zuhause Herumwirtschaftens (das war mir noch nachvollziehbar, dass das Freiheiten im Tagesablauf ermöglicht), eher wegen der mir nicht attraktiv erscheinenden Hausfrauen-Konstellation mit anstrengender Ehe und herausforderndem Mehr-Generationen-Familien-Clan unter ein- und demselben Dach. Es war tatsächlich schon so, dass meine Mutter mit ihrem Unwillen, „draußen“ erwerbstätig zu werden, die Idee bei mir eingepflanzt hat, dass es nicht supertotal erstrebenswert sein könnte, jeden Tag zur selben Zeit in einer Firma vorstellig zu werden und dort fremdbestimmt zu arbeiten. Dass es da auch noch was dazwischen geben könnte, bzw. Nuancen, habe ich erst später für mich eruiert 🙂 Sie hat übrigens immer das Geld verwaltet, das mein Vater nachhause gebracht hat, sie musste ihn nicht um Erlaubnis fragen, es war fast eher umgekehrt. Sie konnte vorbildlich sparsam wirtschaften. Darauf hat er zurecht vertraut, er wollte da gar nichts damit zu tun haben.

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