13. August 2024
Erste Male. Gerade die Endabrechnung vom Bestattungsinstitut im Briefkasten gehabt. Vor einer halben Stunde. Erst mal Blumen gegossen. Gerätselt, wieso der Umschlag so dick und gepolstert ist, als wären nicht nur DIN A-4-Blätter drin.
Im Umschlag eine mit dunkelblauem Samt bezogene Mappe zum Aufklappen. Darauf mit Goldprägung das Logo des Bestattungsinstituts. Wie man es von gehobenen Restaurants kennt, wenn die Rechnung übergeben wird. In der Mappe, die auf jeder Seite ein Fach hat, um etwas einzuschieben, die Endabrechnung und weitere Einzelrechnungen, die in die Endabrechnung eingeflossen sind. Für Überführungen, die organisatorischen Bestatter-Einzelleistungen, den Sarg, die Einbettung etc. die Einäscherung, die Urne, die Blumen, die Musikanlage, div. Gebühren, Sterbeurkunden, Kirchengebühr.
Bei der Abrechnung für die Einäscherung steht auch die Uhrzeit der Einäscherung am 12. Juli 2024. Um 8:09 Uhr. Und seltsamerweise in Hohenburg, in der Oberpfalz. Ist ja nicht gerade um die Ecke, da hat sie nochmal eine richtige Reise unternommen. Ich hatte irgendwo gelesen, dass Verstorbene aus dem Landkreis meiner Mutter angeblich immer im Krematorium Nürnberg eingeäschert werden. Aber vielleicht hatten die keine Kapazitäten mehr, die sind wohl pro Jahr begrenzt. Macht mich neugierig. Und ich hatte mir bereits ganz hingegeben Fotos vom Krematorium Nürnberg angeschaut, das eine ganz hübsche, barocke Architektur hat.
Gleich mal googeln, wie das Krematorium Hohenburg aussieht. Aha - mehr wie ein flacheres, weißes Ferienhaus. Gibt dort auch einen Abschiedsraum und die Gelegenheit für eine Trauerfeier mit anschließendem Leichenschmaus. Das ist ja wirklich noch mal ein Ausflug in eine Ecke mit Urlaubsqualität. Sie ist ja in den letzten Jahren nicht mehr unterwegs gewesen. Kein Marienbad oder Franzensbad mehr, da war sie gerne öfter mal, wie ich ihren Notizbüchern entnahm. Hatte sie mir bestimmt auch erzählt, aber ich hatte es wieder vergessen oder es war auch lange her.
Die Queen hatte ja auch eine bemerkenswerte Reise-Aktivität nach ihrem Tod. War das nicht von Balmoral nach Edinburgh und sogar noch irgendein Flug dazwischen und dann eine ewige Autofahrt mit Anne hinten als Begleitung? Morgen mache ich einen Termin mit der Bank, um die Überweisung vom Nachlasskonto auszuführen. Heute garantiert kein Bestattungscontent mehr, versprochen.
Im Umschlag eine mit dunkelblauem Samt bezogene Mappe zum Aufklappen. Darauf mit Goldprägung das Logo des Bestattungsinstituts. Wie man es von gehobenen Restaurants kennt, wenn die Rechnung übergeben wird. In der Mappe, die auf jeder Seite ein Fach hat, um etwas einzuschieben, die Endabrechnung und weitere Einzelrechnungen, die in die Endabrechnung eingeflossen sind. Für Überführungen, die organisatorischen Bestatter-Einzelleistungen, den Sarg, die Einbettung etc. die Einäscherung, die Urne, die Blumen, die Musikanlage, div. Gebühren, Sterbeurkunden, Kirchengebühr.
Bei der Abrechnung für die Einäscherung steht auch die Uhrzeit der Einäscherung am 12. Juli 2024. Um 8:09 Uhr. Und seltsamerweise in Hohenburg, in der Oberpfalz. Ist ja nicht gerade um die Ecke, da hat sie nochmal eine richtige Reise unternommen. Ich hatte irgendwo gelesen, dass Verstorbene aus dem Landkreis meiner Mutter angeblich immer im Krematorium Nürnberg eingeäschert werden. Aber vielleicht hatten die keine Kapazitäten mehr, die sind wohl pro Jahr begrenzt. Macht mich neugierig. Und ich hatte mir bereits ganz hingegeben Fotos vom Krematorium Nürnberg angeschaut, das eine ganz hübsche, barocke Architektur hat.
Gleich mal googeln, wie das Krematorium Hohenburg aussieht. Aha - mehr wie ein flacheres, weißes Ferienhaus. Gibt dort auch einen Abschiedsraum und die Gelegenheit für eine Trauerfeier mit anschließendem Leichenschmaus. Das ist ja wirklich noch mal ein Ausflug in eine Ecke mit Urlaubsqualität. Sie ist ja in den letzten Jahren nicht mehr unterwegs gewesen. Kein Marienbad oder Franzensbad mehr, da war sie gerne öfter mal, wie ich ihren Notizbüchern entnahm. Hatte sie mir bestimmt auch erzählt, aber ich hatte es wieder vergessen oder es war auch lange her.
Die Queen hatte ja auch eine bemerkenswerte Reise-Aktivität nach ihrem Tod. War das nicht von Balmoral nach Edinburgh und sogar noch irgendein Flug dazwischen und dann eine ewige Autofahrt mit Anne hinten als Begleitung? Morgen mache ich einen Termin mit der Bank, um die Überweisung vom Nachlasskonto auszuführen. Heute garantiert kein Bestattungscontent mehr, versprochen.
g a g a - 13. August 2024, 21:05
Keine Kapazitäten oder … Ersparnis. In Berlin reisen Verstorbene – insbesondere bei Bestattungen nach Sozialstandard – gerne noch mal nach Polen. Was ich auch ganz hübsch finde, wenn du es zu Lebzeiten nicht dorthin geschafft hast, dann wenigstens final nochmal. 😉
Aber ja, die Queen war Reisequeen post mortem. Verwundernswert, dass sie sie nicht noch einmal durch den gesamten Commonwealth haben reisen lassen.
Gaga Nielsen
Habe gestern noch gelernt, dass der mir so fern erschienene Ort des Krematoriums durchaus zur sog. "Metropolregion Nürnberg" gehört. Billiger ist es dort auch nicht. Aber insgesamt gesehen war die Bestattung nicht überteuert. Mir wurde für die Einäscherung auch kein imposanter Sarg aufgeschwatzt. Die ganzen Einzelgebühren, die dazu führen, dass es halt doch immer ein paar Tausend Euro sind, sind einzeln betrachtet, gar nicht mal so hoch, aber es summiert sich eben. Aus Berliner Perspektive ist Polen aber auch nicht sehr weit weg. Zum Thema Sozialbestattung gerade erst gelernt, dass man auch als mittelloser Toter ein Recht auf eine Erdbestattung und ein Erdgrab hat. Das ist dann kein sog. Wahlgrab, sondern ein Reihengrab (schon auch ein Einzelgrab) auf einem Friedhof, den die Stadt Berlin bestimmt. Und auch nicht anonym, es sei denn, man wünscht es.