20. Januar 2024
Ich habe gerade ausgesprochenen Appetit auf Häppchen mit Seelachsschnitzel, diesem knallorangen, mit Lebensmittelfarbe gefärbten, klein gehäckselten Lachsersatz aus dem Glas, den es schon in meiner Kindheit in den Sechziger und Siebziger Jahren gab. Ich nehme pro Häppchen eine Scheibe extra dünne Meersalz-Maiswaffel, darauf kommt Butter (richtige), dann die Lachsschnipsel, ein paar hauchdünne Zwiebelringe und viel frischer, grob gemahlener schwarzer Pfeffer. Sehr delikat! Es muss dafür unbedingt der Fake-Lachs sein. Es gibt das Produkt ja auch gar nicht mit echtem Lachs, soviel ich weiß. Früher hätte ich als Grundlage Schwarzbrot oder eine halbe Schrippe genommen, aber das gibt's nicht in meiner Küche. Ich mach mal gleich ein Foto von den fertigen Häppchen! Gerade gelesen, dass der Farbstoff im Lachsersatz "Cochenillerot A" heißt und unter anderem auch in spanischer Chorizo-Wurst, Halstabletten und Marmeladen und in Aperol und Campari verwendet wird. Wer also das Näschen rümpft, dass ich mir so ein synthetisch gefärbtes Lebensmittel einpfeife, soll mal kurz reflektieren, ob er sich Cochenillerot nicht auch schon mal unwissentlich einverleibt hat. Ich bin kein Fan von synthetischen Zusätzen wie Lebensmittelfarben, Stabilisatoren und Geschmacksverstärkern, gar nicht, aber eine kleine Ausnahme ist schon mal vertretbar. "Life is full of contradictions." (Elizabeth II.)


g a g a - 20. Januar 2024, 10:52
Hm - lecker 😋