15. Oktober 2023



Nahaufnahme der Mauer, die auf dem Landschaftsfoto ganz klein rechts hinten zu sehen ist. Da war ich nun am anderen Ende angelangt und es gab keinen Ausgang, nur ein Loch im Mauerwerk, da hätte ich unten, am Erdboden entlang durchschlüpfen können, wollte mir aber meinen Mantel nicht versauen. Dann weiter nach links, da saß im Gebüsch in der Sonne ein Junkie, der sich gerade eine Spritze setzte, er schien mich gar nicht zu bemerken, ich ging einfach vorbei. Das ist ja doch irgendwie ein intimer Vorgang. Ich musste kurz an meine Lektüre denken, "Parachute Women", über die Stones Frauen. Gerade in den letzten Kapiteln, wo ich nun bin, gibt es keine drogenfreien Passagen. Vor allem bei Keith und Anita. Alles keine Neuigkeiten, relativiert aber zwangsläufig die Beurteilung von Junkies. Tristesse in allen Gesellschaftsschichten. Mir sind Junkies emotional näher als Kokser, weil ich glaube, dass Heroin von Sensibelchen bevorzugt wird, Koks aber von Macht- und Erfolgsfixierten. Ich bin zum Glück für beides nicht verführbar. Ich ging weiter und hielt noch mal Ausschau nach einem Hinterausgang. Die Mauer ging in einen Zaun über, da war dann ein verschlossenes Tor, ich ging wieder Richtung Hermannstraße.

g a g a - 15. Oktober 2023, 12:33
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