26. Mai 2023


Zuguterletzt mehr Hintergrund zur Geschichte des Balls der Künstlerinnen, habe ich heute erst auf der fb-Seite der Alexander und Renata Camaro Stiftung gelesen: "(...) Der erste Ball der Künstlerinnen fand als Gegenstück zu den absurd prächtigen Hofbällen der späten Wilhelminischen Zeit statt, die im krassen Widerspruch zu den Lebensverhältnissen der übrigen Bevölkerung standen. Wir kennen die Bälle von den Bildern Adolph von Menzels und von denen des berüchtigten Direktors der Hochschule der Künste Anton von Werner, der den Frauen den Zugang zum Studium verweigerte und dessen Haus sich heute noch auf der anderen Straßenseite der Potsdamer Straße befindet. Dieser Ball ist also unter der Direktion von Käthe Kollwitz allen Konventionen zum Trotz als freier Maskenball erfunden worden. Frauen verkleideten sich, Männer waren als Frauen willkommen. Es sollte der Zeit und „trotz alledem“ etwas Freudvolles entgegengesetzt werden." An Käthe Kollwitz hätte ich zuletzt als Initiatorin eines wilden Tanzvergnügens gedacht, aber man lernt nicht aus! Sie war zuerst Schülerin an der Zeichenschule, dann dort Lehrerin und ab 1901 bis zu ihrem Tod 1945 (mit achtundsiebzig) Vereinsmitglied.

Auf der Vereins-Seite lese ich: "Bereits um 1900 feierten die Künstlerinnen opulente Kostümfeste in den jetzigen Räumen der Camaro Stiftung. Das Haus wurde 1893 für den Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 e. V. als Mal- und Zeichenschule erbaut und die lichten, hohen Räume sind einst wie heute ein prachtvoller Rahmen für ausgelassene Feste." Das lässt vermuten, dass Käthe Kollwitz gleich zu Beginn ihrer Vereinsmitgliedschaft 1901, da war sie vierunddreißig, tatkräftig ihre Idee mit dem Ball umsetzte.

g a g a - 26. Mai 2023, 15:30
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