12. April 2023

Gestern im Fahrgastfernsehen in der U8 auf dem Monitor ein Zitat, gerade noch so aus dem Augenwinkel erfasst:

"Die Wurzel des Bösen ist die Vergänglichkeit."

Noch nie irgendwo gelesen oder gehört. Interessanter Gedanke. Also quasi die Bedrohung, dass alles dem Untergang und dem Vergessen geweiht ist, sterben wird, sich in Nichts auflöst, verursacht bösartige Taten? Um eine unvergängliche Spur zu hinterlassen, einen Fußabdruck in der Menschheitsgeschichte oder auch nur in einem privaten Kontext? Rosenkrieg zum steten Gedenken an die einstige Liebe, bis in alle Ewigkeit? Weltliche Kriegstreiberei, mangels anderer Talente, um als historische Persönlichkeit im Lexikon zu landen? Sehr spannendes Erklärungsmodell!

Nach ein paar Stationen wiederholte sich das Zitat. Überrascht las ich nun etwas anderes: "Die Wurzel des Bösen ist die Begehrlichkeit." Geoffrey Chaucer (um 1342 - 1400)

Oh. Ich hatte mich beim ersten mal offenbar verlesen. Die erste Variante fand ich viel spannender. Vor allem meine Bereitschaft und offenbar damit einhergehende Fähigkeit, dem so nicht existierenden Zitat eine plausible Logik zu entlocken. Interessanter Mechanismus in meinem Gehirn. Wahrscheinlich nicht nur in meinem.
g a g a - Mi, 12. Apr, 17:48

ZUCKER 12. APRIL 2023 UM 15:11
Ich finde, die erste Variante stimmt in einem sehr viel umfassenderen Sinn, welcher die zweite Variante mit einschließt. Vergänglichkeit ist ja die größte Angst des Ego, welches nichts unversucht läßt, uns davor zu beschützen und unser Überleben zu sichern. Es müßte nur genauer heißen: „Die Wurzel des Bösen ist die Ablenkung von der Vergänglichkeit.“ wo hinein dann so nette Dinge fallen wie Kontrollsucht, Habgier, das immer woanders sein wollen, als bei sich selbst, Aktionismus, Egoismus, alle Arten von Abhängigkeiten und Süchten, auch die Sucht nach Drama und nach Neuem und und und….

GAGA NIELSEN 12. APRIL 2023 UM 17:46
Oder: „Die Wurzel des Bösen ist das wütende Trotzen gegen die Vergänglichkeit unentwickelter Persönlichkeiten“. Die Wurzel des Guten kann ja die Kehrseite der Medaille sein, das konstruktive Trotzen gegen die Vergänglichkeit, indem man versucht, eine schöne Spur zu hinterlassen.

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