13. Oktober 2022

Ich habe das Gefühl, die Aufregung, ja Empörung mancherorts über die Rekonstruktion der Fassaden des Berliner Schlosses gegenüber vom Lustgarten hat sich gelegt. Ich war damals weder fanatisch dafür, noch dagegen. Ich fand schade, dass der Palast der Republik abgerissen wurde, weil mir die klare Silhouette mit den kupfer-verspiegelten Flächen gefiel. Ganz im Gegensatz zu den Wohn-Plattenbauten, wirkten die Kupferfassaden-Platten ausgesprochen schmuck, und ich glaube, Mies van der Rohe hätte ihn auch gelungen empfunden, zumindest von Außen. Aber da war dieser Drang, Zeichen zu setzen und die Asbest-Verseuchung ein willkommener Aufhänger, sich nicht weiter mit Sanierung des Renommierpalasts der DDR aufzuhalten. Und nun ist an selber Stelle das Humboldtforum mit den rekonstruierten Prachtfassaden des einst von der DDR weggefeudelten Schlosses. Ich mag, was daraus geworden ist. Wegen mir hätte es auch keine preisgünstig schmucklose Westfassade im Schlüterhof gebraucht. Die beteiligten Bildhauer aus ganz Deutschland, die die Kolossalfiguren wiedererschaffen haben, hätten das Übrige sicher auch noch gerne als Auftrag erhalten. Alles in allem: stimmig, wenn man durch den sommerlichen Lustgarten flaniert und die wiederauferstandene Fassade durch die Trompetenbäume sieht. Ich sehe kein Problem.



g a g a - 13. Oktober 2022, 00:00
Morgen 13. Oktober 11 Uhr Buchvorstellung Wilhelm von Boddien im Bistro Lebenswelten „Abenteuer Berliner Schloss“, vom Wasmuth und Zohlen Verlag
Gaga Nielsen
Ein schöner Hinweis. Leider für mich zu kurzfristig, aber das Buch ist ja zugänglich. Wer es nicht kennt und Zeit hat: das Bistro Lebenswelten ist im Erdgeschoss vom Humboldtforum/Schloss, Zugang vom Schlüterhof.
Voilà:
https://wasmuth-verlag.de/shop/architektur-stadtplanung/architekturgeschichte/das-berliner-schloss-und-ich