24. Juli 2022


Der Eindruck hat sich nun verfestigt, dass Sandstein der bevorzugte Baustoff in Nürnberg war, und in den Altstadtvierteln wie St. Lorenz und St. Sebald besonders dicht erhalten oder wiederhergestellt. Das schmale Haus vom Hotel Drei Raben ist nicht denkmalgeschützt, das gilt wohl als Durchschnittsware. Schön, dass die Beschriftung so sorgsam ausgeführt ist. Wieviel die Typographie doch ausmacht. Das Hotel ist von innen nicht so mein Geschmack, die Zimmer sind mir zu seltsam dekoriert, auch die Themen zu aufdringlich, mit den überdimensionalen Spielzeugfiguren. Aber die Lage ist toll, auch mitten in der Königstraße, mehr oder weniger schräg gegenüber der Mauthalle. Man könnte denken, dass das mit dem Sandstein jemandem, der diese Wege Hunderte, wenn nicht Tausende Male ging, schon früher hätte auffallen können. Aber woran denkt man, wenn man von A nach B geht, im Alltag? An das Ziel, was man als Nächstes vorhat. Aber bestimmt nicht an Baustoffe. Flanierenderweise interessiert es einen. Das Schöne an Sandsteinfassaden ist, wenn sie nicht getüncht oder sonstwie versiegelt sind, dass sie zu atmen scheinen, lebendige, gewachsene Strukturen zeigen. Man legt gerne die Hand auf einen warmen Stein. Erdend und beruhigend.


g a g a - 24. Juli 2022, 18:31
Das Hotel ist m.W. ein Neubau aus den 1950er Jahren, daher nicht denkmalgeschützt. Die Nürnberger waren nach dem Krieg und mannigfacher Zerstörung sehr flink und schlau im Wiederaufbau, gerne auch in Sandstein, dem in der Tat im historischen Nürnberg vorherrschenden regional gewonnenen Baumaterial.
Gaga Nielsen
Dachte ich mir auch fast... wobei inzwischen ja auch Bauten aus den 50er Jahren Denkmalschutz genießen, dann aber vermutlich eher, wenn sie etwas Typisches für die Fünfziger Jahre vorweisen können.