07. Oktober 2021

ELEKTROGIRAFFENZEPTER, KINGDOM OF GAGANIA. Krepp, Netzteiladapterstecker, Tonerkartuscheschachtel, Kleber, Acrylgold, Wasserfarbe, Edding, 60 x 9 x 8 cm, Juli 2018, Staatl. Museen.


Nun ja. Zweitausendachtzehn. Es gibt da noch eine Reihe von Dingen, die ich in jenem Sommer fabrizierte und dokumentierte, aber nicht publizierte. Ich hatte mich Monate geweigert, die Kamera in die Hand zu nehmen und Menschen zu verewigen. Ich konnte aber dokumentieren, was ich stattdessen machte, wie ich dachte. So geschehen. Die Sachen waren in meiner Wohnung entstanden. Dann besuchte ich, wie jemand, der einen fremden Speicher betritt, mein altes Atelier. Da waren seit Monaten die Sachen meiner Ausstellung vom September 2017. Ich räumte auf und renovierte etwas, nachdem ohnehin die Fenster von Eigentümerseite ausgebessert werden mussten. Die überwiegend auf fragwürdigen Untergründen, wie gefundenen Schachteln, entstandenen Werke konnte ich nicht mehr an den Wänden meiner Wohnung unterbringen, jedenfalls nicht alle. Bevor ich eines auf die Reise zu meiner Werkstatt schickte, machte ich jeweils Aufnahmen davon. So auch von diesem Zepter. Wie eigentlich fast immer, ging dem Sammelsurium eine Aufräum- und Ausmistaktion voraus. Diese Unmenge von Netzadaptern für Elektrogeräte, die man gar nicht mehr zuordnen kann. Die Apparate waren oft schon entsorgt, aber die Adapter lagen noch in einer Schachtel. Ich habe im Zuge dessen auch eine Serie mit Kabel-Werken gemacht. Da gab es den Nachhaltigkeitsmodebegriff noch gar nicht in dem Ausmaß. Es war und ist schlichtweg meine Natur, mich von dem anregen zu lassen, was mir zufällt. Es ist ein quasi verspielter, kultivierter Fatalismus.

g a g a - 7. Oktober 2021, 23:53
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