02. April 2016
Liebeserklärung


Gedenkminute (-stunde, -tag). Heute vor dreißig Jahren kam ich in Berlin an. In West-Berlin. Und wollte nie mehr zurück. Meine Herzensstadt. Das großartige ist, wenn man nicht der Liebe zu einem Menschen wegen in eine Stadt zieht, sondern die Stadt selbst die Liebe ist, hat die Liebe formidable Zukunftsaussichten. Und daher hat diese Liebe die allerbesten. Ich bin immer noch vernarrt. Hier will ich begraben sein. Und vorher noch ganz viel leben. Und lieben. Ich dachte, ich hätte schon eimal die Geschichte erzählt, wie ich nach der nächtlichen Zugfahrt an jenem sonnigen Morgen am Bahnhof Zoo ankam, zum ersten mal überhaupt in meinem Leben, denn ich war nie in dieser Stadt. Ich zog gleich hin. Dass das richtig sein würde, wusste ich im tiefsten Herzen. Eben suchte ich in meinem Archiv danach, wie es sich begab, dieser schöne große Mann, mit seinen Kupferlocken, den Wischlappen in der Hand, die Küche vom Schwarzen Café, in die ich unversehens gestolpert war. Nein, ich habe es noch nie erzählt, nicht hier. Nur in persönlichen Gesprächen. Und wie er, obwohl Ruhetag war, zwei große Tassen mit Milchkaffee brachte und beim Bringen begann er tatsächlich zu singen: Kann denn Liebe Sünde sein? und setzte herzhaft hinzu "Herzlich Willkommen!" Wie hätte ich mich da nicht verlieben sollen... in die Stadt. So ist es geblieben. Nein, ich habe die Geschichte hier nie erzählt (nur da.) Ich erzähle sie sonst sehr ausführlich, aber heute ist mir nicht danach, obwohl es der Tag dafür wäre. Und als ich das Wannsee-Schild aus dem Zugfenster sah, schon so ein Kribbeln hatte, wie wenn einen gleich Amors Pfeil trifft. Wie hält man die Liebe, wie bleibt man verliebt? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es einfach so. Einfach nur Glück. Ein Riesenglück. Weil es passt. Weil es einfach matcht. Ich werde heute noch etwas sehr Gutes trinken. Das tue ich oft, aber heute mit einem noch feierlicheren Gefühl.



Gedenkminute (-stunde, -tag). Heute vor dreißig Jahren kam ich in Berlin an. In West-Berlin. Und wollte nie mehr zurück. Meine Herzensstadt. Das großartige ist, wenn man nicht der Liebe zu einem Menschen wegen in eine Stadt zieht, sondern die Stadt selbst die Liebe ist, hat die Liebe formidable Zukunftsaussichten. Und daher hat diese Liebe die allerbesten. Ich bin immer noch vernarrt. Hier will ich begraben sein. Und vorher noch ganz viel leben. Und lieben. Ich dachte, ich hätte schon eimal die Geschichte erzählt, wie ich nach der nächtlichen Zugfahrt an jenem sonnigen Morgen am Bahnhof Zoo ankam, zum ersten mal überhaupt in meinem Leben, denn ich war nie in dieser Stadt. Ich zog gleich hin. Dass das richtig sein würde, wusste ich im tiefsten Herzen. Eben suchte ich in meinem Archiv danach, wie es sich begab, dieser schöne große Mann, mit seinen Kupferlocken, den Wischlappen in der Hand, die Küche vom Schwarzen Café, in die ich unversehens gestolpert war. Nein, ich habe es noch nie erzählt, nicht hier. Nur in persönlichen Gesprächen. Und wie er, obwohl Ruhetag war, zwei große Tassen mit Milchkaffee brachte und beim Bringen begann er tatsächlich zu singen: Kann denn Liebe Sünde sein? und setzte herzhaft hinzu "Herzlich Willkommen!" Wie hätte ich mich da nicht verlieben sollen... in die Stadt. So ist es geblieben. Nein, ich habe die Geschichte hier nie erzählt (nur da.) Ich erzähle sie sonst sehr ausführlich, aber heute ist mir nicht danach, obwohl es der Tag dafür wäre. Und als ich das Wannsee-Schild aus dem Zugfenster sah, schon so ein Kribbeln hatte, wie wenn einen gleich Amors Pfeil trifft. Wie hält man die Liebe, wie bleibt man verliebt? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es einfach so. Einfach nur Glück. Ein Riesenglück. Weil es passt. Weil es einfach matcht. Ich werde heute noch etwas sehr Gutes trinken. Das tue ich oft, aber heute mit einem noch feierlicheren Gefühl.

g a g a - 2. April 2016, 23:03