06. Februar 2026









Die Spree trägt Eis und Schnee. Ich lange Unterhosen unten drunter. Winter-Gaga heute früh. Gestern in den Sophie-Gips-Höfen hingefallen, da war wie überall neuer Schnee, über glattem Eis, nicht so trittfest wie der Augenschein. Mit beiden Füßen trotz fester Stiefel gleichzeitig nach vorne gerutscht und rücklings in voller Länge in den Schnee geplumpst, nix passiert, aufgestanden und vorsichtig weiter. Heute nur mal kurz ins Trudeln gekommen, diesmal am Ausgang Hackesche Höfe, Richtung S-Bahn Hackescher Markt. Zwar war geschippt und ein bisschen gekehrt, aber nicht komplett weg, der Rest hat einen schönen rutschigen Spiegel gemacht, hab mich aber gefangen. Gut angekommen. Zum Hallosagen bei meinen modeinteressierten, jungen Kolleginnen zwischen Anfang zwanzig und Anfang dreissig, extra Mantel und Mütze angelassen. Juchzt die eine: "Sankt Moritz!" Die andere kichert: "Haha, wie von den Geissens - - wie heißt sie denn, - - " Ich: "Carmen Geiss" (ohne plump wohlfeilen Kalauer "Vor oder nach der OP?"). Um Missverständnissen vorzubeugen: sie fandens cool. Nichts gegen Carmen Geiss, die ist mir nicht unsympathisch mit ihrer bodenständigen Art. Das Herz am rechten Fleck, unaffektiert, kunstsinnig, aufgeschlossen, mitfühlend, tierlieb, frankophil. Insgesamt eher unprätentiös. Wir sind derselbe Jahrgang. Frau Keludowig mag sie auch! (Gruß an Tom und Bill:-))

05. Februar 2026

(herzzerreißend)



Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest
wie ein Gutsherr aus seinem Schloss.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig, lächelnd und stolz,
wie einer, der Siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge.

Ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und zu leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?
Wer bin ich? Der oder jener?

Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!


Dietrich Bonhoeffer (1944)

04. Februar 2026





Dietrich Bonhoeffer zum 120. Geburtstag. Geboren am 4. Februar 1906 in Breslau, ermordet am 9.4.1945 in Flossenbürg.



"Die Macht der einen braucht die Dummheit der anderen... Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken... Laß warm und hell die Kerzen heute flammen, die Du in unsere Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht... Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag... Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl, als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann..." D. B.

03. Februar 2026



Herzensbildung und Eigensinn. Rita Süßmuth 17. Februar 1937 - 1. Februar 2026. Als Rita Süßmuth in den Achtzigern in den Hochzeiten der Angst vor HIV und Infragestellung der Legitimität von Schwangerschaftsunterbrechung besonnen und liberal an die Öffentlichkeit trat, konnte ich kaum fassen, dass sie das alles mit dem Parteibuch der CDU betreibt. Da ging mir das Licht auf, dass es gerade richtig sei, dass sie von dort ihre sportliche Arbeit vorantreibt. Mit ihr habe ich gelernt, Politikerpersönlichkeiten als gestaltungsfähige Individuen wahrzunehmen, unabhängig von Verschubladung aufgrund eines Parteibuchs. Ebenso wie Heiner Geißler oder Norbert Blüm. Die mochte ich alle richtig gerne. Was für ein Gewinn für unsere Gesellschaft. Farewell, geschätzte Rita.

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Saskia Rutner Das...
20.02.26, 23:59
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NeonWilderness
Die SecRet DINNeR...
19.02.26, 18:51
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Margarete 18. Februar...
19.02.26, 10:51
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Lydia Gebel Im Dunkeln...
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Lydia Gebel Aha! Oder...
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Ah, klasse, dass es...
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Margarete 17. Februar...
17.02.26, 12:05
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Nora Sturm Was geht...
16.02.26, 17:35
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Schöne Assoziation...!
16.02.26, 00:11
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Margarete 15. Februar...
16.02.26, 00:02
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Guter Plan :-)
14.02.26, 00:46
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Margarete 12. Februar...
12.02.26, 21:50
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noch1glaswein 12....
12.02.26, 21:34
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Margarete 11. Februar...
12.02.26, 17:07

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