09. Januar 2026

Als Kind war man fortlaufend am Staunen, aber im fortgeschrittenen Alter passiert das nicht mehr oft, leider. Was mich zum Beispiel überhaupt nicht neugierig oder überrascht hinterlässt, sind menschliche Abgründe, sexuelle Spielarten, bizarre Vorlieben. Ich gehe grundsätzlich immer davon aus, dass man mit allem rechnen muss, es keine Grenzen gibt, darunter aber auch nichts Neues ist, was mir ein fasziniertes "Hoppla" entlocken könnte. Das passiert erfahrungsgemäß nur noch bei erstmalig live aus nächster Nähe gesehenen Naturschönheiten, Felsformationen oder extrem faszinierend aussehenden Lebewesen. Können auch Menschen sein. Manchmal auch bei gelungener Architektur, grandiosem Design. Bislang unbekannter Poesie. Mir neuer, vollendeter Musik.


Oder den Innereien von geliebten Geräten. Ich muss erwähnen, dass ich schwer für das Innenleben von irgendeinem Gerät interessierbar bin. Wenn mir jemand ein ausrangiertes Mac Book Pro überließe, würde ich raten, es selbst zu zerlegen und mir dann gerne gelegentlich Fotos davon zukommen zu lassen. Ich wollte es aber keinesfalls verarbeiten, da ich nicht damit verbunden war, es nicht benutzt habe. Da bin ich absolut eigen. Das Zerlegen ist für mich ein sentimentaler Vorgang, ich habe das Gefühl zum Kern der Energie, der Substanz der Elemente vorzudringen, mit denen ich jahrzehntelang in innigem Austausch war. Reliquien. Ein fast religiöses Empfinden, recht emotional. Auch freut mich, wenn meine Geräte lange funktionieren, was bei allen drei nun zerlegten Notebooks der Fall war. Jedes hatte im Lauf der Zeit so seine Einschränkungen, oft fing es mit veralteten Betriebssystemen an, die ich dann aufrüstete, updatete. Bis Materialermüdung eintrat.

Alle drei implodierten interessanterweise im vergangenen Jahr, bis dahin konnte ich noch rudimentär die eine oder andere Anwendung nutzen. Beim Vaio war es so, dass es die letzten Jahre im Atelier Musik abspielte, der Media Player lief einwandfrei, auch der Explorer, dann geschah es in der zweiten Jahreshälfte 2025, dass es sich nach einer Weile Betrieb plötzlich ausschaltete. Meist ließ es sich wieder neu starten, aber irgendwann eben nicht mehr. Ich gab nochmal eine Gnadenfrist, ließ es in Ruhe, probierte es wieder. Anfang Dezember ging gar nichts mehr, kein Stromfluss, was nicht an der Steckdose lag. Ein Gerät hat seine Lebenszeit.

Auf einem der Fotos sind die Reliquien meines zweiten Notebooks, das viel kleiner war, mehr für Reisen gedacht, das Samsung Q35. Noch nicht en detail abgelichtet habe ich, was vom Toshiba Satellite übrig blieb. Kommt noch. Übrigens hatten wir gar keinen Schneesturm heute, Entwarnung. Es war heute sogar teilweise trockener auf meinen Wegen als gestern. Habe aber vorhin die Spikes für Schuhe geliefert bekommen und probiere sie gleich aus.
g a g a - 9. Januar 2026, 18:21













