09. april 2005

paulchen kuhn hat my way am flügel ganz wunderbar gespielt. und als der sarg aus der gedächtniskirche getragen wird, kommt die sonne hinter den wolken hervor. draußen warten ein paar tausend berliner und schenken ihm stehend den letzten applaus. eine standing ovation.
immer denkt man nur harald, wie bei einem alten freund. warmherzig. er hatte genau den tonfall, der mich nach berlin zog. und wenn ich heute das fenster aufreiße und die kecken sprüche halbwüchsiger, kleiner berliner blubbern vom spielplatz zu mir nach oben, ist es musik in meinen ohren. dann weiß ich, warum ich hier bin.
zwei stunden später in der u-bahn. über die monitore an der decke die letzten schlagzeilen. "abschied von harald". ein foto, als der sarg aus der kirche getragen wird. in meiner blickrichtung sitzen vier jugend- liche - berliner. zwei jungen und zwei mädchen. sie sind miteinander durch die strippen von zwei ipods verbunden, jeder hat nur einen stöp- sel im ohr. überkreuzte kabel, wie ein spinnennetz.
einer der beiden jungen, vielleicht fünfzehn jahre alt, redet die ganze zeit lebhaft mit den anderen, mit halbem blick auf den monitor. als die harald-schlagzeile mit dem foto kommt, bleibt sein blick haften und er verstummt für einen moment und hält inne. und dann lächelt er sehr warm und ein kleines bißchen verschmitzt und sagt einfach nur harry. mit einem a.
g a g a - 9. April 2005, 12:32