20. März 2011
Denkzettel [...]

Ich gedenke, vor Mitternacht die Bettruhe zu suchen. Das ist der Gesamtkonstitution und auch dem Teint zuträglich. Eventuell noch ein Glas Fliederbeersaft und eine Tasse Nerventee. Möglicherweise kommt es sogar zum Äußersten und ich ziehe morgen Absatzschuhe und transparente Strümpfe an, das erfordert eine gewisse Konstitution. Aber nichts Genaues weiß man nicht. Morgen um zwanzig Uhr siebzehn betritt der Mond das Tierkreiszeichen Skorpion.
Sie wissen ja, ich habe angelegentlich diesen Tick, und hänge nach Lust und Laune der Sternendeutung an. Mal so, mal so! Im Kalendarium ist außerdem Frühlingsanfang vermerkt. Und da dachte ich so bei mir: geh doch mal wieder unter Leute, wo du eigens so eine schöne Einladung von Herrn Gerald erhalten hast. Es wird einem ja immer von allen Seiten geraten, aber ich zeige mich da etwas schwierig. Offen gestanden bin ich etwas aus der Übung in gesellschaftlichen Dingen und fühle mich daher gehemmt. Auch bin ich oft unsicher, ob ich einen wertvollen Beitrag zum Gespräch leisten kann. Häufig musste ich feststellen, dass ich den im Gespräch verhandelten Belangen bislang keinerlei Interesse entgegengebracht hatte, was mir demzufolge keinen konstruktiven Gesprächsbeitrag erlaubt. Also bleibe ich oft lieber gleich zu Hause und sorge damit für einen ungestörten Gesprächsablauf.
Meine Teilnahme an der Kundgebung da unlängst, beim Bundeskanzlerpalast, gegen diese unappetitliche Atomkraftsache war zwar auch ein gesellschaftlicher Anlass, aber doch mehr eine repräsentative Verpflichtung. Ich weiß schließlich, was von mir erwartet wird, und das kann man auch von mir erwarten. Ich musste einfach nur auffällig herumstehen und das kann ich schon von jeher gut. Geredet haben die anderen, also die Leute. Demzufolge hatte ich kein Problem, bin dann aber zeitig wieder heimwärts.
Da nun aber der Caféhausbesitzer vom Café Einstein Unter den Linden ein besonders warmherziger Gastgeber ist, der es mit seiner besonderen Art versteht, mir meine angeborenen Hemmungen zu nehmen, habe ich mich entschieden, eine Ausnahme zu machen und meine Teilnahme am großen Geburtstagsfest entrichtet. Auch sind die gebotenen Speisen und Getränke sowie die anderen geladenen Gäste stets von hervorragender Qualität. Das wollen mir allerlei gute Gründe scheinen. Daher! Oh, schon spät! Gute Nacht.

Ich gedenke, vor Mitternacht die Bettruhe zu suchen. Das ist der Gesamtkonstitution und auch dem Teint zuträglich. Eventuell noch ein Glas Fliederbeersaft und eine Tasse Nerventee. Möglicherweise kommt es sogar zum Äußersten und ich ziehe morgen Absatzschuhe und transparente Strümpfe an, das erfordert eine gewisse Konstitution. Aber nichts Genaues weiß man nicht. Morgen um zwanzig Uhr siebzehn betritt der Mond das Tierkreiszeichen Skorpion.
Sie wissen ja, ich habe angelegentlich diesen Tick, und hänge nach Lust und Laune der Sternendeutung an. Mal so, mal so! Im Kalendarium ist außerdem Frühlingsanfang vermerkt. Und da dachte ich so bei mir: geh doch mal wieder unter Leute, wo du eigens so eine schöne Einladung von Herrn Gerald erhalten hast. Es wird einem ja immer von allen Seiten geraten, aber ich zeige mich da etwas schwierig. Offen gestanden bin ich etwas aus der Übung in gesellschaftlichen Dingen und fühle mich daher gehemmt. Auch bin ich oft unsicher, ob ich einen wertvollen Beitrag zum Gespräch leisten kann. Häufig musste ich feststellen, dass ich den im Gespräch verhandelten Belangen bislang keinerlei Interesse entgegengebracht hatte, was mir demzufolge keinen konstruktiven Gesprächsbeitrag erlaubt. Also bleibe ich oft lieber gleich zu Hause und sorge damit für einen ungestörten Gesprächsablauf.
Meine Teilnahme an der Kundgebung da unlängst, beim Bundeskanzlerpalast, gegen diese unappetitliche Atomkraftsache war zwar auch ein gesellschaftlicher Anlass, aber doch mehr eine repräsentative Verpflichtung. Ich weiß schließlich, was von mir erwartet wird, und das kann man auch von mir erwarten. Ich musste einfach nur auffällig herumstehen und das kann ich schon von jeher gut. Geredet haben die anderen, also die Leute. Demzufolge hatte ich kein Problem, bin dann aber zeitig wieder heimwärts.
Da nun aber der Caféhausbesitzer vom Café Einstein Unter den Linden ein besonders warmherziger Gastgeber ist, der es mit seiner besonderen Art versteht, mir meine angeborenen Hemmungen zu nehmen, habe ich mich entschieden, eine Ausnahme zu machen und meine Teilnahme am großen Geburtstagsfest entrichtet. Auch sind die gebotenen Speisen und Getränke sowie die anderen geladenen Gäste stets von hervorragender Qualität. Das wollen mir allerlei gute Gründe scheinen. Daher! Oh, schon spät! Gute Nacht.
g a g a - 20. März 2011, 23:57