05. August 2026
Da mich das verkitschte Ergebnis vom ersten Prompt so gar nicht zu amüsieren vermochte, kam ich nun auf die Idee, einen neuen Prompt mit zusätzlichen Eckdaten und Inhalten und strikteren stilistischen Vorgaben zu machen, nämlich:
- 2. Prompt -
"Schreibe eine Kurzgeschichte im emotionalen Stil von Ingeborg Bachmann mit ca. 500 Wörtern, in der der folgende Satz vorkommt und eine Frau mit Namen Sophie und ein Italiener, der ihr Cousin ist und ihr Liebesbriefe schreibt:
"…da Sophie ständig Liebesbriefe von ihrem Cousin bekam, der ein getrennter Italiener war…".
Benutze nur wenige Adjektive, die aber prägnant sind. Es gibt kein Happy-End. Die Geschichte spielt 1959 zwischen Wien und Rom. Sophie lebt in Wien, ihr Cousin in Rom. Sophie denkt viel über Tabus nach und hat Lust sie zu brechen. Sie sieht sich allgemein gerne als Opfer und Männer als Täter. Sie liebt Männer aber mehr als Frauen. Sie hat nur wenige Freundinnen. Sie ist hin- und hergerissen zwischen verbotenen erotischen Phantasien und die Fassade einer vornehmen Dame aufrecht zu erhalten. Mode ist ihr wichtig, aber auch intellektueller Austausch und in höheren Kreisen zu verkehren, sie arbeitet als Journalistin und ist ehrgeizig. Ihr Cousin ist nicht sehr belesen."
- Ende 2. Prompt -
Das Resultat:
Der November in Wien drückte mit feuchter Schwere auf die Fensterscheiben der Redaktion. Sophie strich über den Samtkragen ihres Kostüms, das in Rom geschneidert worden war. Die Silhouette musste stimmen; die Fassade durfte nicht bröckeln. Sie schob die Schreibmaschine beiseite und dachte an das Gesetz, an die Grenze, an das Verbotene.
Die Männer hatten die Macht, und sie, Sophie, war dazu bestimmt, darunter zu leiden. In diesem Leiden lag eine dunkle, fast wollüstige Bestätigung. Sie war das Opfer, und sie genoss es, sich in dieser Rolle einzurichten, auch wenn ihr Ehrgeiz sie jeden Tag aufs Neue antrieb, in den höchsten Kreisen zu verkehren und als Journalistin ernst genommen zu werden. Sie liebte die Männer, diese harten Wesen voller Täterwillen, weit mehr als die wenigen Frauen, deren oberflächliches Geschwätz sie ermüdete.
Auf ihrem Schreibtisch lag der Brief aus Rom. Wie immer war er da, da Sophie ständig Liebesbriefe von ihrem Cousin bekam, der ein getrennter Italiener war. Er hieß Mario. Er verstand nichts von Literatur, er las keine Bücher, und sein Geist glänzte nicht in den Salons, in denen Sophie sich so gerne bewegte. Aber er besaß eine körperliche Dringlichkeit, die alle Vernunft auslöschte.
Sie öffnete den Umschlag mit spitzen Fingern. Seine Worte waren ungelenk, fast schmerzhaft einfach, fernab jeder Eleganz. Doch sie brannten sich in ihr Bewusstsein. Mario schrieb von ihrem Körper, von dem Sommer in Trastevere, von dem Moment im Schatten einer alten Mauer, als er sie gegen ihren schwachen Widerstand an sich gedrückt hatte. Ein Zittern durchfuhr sie. Es war ein Tabu, das die Luft zerriss. Cousin und Cousine. Getrennter Mann und vornehme Journalistin. Rom und Wien. Die geographische Distanz schien die Verfehlung nur noch schärfer zu zeichnen.
Sophie lehnte sich zurück und schloss die Augen. Ihre erotischen Phantasien kreisten um ihn, um die rohe Gewalt seiner Umarmung, die jedes intellektuelle Gespräch entwertete. Sie wollte schuldig sein. Sie wollte die Grenze überschreiten, die Gesellschaft herausfordern, sich fallen lassen in das Verderben, das er ihr verhieß.
Doch als sie den Blick öffnete, sah sie ihr Spiegelbild in der dunklen Scheibe. Das tadellose Kostüm. Die makellose Frisur. Die Wache, die sie niemals niederlegen durfte. Sie griff nach dem Füllfederhalter, strich über das dicke Papier und wusste, dass sie niemals nach Rom fahren würde. Sie würde die Briefe sammeln, das Gift in sich aufsaugen und im eisigen Wiener Winter erfrieren, gefangen in der Maske der Dame, die dem Täter leise die Hand reicht.
- E N D E -
Mein Urteil:
hier wurde von Gemini artig alles Vorgegebene eingebaut, aber es fehlt ein wenig das kreative Element. Da mir die Vorgabe 700 - 1000 Wörter vom ersten Prompt zu ausufernd war, beschränkte ich auf 500 Wörter. Klischees werden weiterhin verwurstet, aber das habe ich ja auch selbst in meinem KI-freien Text gemacht. Auf jeden Fall liest es sich schon interessanter und spannungsreicher und zwei Formulierungen gefallen mir richtig gut, nämlich:
"er besaß eine körperliche Dringlichkeit, die alle Vernunft auslöschte."
und
"Die geographische Distanz schien die Verfehlung nur noch schärfer zu zeichnen."
Fakt ist, dass mein komplexerer Prompt schon eine Art kreativer Beitrag war. Einfältiger Prompt, einfältiges Resultat. Komplexerer Prompt, komplexeres Resultat. Eigentlich logisch. ABER: hier habe ich natürlich länger gebraucht, um den Prompt zu schreiben, ca. zwei Minuten. Ob das nun im allergeringsten Ausmaß im Stil von Ingeborg Bachmann ist, sei dahin gestellt bzw.: Nein. Dafür sind zu viele klischeehafte Wendungen im Text. Aber schon interessanter. Ich merke gerade, der Plot kippt so ein bisschen in Richtung von dem Schmöker "Salz auf unserer Haut", kultivierte Pariserin verfällt einfachem bretonischen Fischer. Nun ja. Aber auch hier: das wäre kein Text, den ich je auch nur anteilig als meinen ausgeben würde, weil er wieder gar nicht meiner Art zu formulieren entspricht. Zuviel Pathos. Zudem erfinde ich (bislang) keine Geschichten. Die gestrige war eine Ausnahme.
- 2. Prompt -
"Schreibe eine Kurzgeschichte im emotionalen Stil von Ingeborg Bachmann mit ca. 500 Wörtern, in der der folgende Satz vorkommt und eine Frau mit Namen Sophie und ein Italiener, der ihr Cousin ist und ihr Liebesbriefe schreibt:
"…da Sophie ständig Liebesbriefe von ihrem Cousin bekam, der ein getrennter Italiener war…".
Benutze nur wenige Adjektive, die aber prägnant sind. Es gibt kein Happy-End. Die Geschichte spielt 1959 zwischen Wien und Rom. Sophie lebt in Wien, ihr Cousin in Rom. Sophie denkt viel über Tabus nach und hat Lust sie zu brechen. Sie sieht sich allgemein gerne als Opfer und Männer als Täter. Sie liebt Männer aber mehr als Frauen. Sie hat nur wenige Freundinnen. Sie ist hin- und hergerissen zwischen verbotenen erotischen Phantasien und die Fassade einer vornehmen Dame aufrecht zu erhalten. Mode ist ihr wichtig, aber auch intellektueller Austausch und in höheren Kreisen zu verkehren, sie arbeitet als Journalistin und ist ehrgeizig. Ihr Cousin ist nicht sehr belesen."
- Ende 2. Prompt -
Das Resultat:
Der November in Wien drückte mit feuchter Schwere auf die Fensterscheiben der Redaktion. Sophie strich über den Samtkragen ihres Kostüms, das in Rom geschneidert worden war. Die Silhouette musste stimmen; die Fassade durfte nicht bröckeln. Sie schob die Schreibmaschine beiseite und dachte an das Gesetz, an die Grenze, an das Verbotene.
Die Männer hatten die Macht, und sie, Sophie, war dazu bestimmt, darunter zu leiden. In diesem Leiden lag eine dunkle, fast wollüstige Bestätigung. Sie war das Opfer, und sie genoss es, sich in dieser Rolle einzurichten, auch wenn ihr Ehrgeiz sie jeden Tag aufs Neue antrieb, in den höchsten Kreisen zu verkehren und als Journalistin ernst genommen zu werden. Sie liebte die Männer, diese harten Wesen voller Täterwillen, weit mehr als die wenigen Frauen, deren oberflächliches Geschwätz sie ermüdete.
Auf ihrem Schreibtisch lag der Brief aus Rom. Wie immer war er da, da Sophie ständig Liebesbriefe von ihrem Cousin bekam, der ein getrennter Italiener war. Er hieß Mario. Er verstand nichts von Literatur, er las keine Bücher, und sein Geist glänzte nicht in den Salons, in denen Sophie sich so gerne bewegte. Aber er besaß eine körperliche Dringlichkeit, die alle Vernunft auslöschte.
Sie öffnete den Umschlag mit spitzen Fingern. Seine Worte waren ungelenk, fast schmerzhaft einfach, fernab jeder Eleganz. Doch sie brannten sich in ihr Bewusstsein. Mario schrieb von ihrem Körper, von dem Sommer in Trastevere, von dem Moment im Schatten einer alten Mauer, als er sie gegen ihren schwachen Widerstand an sich gedrückt hatte. Ein Zittern durchfuhr sie. Es war ein Tabu, das die Luft zerriss. Cousin und Cousine. Getrennter Mann und vornehme Journalistin. Rom und Wien. Die geographische Distanz schien die Verfehlung nur noch schärfer zu zeichnen.
Sophie lehnte sich zurück und schloss die Augen. Ihre erotischen Phantasien kreisten um ihn, um die rohe Gewalt seiner Umarmung, die jedes intellektuelle Gespräch entwertete. Sie wollte schuldig sein. Sie wollte die Grenze überschreiten, die Gesellschaft herausfordern, sich fallen lassen in das Verderben, das er ihr verhieß.
Doch als sie den Blick öffnete, sah sie ihr Spiegelbild in der dunklen Scheibe. Das tadellose Kostüm. Die makellose Frisur. Die Wache, die sie niemals niederlegen durfte. Sie griff nach dem Füllfederhalter, strich über das dicke Papier und wusste, dass sie niemals nach Rom fahren würde. Sie würde die Briefe sammeln, das Gift in sich aufsaugen und im eisigen Wiener Winter erfrieren, gefangen in der Maske der Dame, die dem Täter leise die Hand reicht.
- E N D E -
Mein Urteil:
hier wurde von Gemini artig alles Vorgegebene eingebaut, aber es fehlt ein wenig das kreative Element. Da mir die Vorgabe 700 - 1000 Wörter vom ersten Prompt zu ausufernd war, beschränkte ich auf 500 Wörter. Klischees werden weiterhin verwurstet, aber das habe ich ja auch selbst in meinem KI-freien Text gemacht. Auf jeden Fall liest es sich schon interessanter und spannungsreicher und zwei Formulierungen gefallen mir richtig gut, nämlich:
"er besaß eine körperliche Dringlichkeit, die alle Vernunft auslöschte."
und
"Die geographische Distanz schien die Verfehlung nur noch schärfer zu zeichnen."
Fakt ist, dass mein komplexerer Prompt schon eine Art kreativer Beitrag war. Einfältiger Prompt, einfältiges Resultat. Komplexerer Prompt, komplexeres Resultat. Eigentlich logisch. ABER: hier habe ich natürlich länger gebraucht, um den Prompt zu schreiben, ca. zwei Minuten. Ob das nun im allergeringsten Ausmaß im Stil von Ingeborg Bachmann ist, sei dahin gestellt bzw.: Nein. Dafür sind zu viele klischeehafte Wendungen im Text. Aber schon interessanter. Ich merke gerade, der Plot kippt so ein bisschen in Richtung von dem Schmöker "Salz auf unserer Haut", kultivierte Pariserin verfällt einfachem bretonischen Fischer. Nun ja. Aber auch hier: das wäre kein Text, den ich je auch nur anteilig als meinen ausgeben würde, weil er wieder gar nicht meiner Art zu formulieren entspricht. Zuviel Pathos. Zudem erfinde ich (bislang) keine Geschichten. Die gestrige war eine Ausnahme.
g a g a - 5. August 2026, 16:44


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